Einzelbild herunterladen

Montabaur

Nr. 27/94

als Strauch in Gärten und Parkanlagen. Heimisch an Wasser­läufen im Mittel- und Schwarzmeergebiet.

Mögliche Gefährdung: Besonders Kinder zwischen 1/2 und 2 Jahren durch die Aufnahme von Blatt oder Blüte, vorwiegend in den Monaten April bis Oktober. Geringe Mengen (1 Blatt oder Blütenblatt) sind harmlos. Bei größeren Mengen kommt es zu Bewußtseinseintrübungen und Herzrhythmusstörun­gen.

Wissenswertes: Früher fand Oleander häufig als Abtreibungs­und Selbstmordmittel Verwendung, daneben diente die Pflan­ze nach dem Abkochen auch gegen Hautparasiten und als Rattengift.

Stechapfel (Stachelnuß, Teufels-, Rauh-, Dornapfel)

Familie: Nachtschattengewächse

Beschreibung: Einjährige bis 120 cm hohe Pflanze mit kahlem, aufrechtem, hohlen Stengel und gestielten, ungleich buchtig gezähnten Blättern. Die weiße bis violette Blütenkrone besitzt eine bis 10 cm lange Kronröhre. Die Frucht ist eine eiförmige, bis 5 cm lange, stachelige Kapsel, die bei der Reife 4 klappig aufspringt. Sie enthält zahlreiche bis 3,5 mm lange, platte, nierenförmige, schwarze Samen.

Vorkommen: Ursprünglich aus Mittelamerika stammend, ist die Pflanze nicht selten auf Schuttplätzen und brachliegendem

Mögliche Gefährdung: 1jährige und ältere Kinder durch die Auf­nahme aller Pflanzenteile, haupt­sächlich von Juni bis Oktober. Obwohl Vergiftungen mit dem Stechapfel relativ selten sind, führten Verwechslungen, zum Beispiel mit Schwarzkümmelsa­men oder Teedrogen zu akuten Fällen. Für Kinder können be­reits 15 bis 20 Stechapfelsamen tödlich sein.

Wissenswertes: Der Stechapfel wurde im 16. Jahrhundert aus der neuen Weit nach Spanien ein­geführt. Besonders die Samen dienten früher nicht selten für Mord- und Selbstmordversuche. Straßenräuber benutzten Samen­aufgüsse zur Betäubung ihrer Opfer.

Tollkirsche (Schwindel-, Schlaf-, Teufelskirsche)

Familie: Nachtschattengewächse

Beschreibung: Strauchähnliche Staude von 1,5 bis 2 m Höhe. Die oberirdischen Organe sterben im Herbst völlig ab. Im Frühjahr entwickeln sich aus dem Wurzelstock die verästelten, stumpfkantigen Stengel, Die einzeln stehenden Blätter sind bis 20 cm lang. Die schwarzen, kirschenähnlichen Beeren werden sehr ungleichmäßig reif.

Vorkommen: Auf Kahlschlägen, in Waldlichtungen, an Wald­wegen, auf frischen, nährstoffreichen, humosenTon- undLehm- böden anzutreffen, deren Untergrund Kalkgestein, Porphyr oder Gneis sein kann. In West-, Mittel- und Südeuropa, auf dem Balkan, in Kleinasien, im Iran, in Nordafrika vorkom­mend, in Skandinavien eingebürgert.

Mögliche Gefährdung: 2jährige und ältere Kinder durch die Früchte, hauptsächlich Juli bis November. Die tödliche Dosis beträgt bei Kinder drei bis fünf, beim Erwachsenen etwa zehn Beeren.

Wissenswertes: Als kosmetische Mittel benutzten Frauen im Mittelalter die Säfte der Pflanze zur Pupillenerweiterung und die Beeren als Schminke.

Literatur:

»Giftpflanzen«, Gustav Fischer Verlag, Stuttgart »Giftberatung bei Pflanzen«, Gustav Fischer Verlag, Stuttgart »Die Giftpflanzen«, Urania Verlag, Leipzig

»Informationen über giftige Pflanzen«, Sozialministerium Baden- Württemberg.

Die Umweltberaterin der Verbandsgemeinde Montabaur, Con­stanze Wunderlich, Durchwahl 02602/126.196.

Kulturland anzutreffen.

Stechapfel (Datura stramonium)

m

/ - nfXf

EM

wm

\\ _

Bei Regen, Blitz und Hagelsturm nicht verzagen, nach einem Anruf-Sammeltaxi fragen.

AST bringt Sie sicher und trocken bis vor Ihre Haustür! Telefon 06485/300

IUS ARCHIVI

Archiv der Stadt Montabaur

Informationen zu Akten und Urkunden

Urkunden und Akten mit besonderer Beweiskraft bewahrte die Stadt früher in einer Kiste auf. Das war das ius archivi, das Hoheitsrecht der Stadt. - Auch heute ist das in unserem Stadtarchiv so, nur daß es viele Kisten auf vielen Regalen sind. - Wieder öffnen wir für Sie eine dieser Kisten:

Auszüge aus dem Aufsatz des Direktors M. Thamm »Der Versuch einer Schulreform im Amte Montabaur unter Cle­mens Wenceslaus, dem letzten Kurfürsten von Trier« erschie­nen im Jahresbericht Ostern 1905 des Kaiser Wilhelms Gym­nasiums:

Die Schulkommission war nach § 5 der vom Kurfürsten am 01.07.1786 gegebenen Instruktion berechtigt vierteljährliche Berichte über die lateinischen Mittelschulen und eine strenge Aufnahmeprüfung für das Tirocinium (Vorbereitungsklasse für die Lateinschule) zu verlangen. »Arme die Talent haben«, so heißt es, »sind den reichsten gleichzuschätzen, aber wenn sie nicht besonders viel versprechen, so verwerfe man Sie Heber sogleich, und ermahne sie, eher ein Handwerk zu ergreifen als den Haufen der armen Halbgelehrten zu mehren, welche nur sich und dem Staat zur Last sind« und »alle unnötigen Hecken­schulen sollen geschlossen werden und kein Schüler darf versetzt werden, der nicht alles Wissen der Klasse sich ange­eignet hat.

Sog. Hecken Gymnasia waren Lateinische Landschulen «als welche nur Gelegenheit geben, daß Bauern und wenig vermö­gende Bürgers Leute ihre Kinder durchgehens zwaren zu ihrem eigenen Verderben den höheren Studien widmen.»

Die Arbeitszeit der Lehrer war von früh 1/2 6 bis abends 7 Uhr reichfich bemessen, die Bezahlung schlecht, so ging die Latein­schule von Jahr zu Jahr zurück, bis unter der Nassauischen Regierung auf «demütigste flehentfichste Bitte» des Magi­strats und nach langen Verhandlungen am 30. Mai 1806 ein Gymnasium eröffnet wurde.

Unterrichtsfächer: 1. Religionslehre und morafische Bildung. 2. Deutsche, lateinische und griechische Sprache. 3. Schön und richtig schreiben. 4. Aesthetick, vorzüglich Dichtkunst und Beredsamkeit. 5. Geographie. 6. Geschichte. 7. Mathematik. 8. Naturgeschichte und -lehre. 9. Philosophie.