.Montabaur
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Nr. 29/93
Sespenrother Nachfahrin besuchte Montabaur
Vom 22. bis 29. Juni 1993 war Kathy Barr und ihr Ehemann Bruce aus Indianapolis/Indiana (USA) in Montabaur, um Nachfahren von Geschwistern ihrer 1851 aus Sespenroth ausgewanderten Vorfahren
Ickenroth (aus Sespenroth), Meuer (aus Hübingen suchen.
Herr Paul Trumm (2. Beigeordneter der Stadt Montabaur), Guido Feig, Herr und Frau Barr vor der Gedenktafel, die an die frühere Gemeinde Sespenroth im Gelbachtal erinnert.
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und Reckenthal) und Gerhart (aus Reckenthal) zu
Bürgermeister Dr. Paul Possel-Dölken begrüßte das Ehepaar am Donnerstag, 24. Juni 1993 bei dem 118. Treffen des von Guido Feig, Kulturwart des Westerwaldvereins Montabaur geleiteten Arbeitskreises »Heimatgeschichte und Brauchtum« in der Bürgerhalle des Rathauses.
Er brachte zum Ausdruck, daß die Verbandsgemeinde Montabaur beabsichtige, mit Frederiksburg/ Texas, wo viele Auswanderer aus dem Westerwald und insbesondere aus dem Bereich der Verbandsgemeinde eine neue Heimat fanden, freundschaftliche Verbindungen auszubauen.
Lehrerin Kathy Barr hatte Gelegenheit, an einem Englischunterricht der Heinrich-Roth-Hauptschu- le teilzunehmen und die schulischen Einrichtungen kennenzulernen. Dabei regte Schulleiter Gerhard Eiser auch einen Schüleraustausch mit Schulen in Amerika an.
Feuerwehrmann Bruce Barr tauschte mit Wehrführer Manfred Heinz und Brandmeister Reiner Henritzi von der Freiwilligen Feuerwehr Monta- baur Erfahrungen aus.
Montabaur: Von Scharfrichtern, Schülern, Gastwirtschaften.
Das zweite Heft der Schriftenreihe zur Stadtgeschichte ist erschienen!
M 5.3 Hängen des Beklagten
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Bürgermeister und Rat der Stadt, die das zweite Heft der vom Stadtarchiv herausgegebenen Reihe ermöglichten, ließen sich vergangene Woche die einzelnen Beiträge vorstellen. Stadtarchivar Günter Henkel begründete zunächst allgemein das Ziel der Schriftenreihe:
»Niemand kann ein positives Bild einer Region vermitteln, wenn die ansässige Bevölkerung nicht von ihrem Gebiet überzeugt ist«, heißt es in einer den Westerwald betreffenden Standortanalyse. Die Besinnung auf die Geschichte eines 1000-jährigen Ortes, der seit 700 Jahren Stadt ist und in diesem Zeitraum immer Zentrum der Region war und bis heute gebheben ist, trage nicht unerheblich zu diesem in der Analyse geforderten Selbstwertgefühl bei. Die Schriftenreihe des Stadtarchivs sei ein wissenschaftlicher Beitrag zu dieser Besinnung.
Im zweiten Heft der Reihe haben mehrere Autoren zu städtischen Einrichtungen der kurtrierischen und nassauischen Zeit geschrieben. So gaben Lücken in den bisher veröffentlichten Chroniken zur Stadtgeschichte Anstoß, bestimmte Einzelbereiche näher darzustellen.
Die außerordentliche Entwicklung des Montabaurer Schöffengerichts - es blieb bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts peinliches Halsgericht - konnte von Günter Henkel an Gerichtsprotokollen und Kellerei-Belegen nachgewiesen werden. Die im Mittelalter und der frühen Neuzeit übliche makabre Exekutionspraxis wird durch Reproduktionen zeitgenössischer Illustrationen deutlich.
Alois Baltes schreibt zu einer Etappe des Weges, den die Montabaurer höhere Schule genommen hat. 1806 konnte die Stadt, die ja der Schulträger war, ihre Lateinschule aus Kurtrier hinüberretten in die nassau- ische Zeit. Dieses Nassauische Gymnasium bestand allerdings nur bis 1817, da die Stadt den finanziellen Anforderungen nach jahrzehntelangen Kriegszeiten nicht gewachsen war.
Der Abdruck eines Briefes, den die tüchtige Gastwirtin Schlemmer 1863 an das Herzoglich Nassauische Hof-Marschallamt schrieb, informiert über die Räumlichkeiten zweier großer Gasthöfe der Stadt, aber auch über das Konkurrenz-Verhältnis in dem sich »Krone« und »Nassauer Hof« befanden.
Auch junge Institutionen stiften Traditionen. Beatrix Künzer stellt die Jazz-Tanzgruppe des TuS Montabaur vor, die seit 20 Jahren von Erfolg zu Erfolg tanzt, nicht nur lokal, sondern auch regional.
Am Rande des alten Amtes Montabaur war - wie auch gegenwärtig - der Tonbergbau wichtig, wie noch der Name der Haan-Pforte des mittelalterlichen Montabaurs zeigt, die auf die Straße ins Kannenbäckerland führte. Das Amt umschloß auch die fürstlich- wiedische Enklave beiHilgert, wo das Pingenfeld der alten Tongrube im Distrikt »Scheid« die Spur ist, die der alte Glockenschachtabbau hinterlassen hat. Zu diesem industriellen Bodendenkmal informiert Birgit Heuser-Büldebrandt.
Zu allen Beiträgen dieses zweiten Heftes sind die Quellen angegeben, so daß es Ausgang für weitere Untersuchungen sein kann. Das Buch ist in den Buchhandlungen der Stadt und im Stadtarchiv (Joseph-Kehrein-Schule) für 13,— DM zu erhalten.

