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Montabaur

Nr. 10/92

ICH MACHE MIT

UMWELTSCHUTZ IM WESTERWALDKREIS

Der Müll verschlingt jährlich Millionen

In die Kreismttlldeponien wird in den nächsten Jahren kräftig investiert

Die Beseitigung des täglichen Mülls verschlingt jährlich enorme Summen. So wird der Westerwald­kreis für die bei­den Deponien Meudt und Ren­nerod in den kom­menden fünf Jah­ren über 95 Mil­honen Mark inve­stieren. Diese Zahl nannte der Erste Beigeordnete des Westerwaldkrei­ses, Klaus Kno­che vor der Presse

So sind im laufenden Jahr rund 9,8 Milhonen Mark für den Aus­bau der Deponie Meudt eingeplant. Für Meudt erwarten dieEx- perten eine Restlaufzeit von knapp zehn Jahren. Im kommen­den Jahr soll mit der Erweiterung und Sanierung der Deponie Rennerod begonnen werden. Die geschätzten Kosten belaufen sich allein für 1993 auf 17,8 Millionen Mark. Nach Angaben Knoches reicht die Aufnahmekapazität der Deponie nach ihrer Erweiterung voraussichthch bis weit ins nächste Jahrhundert.

»Wegen der langen Genehmigungs- und Planungsphase müssen wir uns trotzdem jetzt schon Gedanken um einen neuen Depo­niestandort machen. Für die Standortsuche und die damit ver­bundenen Gutachten, Bohrungen usw. sind im nächsten Jahr zwei Milhonen Mark veranschlagt«, sagt Knoche.

Begründet werden die enorm gestiegenen Kosten für die Ein­richtungneuer Deponieflächen hauptsächlich mit den sich dau­ernd verschärfenden gesetzhchen Vorschriften.

In den 70er Jahren sei zum Beispiel eine Basisabdichtung, mit der das Grundwasser vor dem Sickerwasser der Deponie ge­schützt wird, überhaupt nicht vorgeschrieben gewesen. Ein Loch mit einer natürlichen TbnschiCht habe damals nach Stand der Tfechnik ausgereicht.

Mittlerweile sei man bei einer sechsfachen, jeweils 25 Zentime­ter starken und verfestigten wasserundurchlässigen Ibnschicht angelangt, die noch mit einer Spezialfohe abgedeckt werden muß. Schon allein die Folie koste pro Quadratmeter 200 Mark. »Wenn Hann noch eine Sickerwasseraufbereitungs- und Entga- sungsanlage hinzukommen, weiß man ungefähr, wohin die Müll­gebühren fließen«, betont Knoche.

Obwohl die Gebühren seit J ahresbeginn zwischen 11 und 14 Pro­zent gestiegen seien, läge der Westerwaldkreis im Vergleich mit den übrigen rheinland-pfälzischen Kreisen noch immer im unte­ren Drittel der Gebührenskala. »Man muß sich das doch einmal klarmachen: Jeder im Kreis, ob groß oder klein, produziert im J ahr fast 400 Kilogramm Müll. Man stelle sich vor, jeder - bei ei­ner vierköpfigen Familie sind das 1,6 Tünnen im J ahr - müßte sei­nen Müll selbst irgendwo vergraben, verbrennen oder sonstwie loswerden. Die Westerwaldkreis-Abfallbeseitigung erledigt das für etwas mehr als drei Mark für die Entleerung einer 240-Liter- Tbnne und bei einem 3-Personen-Haushalt für 198,00 Mark im J ahr. In diesem Preis sind noch die Leistungen wie Sperrmüll-, Problemabfall-, Grünschnitt- und Schrott-Abfuhr enthalten.«

Auf den möglichen Vorteil einer Privatisierung der kreiseigenen Abfallbeseitigung angesprochen, meint der Beigeordnete: »Die kürzlich vorgenommene Analyse eines unabhängigen Wirt­schaftsprüfers ergab eindeutig, daß bei uns das Preis-/Lei- stungsverhältnis gut ist. Wir arbeiten für den Bürger weitaus günstiger als Kommunen, die sich mit einem privaten Abfallent- sorger zusammentun.« Außerdem sei die Zahl der Abfallentsor- ger auf einige wenige ganz große Firmen geschrumpft, bei denen die Gefahr besteht, daß sie die Preise diktieren. Mittelständi­sche Abfallentsorger gäbeeskaumnoch, und ein Wettbewerb sei nicht mehr vorhanden.

Der erste Kreisbeigeordnete Klaus Knoche (zweiter von rechts) ist seit Jahresbeginn für die Abfallbeseitigung des Westerwaldkreises zu­ständig.

Seit Jahresbeginn wichtig:

Metallschrott vom Sperrmüll trennen

Hinweise auf der Rückseite des Müllkalenders unbedingt beachten

Der Sperrmüll von heute ist nicht mehr der Sperrmüll von ge­stern bzw. des vergangenen Jahres. Diese Erfahrungen mußten einige Bürger machen, als ihr mühevoll auf die Straße geschlepp­ter Sperrmüll nur teilweise oder gar nicht mitgenommen wurde. Der Grund: seit Jahresbeginn wird Metall, sogenannter Wert­stoffschrott, gesondert abgefahren und einer Wiederverwer­tung zugeführt. Die Tfermine sind im Müllkalender, der über die Mitteilungsblätter in alle Haushalte verteilt wurde, zu entneh­men. Auch sonst gab es einige wichtige Änderungen bei der Ab­fallbeseitigung, die alle auf der Rückseite des Müllkalenders aufgeführt sind. Hier noch einmal die neuen Bestimmungen: Sperrmüll sind: Möbelteile, Matratzen, Tteppiche, Fernsehgerä­te, Lampen, Hausrat (all das, was nicht in die grüne Tbnne paßt). Kein Sperrmüll sind: Abfallsäcke, gefüllte Kartons, Grünabfäl­le, Reifen, Herde, Waschmaschinen, Geschirrspülautomaten, Kühlschränke und sonstige sperrige Metallteile. Auch alles, was von der Größe her gesehen in die graue Tbnne paßt, wird beim Sperrmüll nicht mehr mitgenommen.

Wertstoffschrott ist: Waschmaschinen, Geschirrspülmaschi­nen, Fahrräder, Metallbettgestelle. Kurz: alle sperrigen Metall- teile.

Kühlschränke und Gefriergeräte: werden bei Ihnen vor Ort nach Anruf (02602/68060) kostenlos abgeholt und dann umwelt­freundlich entsorgt.

Sperrmüllteile dürfen nicht schwerer als 50 Kilogramm sein, denn man sollte es den Müllwerkem nicht schwerer als nötig ma­chen. Außerdem sollte die Länge von starren Tfeilen 1,70 mnicht überschreiten, da dies der Breite der E infüllöf fnung an den Fahr­zeugen entspricht.

Bei weiteren Fragen wenden Sie sich an die Abfallberaterin des Westerwaldkreises Abfallbeseitigung, Irene Kirst-Melcher, TteL 02602/68060.

VERLAG

WITTICH

WesterwalcHcreis

Eine gemeinsame Informationsaktion des Verlages Linus Wittich und der

Kreisverwaltung Westerwald