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gath. Bildungswerk Westerwald
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' i sagen und zeigen es Ihnen, ur Paare und einzelne Tbilnel
November bis 18. Dezember 1990, jeweils dienstags Jijijj in Montabaur, Kath. Bezirksamt, jrzahl: 8 bis 10 Personen.
jfgebühr: 30,00 DM pro Person und für die 6 Abende. ^„„»(Informationen bei den Kursleiterinnen:
Ser, Tbl- 02602/5881 aKalb-Steudter, Tbl. 02602/8408.
Kath. Rentamt Montabaur nacben, Feuerspucken und Jonglieren im Kombipaket
jinKirchähr statt. Nähere Information und Anmeldungbis loveniber beim Kath. Rentamt, Auf demKalk 11,5430Mon- ur, Ibl- 02602/2061. Unkostenbeitrag28,00 DM. Mindestal- ;j Jahre,
“Bücherei-Info”
iAfrika - ein faszinierender Kontinent
L der Stadtbücherei Montabaur:
gjonntes Afrika: Völker und Kulturen zwischen Höchste und Ozean am Horn von Afrika« ist ein außerge- jicher Bildband von Carol Beckwith und Angela Fisher, lora von Afrika erweist sich als wahrer Mikrokosmos afri- ;her Lebensformen, der die maßgeblichen Entwicklungsäder Menschheit sichtbar werden läßt.
■imBanne eines Kontinentes« von Renb Gordon zeigt
! itur, Völker und Kulturen in Nord-, West-, Ost- und Süd-
tt die Elefanten Afrikas« (Herausgegeben von Vitus B. rerlinformiert in Tbst und Bild über die afrikanischen Ele- n,ilnren Lebensraum und das Problem ihrer existenziellen
eben Könige« von Mary Cable zeigt die schönsten stbehüteten Schätze der afrikanischen Könige, u Von Kairo bis Kapstadt« ist ein Lexikon zu allen Staa- frikas. Es beschreibt die Landesnatur, das politische Sy- " ivölkerung, Wirtschaft, Geschichte, Kultur und Reise- Ationen.
e Bücher - und viele andere - können für 3 Wochen ko- sausgeliehen werden.
jigszeiten der StadtbUcherei Montabaur:
. 16.00 bis 18.30 Uhr
ftag und Donnerstag. 15.00 bis 18.00 Uhr
. 10.00 bis 12.00 Uhr.
Annäherungen an das
700jährige Montabaur
(1291 bis 1991)
ptltutionen der Bürger Montabaurs im Schatten des Schlosses und des Rathauses (1) Das Heiligen Geist Hospital
»Die Stiftung Hospitalfonds der Stadt Montabaur stellt zum 1. Januar 1991 zwei staatlich geprüfte Altenpfleger/innen ein« (1) - So heißt es in einer Stellenanzeige, die gewiß einigen neu Ausgebildeten oder Erfahrenen im Pflegeberuf Anstoß zur Bewerbung sein wird. Bestimmt nicht wird ihnen jene Urkunde von 1353 bekannt sein, mit der das Heiligen Geist Hospital in Montabaur - das dem oben ge- ElT'DTftECllTF I nannten Fonds finanzielle Basis und Na- ' 1 men gab - seine belegbare Geschichte beginnt.
»In diesem Jahrte stiftete Richwin Wigand --zur Ehre Gottes
der Jungfrau Maria und aller Heiligen für das Seelenheil des ter Richolfus in der Hospitalkirche ein ewiges Licht (2) Entstanden war das Hospital und seine Kapelle wohl schon ein Jahrzehnt zuvor. Wenn auch die Stiftungsurkunde fehlt, so läßt sich das ausparallelen Entwicklungen in anderen Städten schließen, die -wie unsere Stadt von Pest, Hunger und daraus resultierender Armut betroffen - Spitäler für Alte, Kranke und auch Arme emnehteten.
Vergleicht man die Entwicklung solcher Häuser in den fränkischen Reichsstädten - es gibt in Rothenburg und Dinkelsbühl 1280, in Windsheim 1318, in Weißenburg 1331 und in Schwein- furt 1346 Spitäler - so nimmt sich unsere Stadt mit der Errichtung eines Spitals in den vierziger J ähren des 14. J ahrhunderts recht fortgeschritten aus. Natürlich hat die Stiftung von 1353
- Richwin ewiges Licht - nicht das Vermögen begründet, das am 21.02.1979 einen »Planentwurf für laufende Betriebsführung von 1,4 Millionen DM« (3) ermöglichte
»Im Mittelalter war es nichts Außergewöhnliches, wenn Eheleute sich von allem Ihn und TVeiben dieser Welt in die Stille eines Hospitals zurückzogen, den Armen alles überließen« (4); doch waren bestimmte Bedingungen mit der Stiftung verbunden. War auch die Lebensweise im Spital fast klösterlich, ein strenges Reglement herrschte, dem sich jeder, ob armer Häusler oder reicher patrizischer Präbend fügen mußte, so zeigt doch der Speiseplan für Herrenpfründner im Spital zu Dinkelsbühl eine Speisefolge, die jedenfalls eventuellen armen Insassen nicht zukam:«
- morgens Kalbskopf, 1/4 Suppenhuhn, Braten; abends 2 Eier, je 1/4 Suppen- oder Brathuhn, Wein genug, dazu das Trinkgeschirr voll Wein zum Mitnehmen.« (5) Ein solch reicher Pfründner brachte dem Stift ja auch beträchtliche Vermögenswerte, so z.B. Hannen von Miehlen, Schöffe, und seine Ehefrau, die am 20.10.1490 Güter, Zinsen und Pachten an das Hospital übergeben,«zu Roppacheinen Hof und3 l/8Malter Korn und3 l/8Mal- ter Hafer, einen Erbzins von 1 Gulden »uff Claiß Kudensoens Erben Haus, uff dem Markt gelegen, zu Potenhain 2 1/2 Malter Korn und 3 2/8 Malter Hafer, einen Erbzins von 30 Weißpfennigen auf eine Wiese zu Staudt, die mit 30 Gulden abzulösen wären, eine neues in der Spitalgasse zu Montabaur gelegenes H aus, 200 Gulden bares Geldund viel Hausrat.« (6) - Über die600 J ahre seines Bestehens hat das Heiligen Geist Spital viele solcher Stifter gehabt, die ein friedliches Leben und Pflege im Alter gegen den Besitz an Hab und Gut eintauschten.
Beim Lesen der Satzung des Hospitalfonds vom 23.10.1952 erfährt man, daß bis heute »der Hospitalfonds... eine selbständige Stiftung bürgerlichen Rechts ist,« die der Verwaltung der Stadt Montabaur untersteht.« (7) • Wie stand es in den vergangenen Jahrhunderten mit der Selbständigkeit und Administration ? - Vom 14. Jahrhundert bis ins erste Viertel des 18. Jahrhunderts habe sich der kurfürstliche Erzbischof und der Rat der Stadt in die Verwaltung des Stiftes geteilt, wobei zumindest de jure den Anordnungen des Kurfürsten größeres Gewicht zukam, setzte er doch z.B. 1357 den Johannes de Anre (von Kirchähr) zum Leiter des Hospitals zu Montabaur ein«. (8) Auch gab er Hospitalverordnungen als »Ordinarius und lantsfürst« (9), die das Leben und die Verwaltung im Hospital regelten. Doch das alles nur »uff Begierde (Begehr) und mit raede (Rat) und willen unser lieben geruwen (getreuen) Scholtheiß, Bürgermeister, scheffen (Schöffen) und raede (Stadtrat) unser Statt Montha- bur.« (10)
Wer das tatsächliche Gewicht in der Verwaltung des Hospitals hatte, zeigte sich ab 1729, als der Kurfürst den Eintritt neuer Pfründner in das Hospital selbst entscheiden wollte, jedoch noch 1746 der Stadtrat diesen Zentralisierungsbemühungen des Fürsten widerstand, auch später die Mitentscheidungnicht aufgab. (11)
Zwar unter Verlusten - Gebäude, Liegenschaften und ein Großteil des Barvermögens gingen verloren - ist das Heiligen Geist Hospital bis in unsere Zeit tätiggeblieben. Sichtbarer Ausdruck seines Wirkens ist das neue Altersheim auf der Alberthöhe, das ab 1966 erbaut wurde und von Schwestern der Armen Dienstmägde Christi von Dernbach betreut wird, die zuvor schon - seit 1855 - das alte Hospital versorgt hatten. - Auch dieses alte Haus an Hospitalgasse und dem heutigen Konrad-Adenauer-Platz war nicht das erste Hospitalgebäude, das erste Hospitalhat hinter dem ’red lewe“, dem alten Rathaus, gestanden und fiel 1534 dem großen Stadtbrand zum Opfer. An dieser Stelle entstand auch das 'neue* Spital, das dann 1660 zum Franziskanerkloster wurde, die dafür das gegenüberliegende Stadtbrauhaus zum Hospital ausbauen ließen. Bis zum Abriß dieses Gebäudes nach dem Zweiten Weltkrieg fanden hier auch die alten Armen der Stadt Aufnahme und Pflege.

