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Schulanfang ■ Lesen lernen
der die gerade Lesen gelernt haben, hat die Stadtbüche- «ntabaur Lesebilderbücher und Bücher in Großdruck und Tjschrtft. Mit diesen lustigen und spannenden Geschieh- I ^nnen Kinder spielerisch ihre Lesefertigkeiten üben und im Lesen bekommen.
itern gibt es einen »Eltemratgeber« Schulanfang mit vie- 'ormationen über die Einschulungund den Anf angsunter-
ricl1 - • jhe der Bücher ist kostenlos.
hungszeiten der Stadtbücherei Montabaur
~. 16.00 bis 18.30 Uhr
aeund Donnerstag . 16.00 bis 18.00 Uhr
Samstag. 10.00 bis 120011111
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MONTABAUR”
Notizen aus der Stadtratssitzung vom 08. August 1990
folgende Tagesordnungspunkte wurde in der letzten Sitzes Stadtrates Montabaur beraten:
rttndung einer Städtepartnerschaft mit der Stadt _/DDR
fl fSK/iani bereits in den vergangenen Monaten Kontakte mit der äferent Stadtliebnitz geknüpft wurden und man sich durch gegenseitig n ffgj pirhfl von Delegationen näher kam, stand nun die Beschlußfassung über die Begründung der offiziellen Partner- sshaft zwischen der Stadt Sebnitz und der Stadt Montabaur an. Dem Stadtrat lag der Entwurf der Partnerschaftsurkunde vor, derTIgeits schon von der Stadt Sebnitz so beschlossen wurde. Aßeim Stadtrat vertretenen Fraktionen begrüßten die Begrün- j gflar Städtepartnerschaft mit Sebnitz und wünschten sich die Zukunft, daß die Bürger beider Städte diese Partner- it Leben erfüllen.
nerschaftsverhältnis soll durch die Unterzeichnung nerschaftsurkunden anläßlich des bevorstehenden artnerschaftsjubiläums am Samstag, 18. August 1990, lt werden.
idtrat stimmte dem Tfext der Urkunde einstimmig zu.
Entwicklung - Städtepartnerschaftsjubiläum
_imigung von überplanmäßigen Ausgaben)
Dün Stadtrat lag zu diesem Tagesordnungspunkt eine Koste- uaufstellimg über den aktuellen Kostenstand des Städtepart- er a mn ^acBaftsjubiläums vor. Die Kosten belaufen sich auf etwa £.000 DM. Der Haushaltsansatz »Pflege der partnerschaftli- , 5430 Mr* n Beziehungen« erhöhe sich um etwa 30.000 DM. Diese Informationen wurden zustimmend zur Kenntnis genoimnen.
^ Annäherungen an die 700jährige £ta * - Stadt Montabaur (1291 bis 1991)
Mauern, Türme, Tore: Der Wolfsturm
Es ist unzweifelhaft der größte und auch in Hinsicht auf seine Bauweise auffälligste unter den noch als solche erkennbaren Türmen des Mauergürtels um unsere Stadt. Recht eigenwillig ist seine Bauweise: > Auf einem dreiviertelrunden Sockel, der in etwa Mauerkronenhöhe abschließt, erheben sich zwei Stockwerke sechsseitig zu einer Gesamthöhe von circa 20 m bis zum D achgeschoß. Ob diese eigenartige Wehrarchitektur lediglich eine ästhetische Funktion (1) hatte, wie es für die mittelalterliche Stadt als Darstellung ihres landständischen Selbstbewußtseins durchaus denkbar
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wäre, oder einer wehrtechnischen Aufgabe entsprach, müßte noch untersucht werden. Auch sein Name - der vielleicht nicht der ursprüngliche ist - reiht sich nicht in die übli-* che Namensgebung ein. Im Gegensatz zu den anderen TUrmna- men, deren Wahl zufriedenstellender zu erklären ist - der ‘Eulers-, Torrn“ z.B. steht in Richtung der Straße, die in die. 'Euler-Region* führt, (2) ins Kannenbäckerland -' läßt uns der
Name 'Wolfsturm* zweifeln: - Meint dieser Name das bekannte »Raubthier..., welches einem großen, starken Hunde gleicht (Ca- nis Lupus L)« (3), wie Campes Wörterbuch von 1811 erläutert ? Zwar weisen Forst-Akten von 1818 bis 1820 darauf hin, daß auch noch zu dieser Zeit die Wölfe eine Plage für Land und Stadt geblieben sind, (4) doch hat von daher eine unmittelbare Übertragung des Raubtiemamens auf das Befestigungswerk keinen ausreichenden Grund. Im selben alten Wörterbuch ist ‘Wolf*
»ein von dem vorigen ganz verschiedenes Wort. Es bedeutet.
ein dickes starkes Ding, in mehreren Fällen«, die Hann aufgezählt werden (Dachbalken, Rammklotz etc.). Der Bezug zu der starken Wehranlage ist hier schon eher herzustellen. Sollte jedoch der Gebrauch dieses Namens sehr alt sein (im Jahre 1631 wird der Wolfsturm im Zusammenhang mit Ereignissen genannt, auf die später eingegangen wird), dann erscheint mir der allegorische Gebrauch des Raubtiemamens im Mittelaler (6) am treffendsten.
’Wolf‘ meint zu dieser Zeit den ’merkaere*, den 'Aufpasser', das 'Merken* ist das ’Achtgeben* und 'Beobachten*. Eine Funktion des TUrrnes, die des Wächters, ist also auf diese Weise durch die Namensgebung benannt.
Die Aufgabe, wachsam zu sein, hat der Türm sowohl äußeren wie auch 'inneren* Feinden gegenüber wahrgenommen. Er war z.B. 1676 Gefängnis für eine Anzahl Franzosen, die im Holländischen Krieg (6) von Reichstruppen gefangen genommen wurden. In den Jahren zwischen 1628 bis 1631 war er unseliges Verlies für Bürger der Stadt, ihre Frauen und Kinder. Sie waren, wie ihre Mitbürger glaubten oder wollten, der 'innere* Feind; begingen sie doch ein Verbrechen, daß seit 1487 (7) genau definiert worden war: »Es bestand aus dem Pakt mit dem Tfeufel, der 'Buhlschaft* mit dem Tfeufel, der Ausübung des Schadenszaubers, dem’Hexenflug* undschließlichderIbilnahme am 'Hexensabbat*, der Versammlung der Hexen. (8) Martinus Neu berich- * tet in seinen 'Merckwürdigkeiten von der Stadt Monthabaur* (9), daß 1628 vom September an bis 1631 den 10. Juli., hier ein ’ schröckbare Hexeninquisition gehalten (winde), hier alle 14 Tag wurden etliche hingerichtet. Weil man Thüra zu wenig hatte, wurden einige Bogen an der Stadtmauer am Wölfsturm zugemauert und für Türme eingerichtet. Bei 81 Männer und Weiber, . Eltern mit ihren Töchtern winden binnen dieser bald dreijährigen Zeit justificieret und hingerichtet.... Weil man aber zu weit kam und viele aus Neid und Bosheit angegeben wurden, ist eine gesicherte und bessere Inquisitionsordnung (10) vom Kurfürsten vorgeschrieben worden, wonach viele unschuldig befunden wurden und fürs künftige derlei durchgehens schlecht gegrün-. dete oder gar abergläubige Hexenprozeduren eingestellet wurden.« (9)
Wie wir sehen, steht der Wolfsturm auch als Wahrzeichen für eine Zeit, in der Krieg, Hunger, Seuchen und Tbd zu .einem Geflecht wurden, in welches der Mensch verstrickt war, aus dem er sich mit Aggressionen zu lösen trachtete.
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