Montabaur
Nr. 2/94 fl
WÄLLER
JAHRBUCH
DES WESTERWALD
KREISES
HEIMAT
Kurzweilige
Lektüre
über die
Vielfalt
und den
Reichtum
unserer
UJesterwälder
Heimat
Buchbesprechung "Waller Heimat 94”, von fl. Kampf
Westerwaldkreis
1994
Wer vieles bringt, wird manchem etwas bringen, nach diesem bewährten Rezept ist auch das 1994er Jahrbuch des Westerwaldkreises verfaßt.
Seinen thematischen Schwerpunkt hat es im Bereich der Hilfsdienste, voran die Feuerwehren, gefolgt von den Rettungsdiensten und dem DRK.
Den Einband schmückt eine bunte Collage aus der Szenerie der Feuerwehren des Kreises. Rein zufällig und ohne Absicht ist diese Collage zu einem Dokument zum Thema “Ausländer in Deutschland” geworden. In einem Foto ist festgehalten, wie eine Frau und ihre Kinder Spaß haben am spritzenden Wasserstrahl aus dem Feuerwehrschlauch. Die Familie kommt aus Schottland, wohnt schon lange Jahre in Bad Marienberg und fühlt sich sichtlich wohl unter Westerwäldern.
Zu den Bildern im Innern des Jahrbuchs - es sind 104 Schwarzweiß- und 35 Buntbilder - ist anzumerken, daß es anscheinend einen schier unerschöpflichen Vorrat an Fotosaus der ersten Hälfte dieses Jahrhunderts gibt. Das zeigen auch 900 Ansichtskarten vom Westerwald, in einer Sonderausstellung des Landschaftsmuseums zu sehen. In der Jahreschro
nik des Jahrbuchs wird über diese Ausstellung berichtet.
Unter den Ereignissen, festgehalten in der Chronik für den Zeitabschnitt Juli 92 bis Juni 93, ist nichts, was Aufsehen jenseits der Heimatgrenzen erregt hat. Abgesehen allerdings von der Trennung Elbingen und Mähren, die dem deutschen Blätterwald schon eine Notiz wert war. Unter dem Monat März vermerkt die Chronik, daß es einen Haltepunkt der Schnellbahn Köln-Rhein/Main bei Montabaur geben wird. Bundesbahnchef Heinz Dürr hat's versprochen. Wardasderwich- tigste Eintrag in den Annalen ?
Nun weiter zur Inhalts-Mixtur des Jahrbuchs. Die Geschichte, wie der Ton in den Westerwald kommt, wie nach dem Tonabbau rekultiviert werden muß, wie das Dorf Wirges zu einer Stadt aufwuchs, wie das Dorf Rothenbach hingegen eine gemächliche Entwicklung nahm und damit als typisch für viele Orte im Westerwald gelten kann, das und andere Beiträge über die Landschaft und ihre Wohnstätten hat seinen angestammten Sitz im Jahrbuch.
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Von Münzschatzfunden im “Land der armen Leute” (!) wird der Leser von den Autoren Gerd Martin Forneck
und Dr. Konrad Schneider informiert. Ihr Test ist unterstützt durch hochwertige Fotos des “fotostudio baumann”. Das nur als Beispiel aus der Fülle der Beiträge, die fast durchgehend in einem Stil verfaßt sind, der das Jahrbuch zur kurzweiligen Lektüre macht.
Breiten Raum finden wieder Geschichten, Episoden und Berichte aus vergangenen Zeiten. Das Inhaltsverzeichnis zählt 14 Beiträge auf. Natürlich kommt der Westerwälder Humor nicht zu kurz. Er spiegelt sich am trefflichsten im Mundartlichen wider. Gut verteilt über die 240 Seiten des Jahrbuchs sind diese Stückchen. Auch sie sind ein Beispiel der Vielfalt und des Reichtums unserer Westerwälder Heimat.
“Wäller Heimat" ist wieder ohne Kalendarium erschienen. Deshalb kann es nicht nur zu Weihnachten, sondern auch als wertvolles Geschenk für alle Gelegenheiten wärmstens empfohlen werden.
Sie erhalten das Buch bei allen Banken, Sparkassen und im Buchhandel sowie bei B. Steinebach, Hauptstr. 24,56412 Girod, Telefon 0 64 85 / 662, Fax 0 64 85/40 67.

