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Nr. 15/89

Auszug

aus der Westerwälder-Zeitung vom > /jpih

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KORDANSICHT

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Der Bagger hatte viel zu tun; entfernt wurde auch die morsch gewordenen Balkenlage im Sälchen: Neun Meter lange Balken, aus einem Stück gewachsen so bauten die Zimmerleu­te im Jahre 1881, als das Haus .Seminarstraße Nr. 4* errichtet wurde. Foto: J.O. Schneider

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iir die Meisterprüfung weiter büffeln

Haus des Handwerks in Montabaur wird umgebaut - Gesamtkosten von 700 000 Mark angesetzt

i- MONTABAUR. Zum Frühlingsanfang stand der Bagger vor der des Hauses Joseph-Kehre in-Straße 4 mit dem klaren Auftrag, nie " liegen, was'hicht 'mehr Benötigt wird. Das war eine ganze Menge, ner, vor aüetri aber zweckmäßiger, soll sich dasHaus des Hand- s zum Herbst hin zeigen. -

jähaftsführer' Erwin Haubrich:Die" 1 Jerung soll uns in die Lage versetzen, re Aufgaben besser zu erfüllen. Dazu reo die Fortbildung im Handwerk, an ligende Anforderungen gestellt wird,

Verbesserung des innerorganisatori- nuAblaufs und schließlich die Schaffung ^rkplätzen.

j Erweiterung betrifft hauptsächlich erteil des Grundstücks, der genügend Rietet. Hier wurde der alte Anbau, der ffientiicben die Bühne beherbergt, ab- |n und der morsche Boden des Säl- I® dem Generationen von angehen- pndwerksmeistem für die Meiste r- büffelten, entfernt Der Saal, noch pdnozeiten, wird gründlich erneuert p mit seinen 50 Sitzplätzen dann wie- »©mgsraum dienen.

An der Längsseite der östlichen Erweite­rung, parallel zur Aula der Joseph-Kehrein- Schule, entstehen im Erdgeschoß zwei Ta­gungsräume, darüber ebenerdig zur Stra­ße neue Bürozimmer. Alle bisherigen Bü­roräume im Altbau werden künftig Tagun­gen und der Nachwuchsschulung dienen; sie sind durch den bisherigen Hauseingang zu erreichen. Ein zweiter, im Hof links geschaf­fener Eingang führt in den neuen Bürotrakt Das derzeitige Büro des Geschäftsführers wird zukünftig auch als Tagungs- oder Sit­zungsraum dienen.

Der An- und Umbau betrifft rund 1250 Kubikmeter umbauten Raums. Die Planun­gen sehen vor, daß die Baumaßnahmen, nicht zuletzt wegen der jeweils im Herbst einsetzenden Vorbereitungskurse auf die

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Meisterprüfung, bis Ende September abgejj : schlossen sind. };

* Die Kosten belaufen sich auf rund 700 00 5 Mark und schließen Außenanlagen und Einjj 3 richtungsgegenstände für die Tagungsräutj me ein. Sie werden von der Kreishändwer|i kerschaft Westerwald, ihren angesehlosse» nen Innungen und von der H andwe rkskam mer Koblenz, die Zuschüsse leistet getra gen. Auch die Aufnahme von Krediten is erforderlich. Das einzelne Innungsmitgliedp so Kreishandwerksmeister Paul Lamboy (MdL) aus Stockum-Püschen, werde durc| die Maßnahmen finanziell nicht belastet Der Entwurf für die Erweiterung de Hauses, dessen Eigentümerin bis zum Jahr 1938 die damalige Casinogesellschaft Mor»' tabaur gewesen war, wurde von einem Aal chitekten aus Ransbach-Baumbach ge schaffen. Die ümbauphase sei naturgemäß mit Behinderung der Arbeit in den Bürcl j verbunden, sagte Erwin Haubrich, doc;j:' werde alles versucht dies die Besucher dd^ Handwerkerschaft nicht spüren zu lasse:*

£ Geschichte eines Hauses

MONTABAUR. Durch seinen jetzt stattfindenden Umbau macht ein Gebäu­de auf sich aufmerksam, das die Ge­schichte der Stadt in den vergangenen 100 Jahren weniger auffallend, aber den­noch intensiv begleitet hat Die damalige Casinogesellschaft Montabaur nutzte das Haus zuerst. Der Gesellschaft, deren Aufgabe es war, die Geselligkeit der Mit­glieder zu pflegen, Gespräch, Vorträge und Tagungen auf interner Basis zu er­möglichen, gehörten Ärzte, Juristen, Be­amten, Geistliche, Gymnasiallehrer und andere Akademiker der Stadt an. 1938 mußte sich die Casinogesellschaft, die ein ziemlich abgeschirmtes D as ei n l eb t e- 4 und deren-Mitglieder dem Naziregime^ weitestgehend kritisch gegenüber einge- stellt waren,'unter dem Druck der brau­nen.Machthaber auflösen; das Haus wurde von her Kreishandwerkerschaft gekauft 1945 beschlagnahmte es die französische Besatzungsmacht Die Rückgabe des Hauses an die frühere Ei­gentümerin, die ja unter Zwang hatte verkaufen müssen, scheiterte, weil die ehemaligen Casinomitglieder sich nicht mehr zur Wiedergründung einer Casino­gesellschaft verständigen konnten. So bezog die Kreishandwerkerschaft das Gebäude erneut Bei der Renovierung 1984 wurden unter dem Fußboden des Küchenraums Bücher und andere Un­terlagen aus dem Jahre 1942 gefunden, darunter ein antijüdisches Pamphlet aus der NS-Zeit Zeugnis unseliger Ver­gangenheit J.O. Schneider