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Montabaur

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Natur- und Umwelt-Info

Über den Wert toter Bäume für die Lebensgemeinschaft Wald Wie oft haben wir uns schon bei dem sonntäglichen Spaziergang über die Unordnung in unseren Wäldern geärgert: da ein toter Ast am Wegesrand oder ein umgedrückter Baumstumpf und dort sogar eine ganze Krone, die der Förster vergessen hat. Historisch und aus Gründen der Waldhygiene zur Vermeidung von Schädlingsvermehrungen hat das Konzept der »sauberen Waldwirtschaft« seine Berechtigung. Auch heute kann der Waldbesitzer bei den kalamitätsanfälligen Nadelbäumen auf ein solches Vorgehen nicht verzichten. In unseren N adelholzfor­sten sind dazu teils erhebliche Kostenaufwendungen notwen­dig, weil die natürlichen Gegenspieler der Schadinsekten fehlen.

Unsere Laubbäume hingegen sind hier schon lange heimisch, und deshalb haben sich aggressive Insekten nicht durchsetzen können, so daß keine Kalamitätsgefahr besteht. Es stellt sich die Frage, wie bei dem oft sehr geringen Angebot an Tbtholz viele seltenen oder weniger seltenen Arten überhaupt überleben konnten.

Allein die Eiche zählt bis zu 900 Insekten, die alle Stadien des zerfallenen Holzes besiedeln. Bei der Buche sind es bis zu 600 Ar­ten, auch die Fichte zählt gut und gerne 200 Arten. Hinzu kom­men unzählige Pilzarten, Schlaf- und Nistplätze für Fledermäu­se und Vögel, Spechte und Säugetiere.

Hohe Vorräte am toten Holz haben direkte Einflüsse auf die Bo­denentwicklung, den Wasserhaushalt, das Mikroklima und den Stoffkreislauf. Gerade die seltenen Arten sind Bewohner vermo­dernden Starkholzes. Je höher die Vielfalt der angebotenen Ha­bitate, desto besser: Stehendes und liegendes Starkholz, Stub­ben, Äste, ganze Kronen. Jeder der Spezialisten findet seine Ökonische.

Natürlich sind dem Waldbewirtschafter Grenzen gesetzt. Aber meistens lassen sich auch hier Ökonomie und Ökologie gut ver­binden. Z. B. eine vom Blitz getroffene Buche ist für den Säge­werker unverwertbar. Die Krone einer Starkeiche ist auch an ei­nen Spanplattenhersteller nicht verkaufen.

Aber auch der Privatmann kann viel tun und dabei in der Beob­achtung der Naturereignisse viel Freude haben:

- Verwenden Sie unimprägnierte Pfähle und Holz, wo nur

möglich!

- Lassen Sie abgestorbene Ostbäume stehen !

- Pflanzen Sie lebende Zäune aus Hainbuche, Weide und Birke! Lassen Sie einen Tfeil des Rückschnitts in der Hecke liegen ! Bei diesem Vorgehen können die berechtigten Forderungen des Naturschutzes ohne hohen Kostenaufwand erbracht werden.

Revierförster Klein

Förderrichtlinien Wasserwirtschaft

Mit der Broschüre »Die neuen Förderrichtlinien der Wasserwirt­schaftsverwaltung» stellt das rheinland-pfälzische Umweltmi­nisterium einen Ratgeber für jeden Kommunalpolitiker und für in der Wasserwirtschaft Tätige bereit, um die neu gefaßten För­derrichtlinien für die Wasserversorgung und Abwasserbeseiti­gung in Rheinland-Pfalz zu verdeutlichen. Die Broschüre infor miert mit 19 Fragenund Antwortenzum Beispiel über die Neue­rungen der Fördersätze, Fördervoraussetzungen, Anmel­dung/Verfahren und Beratungsmöglichkeiten.

Sie ist auch auf Anfrage beim Umweltministerium, Pressestelle, Kaiser-Friedrich-Str. 7, 6500 Manz, Tbl. 06131/164645, Fax 164649, erhältlich.

Nr. 12/93

Teerhaltige Straßenbaustoffe

Die Fakultät für Bauingenieurwesen der Universität Bochum hat die Umweltverträglich eines aus Asphaltgranulat mit teer­haltigen Bindemitteln gefertigten Pflastersteins einer Krefel- der Firma getestet.

Die PAK-Auslaugung (Polycycyclische Aromatische Kohlen­wasserstoffe) erreichte lediglich ein Sechzigtel des vorgeschrie­benen Grenzwerts, eine Phenolauslaugung konnten die Wissen­schaftler nicht feststellen. Teerhaltige Straßenbaustoffe wer- ' denzwar seit Endeder 70er Jahrenicht mehr verwendet werden, viele Tfeerdecken haben jedoch mittlerweile das Ende ihrer Le­bensdauer erreicht. Viele Städte und Gemeinden haben daher Probleme, diesen Sondermüll, der krebserregende PAKs ent­hält, loszuwerden.

Ruhr-Universität Bochum, Pressestelle, Postfach 102148,

4630 Bochum 1, Tbl. 0234/700-2830,-2930, Fax 7094-136.

Stromsparen bei der Heizung

Sie führen ein unbeachtetes Dasein - die Zirkulationspumpen in Heizungsanlagen. Dabei sollte der Stromverbrauch dieser un­auffälligen Geräte nicht unterschätzt werden. Dadurch, daß sie während der Heizperiode in der Regel rund um die Uhr laufen, kommen einige Kilowatt zusammen. 150 bis 250 Mark allein für den Stromverbrauch der Heizung sind nicht ungewöhnlich. Vor allem ältere Pumpen sind häufig überdimensioniert oder falsch eingestellt. Diese falsche Dimensionierung kann auch die Ursa­che störender Geräusche am Heizungsnetz sein. Hier einige Tips, wie Sie Ihren Geldbeutel und die Umwelt schonen könnea

- Fragen Sie vor allen Veränderungen an der Heizanlage Ihren

Heizungsfachmann. Durch unsachgemäße Manipulationen kann die Durchflußmenge zu gering werdea Dies gilt besonders ' für Gasthermen. '

- Wenn Sie eine von Hand regelbare Pumpe haben, fragen Sie ih­ren Heizungsinstallateur, ob eine niedrige Drehzahl eingestellt werden kana

- Achten Sie außerhalb der Heizperiode darauf, daß nicht nur die Heizung, sondern auch die Heizungspumpe abgeschaltet ist.

- Auch ältere Heizungsanlagen kommen häufig mit einer kleine- , ren Pumpe aus. Lassen Sie von Ihrem Heizungsinstallateur überprüfen, ob eine kleinere Pumpe eingebaut werden kana ' Dies gilt vor allem dann, wenn die alte Pumpe defekt ist.

- Soll eine neue Pumpe eingebaut werden, wählen Sie eine mit elektronischer Regelung. Diese passen sich selbständig an den jeweiligen Betriebszustand der Anlage aa Dadurch können auch hydraulische Probleme beseitigt werden, und dadurch ent­stehende Geräusche werden vermindert. Die Mehrkosten ma­chen sich in wenigen Jahren bezahlt.

- Achten Sie beim Neubau Ihres Hauses oder beim Einbau einer neuen Heizung auf die sorgfältige Planung des Heizungsnetzes. Dadurch kann die notwendige Pumpenleistung reduziert wer- - den.

- Achten Sie beim Neukau einer Heizung auch auf den Stromver­brauch. Gerade bei modernen Brennwertgeräten kann der ' Stromverbrauch durch den Einsatz von starken Pumpen und , Lüftern ansteigen.

Deponie- und Klärgas

In modernen Deponien wird der Müll zur Volumenreduzierung stark verdichtet und damit luftundurchlässig, so daß eine anal- robe mikrobiologische Zersetzung der organischen Müllbe-, standteile einsetzt. Dabei entsteht über mehrere Jahrzehnte hinweg brennbares Deponiegas, das zu 60 Prozent aus Methan und zu 40 Prozent aus Kohlendioxid besteht. Außerdem enthält es schädliche Spurenelemente wie beispielsweise Schwefelwas- serstoff oder fluorierte Chlorkohlenwasserstoffe (FCKW). Das Deponiegas entweicht aus dem Müllkörper, was zu Geruchsbe­lästigungen, lokalen Vegetationsschäden und einer Verstär­kung des TVeibhauseffekts führt. Schließlich ist CH4 32mal schädlicher als CÖ2 i außerdem können sich explosive Gas- Luft-Gemische bilden. Deshalb ist der Deponiebetreiber heute durch Auflagen verpflichtet, das entstehende Gas zu erfassen > und zu entsorgen. Dazu gibt es verschiedene Techniken. Auch bei der biologischen Abwasserbehandlung in Kläranlagen ent­stehen während der Schlammstabilisierung brennbare Gase.