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Montabaur
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dynastischen Linien hinein, mauserten sich schließlich 1806 zu herzoglicher Würde; und die Herzoge von Nassau überstanden die »Befreiungskriege« (1813) und die Neuordnung der europäischen und deutschen Staatenwelt, auch wenn sieihreErhebung zu Herzogen Napoleon verdankt hatten.
Dem Hause »Grandry« hatte das zunächst einen Verlust an Schülern gebracht (1800 hatte der Magistrat das »halbe Schu- haus an Bürger vermietet«, (l)und 1806 war nur noch der Jahrgang der lateinischen ABC-Schützen übriggeblieben). Doch der Magistrat unserer Stadt erreichte es schließlich auch bei dem nassauischen Regime, daß dem Hause »Grandry« die Schüler erhalten blieben, denn 1806 begann hier der Unterricht nach nas- sauischem Lehrplan, und so vernahm das Haus zunehmend vertraute Klänge, denn Französisch war »mit Rücksicht auf die damalige politische Lage und die Confinitas mit Frankreich« obligatorisch. (2) Reichlich sechs Jahre später allerdings, 1813, verweigerten die älteren Schüler das Erlernen des Französischen, da es nicht nur die Sprache war, die auch im Westerwald Hoffnungen auf mögliche Freiheiten geweckt hatte, sondern auch die der ständigen Konskriptionen für die Revolutionsarmeen; auch »unter N apoleon« war die Revolution »den Krieg nicht losgeworden:'«. (3)
Wenn auch linksrheinisch alte Privilegien von Adel und Kirche abgeschafft wurden, der Bürger mehr Möglichkeiten erhalten hatte, Besitz zu erwerben, so sahen die Montabaurer andererseits den »latenten Kolonialismus« (4) der französischen Herrschaft drüben im ehemaligen Oberstift. - Das Schulhaus »Grandry« verlor fast alle Schüler der Oberstufe, als die herzoglich- nassauische Regierung 1813 nach der Schlacht bei Leipzig sich aus dem Bündnis mit dem napoleonischen Frankreich löste; anstellephilosophischer Studien folgten die jungen Leute den Aufrufen anderer junger Leute, - »Frisch auf mein Volk! Die Flammenzeichen rauchen...«(5) - in den Kampf gegen die napoleoni- sche Fremdherrschaft.
Die Vereinigung der verschiedenen Linien des fürstlichen Hauses Nassau führte zu einer weiteren Abwertung Montabaur's: - 1817 wurde der Stadt das Gymnasium genommen; der Magistrat hatte eine durch die herzogliche Regierung geforderte bessere Ausstattung der Schule finanziell nicht tragen können oder wollen. -
Vielleicht wurde schon am 24. März dieses Jahres die Gymnasialbibliothek aus dem Haus »Grandry« getragen, wo schon der Wagen wartete, die Bücher zum Progymnasium nach Hadamar zu fahren. Es wird nicht das letztemal sein, daß das historische Erbe der Stadt - hier verdinglicht in alten Folianten - im wahrsten Sinne des Wortes aus dem Hause - dem Hause »Grandry« - getragen wird.
Das Haus aber bleibt im Schuldienst: - 1840 sprechen wieder Lehrer und Schüler französisch in seinen Räumen, denn die neu begründete »Nassauische Realschule« hat Französisch als verbindliche Fremdsprache. Als sich aber der Herzog von Nassau 1866 in der Auseinandersetzung um die Führungsrolle in Deutschland zwischen Preußen und Österreich für die Verliererseite entscheidet und darüber das Herzogtum preußisch wird, gelingt in Montabaur die Wiederbegründung eines Gymnasiums. Als Progymnasium aber etabliert es sich in der 1838 neu erbauten Volksschule (dem heutigen Finanzamt, alter Bau). - Das Haus »Grandry« nimmt im Austausch dafür die Schüler der Volksschule auf; und es bleibt auch die ‘ahl Schuß' bis 1928/29, wenn auch der Volksschule weitere Gebäude errichtet werden (zunächst gegenüber der evangelischen Kirche und später an der Gelbachstraße).
Dieses letztgenannte Gebäude bringt das Ende der Schulkarrie- re unseres Hauses, ohne daß es jedoch aus dem öffentlichen Dienst entlassen wird. Im Gegenteil, mm wächst es in eine neue Dimension: - das Haus »Grandry« wird 1930 Museum und beherbergt bis zum Jahre 1966 Thusende Ausstellungsstücke, die von der Geschichte des Westerwaldes erzählen. Aber mit diesem Einstieg ins Museale hat auch der Eigentümer des Hauses gewechselt; - der Rat der Stadt hat das Haus dem Landkreis übereignet, sich damit der Konservierungslast - die Stadt war zu dieser Zeit der Weltwirtschaftskrise in finanzießer Not - begeben, hatte aber nun auch keine wirksamen Einspruchsmöglichkeiten mehr, obwohl bei der Übereignung das Haus zum Sitz des Heimatmuseums bestimmt wurde. Daß heute ein Reisebüro im Hause »Grandry« beheimatet ist und in der vorigen Woche den Montabaurer Bürgern Angebote gemacht hat, Aussteßungen in der Bundesrepublik und dem benachbarten Ausland zu besuchen,
läßt uns - bei aller Reiselust - etwas nachdenklich werden. Günter Henkel Stadtarchiv Montabaur
(1) R. Holtz, Geschichte des Montabaurer Gymnasium. In: 1000 Jahre Montabaur, S. 160
(2) Ebenda, S. 162
(3) Wolfgang Hans Stein, Untertan, Citoyen, Staatsbürger. Auswirkungen der französischen Revolution auf den rheiait pfälzischen Raum. Katalog der Landesarchiwerwalti Rheinland-Pfalz, S. 136
(4) Ebenda
(5) Theodor Körner.
Öffnungszeiten des Stadtarchivs für Besucher: montags, mittwochs und freitags von 10.00 bis 12.00 Uhr dienstags und donnerstags von 166.00 bis 18.00 Uhr, 02602/12610.
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Stadtkapelle Montabaur
Die nächste Probe der StadtkapeUe Montabaur findet am Mil woch, dem 7. Februar 1990,19.15 Uhr im Pavillon der Kreisi sikschule (an der Realschule) Montabaur statt.
AUe musikinteressierten Mitbürgerinnen und Mitbürger si recht herzlich eingeladen.
Die Probe findet unter der Leitung von Herrn Wolf gang Lan|| Lehrer an der Kreismusikschule des Westerwaldkreises, statjf
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Kreisverband »Südl. Westerwald« gegründet Der Versammlungsraum im Hotel Stock, Montabaur, war auf den letzten Platz gefüßt. Die Kreisverbandsgründi »Südl. Westerwald« (ehern. Unterwesterwaldkreis) verlief züj und programmgemäß.
Dem Vorstand gehören an:
1. Kreisvorsitzender Heinz Borst, Gackenbach/Dies
2. Kreisvorsitzende Birgit Meffert, Gackenbach/Dies
3. Kreisvorsitzende Maria Nilges, Großholbach Kreisschatzmeister Anette Betzing, Puderbach stellvertr. Schatzm. Christian Kaspar, Hübingen.
In seinem Grundsatzreferat ging der neugewählte Kreisvoi zende auch auf die Situation jenseits der Deutsch-Deut: Grenze ein. Zweierlei sei bei der derzeitigen Entwicklung zu fürchten, 1. gerate die bundesdeutsche Sozialgesetzgebung weiterer ungehemmter Zuzugswelle in ernste Bedrängnis zum 2. werde durch die überbetonte Wiedervereinigungsf die Stellung Gorbatschows in arge Bedrängnis. Somit wai
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