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Nr. 49/89

MONTABAUR

Stadtarchiv Montabaur mit neuer personeller Besetzung

ß err Reinhard Sonnenschein, der das Archiv der Stadt Monta­baur seit 1983 geleitet hat, ist aus dieser Tätigkeit zum 01,11.1989 ausgeschieden. Die Nachfolge hat Herr Oberstu­dienrat a.D. Günter Henkel angetreten. Herr Henkel hat bis zu seiner Pensionierung u.a. Geschichte am Staatl. Mons Täbor- Gymnasium Montabaur unterrichtet und wird seine Ge- scliichtskenntnisse in seine Arbeit als ehrenamtlicher Leiter des Stadtarchivs einbringen. Er wird bei seiner Arbeit unter­stützt von Frau Sabine Hübner, die als Tfeilzeitkraft ab 0 i 01.1990 im Stadtarchiv arbeiten wird. Frau Hübner hat frü­her beim Landeshauptarchiv Rheinland-Pfalz in Koblenz gear­beitet, bringt also gute Vorkenntnisse für ihre Arbeit beim Stadtarchiv Montabaur mit. Mit Blick auf noch zu erledigende Aufbauarbeiten, aber auch wegen der verstärkten Inanspruch- u phrna des Stadtarchivs im Zusammenhang mit dem Stadt jubi- läumim Jahr 1991 hat sich auch Herr Klaus Nebgen, früherer Mitarbeiter der Verbandsgemeindeverwaltung Montabaur be- [ leiterklärt, ehrenamtlich im Stadtarchiv mitzuarbeiten. Herr | Oberstudienrat a.D. Henkel wird neben der Leitung, der Ord­nung des Stadtarchivs und der Beratung der Besucher unter I dem Serien-Titel »Annäherungen an die 700jährige Stadt Mon- ! jabaur -1291 bis 1991« im Wochenblatt der Verbandsgemeinde Beiträge über die Geschichte der Stadt veröffentlichen, um in­teressierten Bürgerinnen und Bürgern der Stadt und des Um­landes Einblicke in die Bedeutung der Stadt im Mittelalter und [im Spätmittelalter sowie in die Bedeutungund Entstehung von [Straßennamen etc. zu vermitteln. Der erste Beitrag aus dieser Reihe mit dem Titel »Straße der Blaukübel« ist der Färberbach- [ Straße gewidmet und in diesem Wochenblatt abgedruckt.

Öffnungszeiten des Stadtarchivs:

[Ab02.01.1990 ist das Stadtarchiv

[ montags, mittwochs und freitags von 8.00 bis 12.00 Uhr und dienstags und donnerstags von 14.30 bis 18.00 Uhr (besetzt und unter der Tfelefon-Nr. 02602/126.210 erreichbar.

Die allgemeinen Öffnungszeiten für Besucher sind:

\ montags, mittwochs und freitags von 10.00 bis 12.00 Uhr und dienstags und donnerstags von 16.00 bis 18.00 Uhr.

[Besondere Tfermine können im Einzelfall vereinbart werden. In der Übergangszeit - also bis zum 02.01.1990 - ist eine Beratung [durch Herrn Henkel möglich. Herr Henkel ist unter der Tfelef on- [Nr. 02602/4385 erreichbar. Es ist auch mögüch, den Kontakt [über den zuständigen Mitarbeiter der Verbandsgemeindever- Iwaltung (Tfelefon: 02602/126.110) -Zimmer Nr. 204 b im Rathaus- |Neubau - herzustellen.

»Annäherungen an die 1700jährige Stadt Montabaur -1291 bis 1991«

(I) Straße der Blaukübel?

[Seitdem 9. Jahrhundert in Deutschland Pflanzungen von Fär- Iberwaid (pflanzlicher Grundstoff für Indigbau). Heute noch [Farberwaid (Isatis tinctoria) verwildert im Rheinland. IFärberbachstraße: - eine Wortkombination, die keine Aufmerk­samkeit erregt, genauso wenig wie die meist unattraktive Häu- feerreihe dieser Straße selbst. Sollte m an sie »Straße« nennen? [Sie führt von der dort recht repäsentativen Fußgängerzone ifirchstraße) in Höhe des Hotels Schlemmer schmal und steil eunter zum Adenauer Platz (eigentlich zur Hospitalstraße; |aber wir orientieren uns ja heute auf Wesentliches: - Banken, Kaufhaus, auf den Dienstleistungsbetrieb der Stadtverwal- ug). Diese bescheidene Gasse verdient wohl die Bezeichnung [Straße« nicht.

Ne Erkundigung im Stadtarchiv - hier werden die Gemar- ngskarten auf bewahrt - ergibt jedoch, daß diese G asse nur ein [Nachlaß« ist. Bis in das vorige Jahrhundert hinein hieß der Pßze Stadtteil, der den mittleren Gebäudekomplex der Kirch- paße bis hinunter zum heute verrohrten Stadtbach einnahm, |Nuf dem Färber bach«, der jenseits des Bachs liegende »Unter Pm Färberbach«. - Die Gasse gewinnt an Format.

N diese Stadtteilsbezeichnungen entstanden, weckte der Na- FMontabaur nicht nur das Bild des Schlosses, das heute den onen die Autobahn Befahrenden lediglich Signal ist, das pnbacher Kreuz oder etwa die Mitte der Bundesrepublik in

der Nord-Süd-Richtung erreicht zu haben. Damals lief nicht der Verkehr größtenteils an unserer Stadt vorbei. Im 14. und 15. Jahrhundert haben in diesem Tteil der Stadt die Wollweber ihre Thche hergestellt und auch gefärbt (Beleg: 1746 verbot die Be­hörde das Waschen von frischgefärbten Tüchern im Bach zum »Tiergarten«, in dem damals Hirsche zum Pläsier des kurfürstli­chen Hofes geschont wurden). - Das »gefärbte Gewand« war ge­genüber dem Grautuch bäuerlicher Produktion Luxusware. Diese Wollweber, die 'Ihchmacher, gaben den spätmittelalterli­chen Städten wirtschaftliche Bedeutung, die über den engeren Einzugsbereich ihres jeweiligen Bannes, Amtes (für unsere Stadt grob gesagt: des Unterwesterwaldes) hinaus reichte Und gerade die »Montapeurer« Thchfabrikanten produzierten Quali­täten, die man nach Frankfurt, Mainz, ja bis Straßburg und Augsburg verkaufen konnte. (Auch das imgefärbte Tüch wurde zumindest »gewalkt«, also strapazierfähiger als das bäuerliche Leinen hergestellt. 1606 besaßen die Wollweber unserer Stadt sogar eine eigene Walkmühle). Die Zahl von fünfhundert Mit­gliedern der Wöllweberzunft wird in einer Urkunde von 1491 ge­nannt, Weber und Färber, die wohl hier »Auf dem Färberbach« oder »Unter dem Färberbach« gearbeitet und gewohnt haben. - Die Färberbachstraße ist alsoeinName, der an Wohlstandin un­serer Stadt im Spätmittelalter erinnert und an ihre Bedeutung. Wenn man bedenkt, daß unter den fränkischen Reichsstädten die Dinkelsbühler Wöllweberzunft 1498 mit etwa 120 Meistern die bedeutendste war, von denen 64 Meister des »gefärbten Ge­wandes« waren, dann wird erst deutlich, welche Bedeutung die fünfhundert Montabaurer Wollweber hatten, die ihr TUch zur Messe nach Frankfurt brachten, wo sie am Verkaufshaus der Wollweber Anteil hatten und dafür jährlich Zins zahlten. Gewiß, heute ist Montabaur auf steigend und bestrebt, eine Rol­le als Mittelzentrum zu spielen; aber auf die überregionalen Wirtschaftsfunktionen unserer Stadt zu einer Zeit, als es noch ein Abenteuer war, seine Interessen in Frankfurt wahrzuneh­men - das Messegeleit bestand 1414 für die »Montapaurer« und Limburger aus 111 Bewaffneten - kann man nur verwundert zu­rückblicken: - Respekt dem alten Montabaur und der Färber­straße. Günter Henkel

Überwachung der Feuerungsanlagen für Gas und flüssige Brennstoffe

Gemäß der Ersten Verordnung zur Durchführung des Bundes- Immissionsschutzgesetzes vom 28.9.1974 (BGBl.) sind Eigen­tümer und Beteiber von Gas- und Ölfeuerungsanlagen ver­pflichtet, durch eine Messung des zuständigen Bezirksschorn­steinfegermeisters feststellen zu lassen, ob die Abgaben den nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz zulässigen Werten entsprechen. Bezirksschomsteinfegermeister Groß wird im Stadtteil Eschelbach mit den Messungen im Januar beginnen. Da die Messung und evtl. Nachmessungen gebührenpflichtig sind, wird empfohlen, die Feuerstätten vorher zu reinigen und ggfls. für eine einwandfreie Brennereinstellung zu sorgen.

Freizeit zwischen den Jahren

Auf die Plätze... fertig... Schluß - ein Jahr geht wieder dem Ende zu und aus diesem Grund lädt das Kath. Jugendamt Westerwald zu einer Freizeit für Jugendliche ab 16 Jahren in der Zeit vom 27.12.89 bis 1.1.90 an die schleswig-holsteinische Nordseeküste ein.

Die läge um den Jahreswechsel werden genutzt, um auf das ver­gangene J ahr zurück-, in uns selbst hinein- und auf das kommen­de Jahr vorauszublicken. Dazu werden thematische Arbeitsein­heiten, Gesprächsrunden, Meditationen und ähnliches angebo- ten.

Daneben besteht aber auch die Möglichkeit zum gemeinsamen Spielen, Radfahren, Musizieren, werkeln und natürlich Silvester feiern. Der Tfeilnehmerbeitrag beträgt 120,-- DM.

Es sind noch einige wenige Plätze frei. Interessenten können sich an das Kath. Jugendamt, Auf dem Kalk 11, 5430 Monta­baur, Tfelefon: 02602/2051 wenden, wo sie genaue Informationen und Anmeldeformulare erhalten.

Gründungsversammlung der Senioren-Union im Bereich des Gemeindeverbandes Montabaur Am Mittwoch, 13. Dezember 1989,15.00 Uhr, findet in Monta­baur, Tfennis-Gaststätte, Weserstr. 4, eine Gründungsversamm- lungder Senioren-Union im Bereich des CDU-Gemeindeverban- des Montabaur statt.

Tagesordnung:

1. Eröffnung und Begrüßung, 2. »Die Bedeutung der Senioren- Union innerhalb der CDU«, Ref.: Ludwig Pfeil, Bezirks- und Kreisvorsitzender der Senioren-Union,