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bchenblatt

Verbandsgemeinde Montabaur

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ueKung mit öffentlichen Bekanntmachungen der Ortsgemeinden

le"" Daubach, Eitelporn, Gackenbach, Girod, Görgeshausen, Großholbach, Heilberscheid, Heiligen- Hollar Horbach, Hüb'mgen, Kadenbach, Montabaur, Nentershausen, Neuhäusef, Niederelbert, Nomborn, Oberelbert, Ruppach-Goldhausen, Simmern, Stahlhofen, Umershausen,

Jschneudorf

ß der Zweck verbände gemäß i 27 der Gemeindeordnung für Rheinland-Pfalz vom 14. Dezember fn.GVBl S- 419 - in der derzeit gültigen Fassung - und den Bestimmungen der Hauptsalzung.

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FREITAG, 4. November 1988

Nummer 44

Aufruf des Bürgermeisters

bedenken an die Reichskristallnacht am 9. November 1938

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

vor 50 Jahren haben Deutsche ihre jüdischen Mitbürger geschlagen, getreten und angespuckt, ihre Fensterscheiben eingeworfen und ihre Synagogen in Brand gesteckt. Es waren nicht einige wenige Kriminelle, die sich daran beteiligten, sondern es waren viele im Auftrag der damaligen nationalsozialistischen Machthaber, und es waren sozusagen »normale« Bürger.

Sicher haben nicht alle Gewalt angewendet, aber viele haben es gebilligt. Sicher gab es viele, die es nicht gebilligt haben, aber die meisten haben geschwiegen. Und derartiges geschah nicht nur irgendwo, sondern auch in Montabaur!

Am 9. November 1938 wurde die jüdische Synagoge in Montabaur in Flammen gesetzt, jüdische Mitbürger aus ihren Häusern gezerrt und interniert.

Mit dieser sog. Reichskristallnacht begann die systematische Vernichtung der jüdischen Mit­bürger, wurden Menschen in Konzentrationslager verschleppt, Familien auseinandergerissen und Menschen planmäßigermordet. Manche Bürger ahnten damals, daß dieses nicht ohne Fol­gen bleiben werde. Aber viele Bürger konnten sich damals -1938 - noch nicht vorstellen, was die folgenden Jahre unter nationalsozialistischer Herrschaft und Diktatur an beispiellosem Leid vielen Familien bescherte.

Millionen Mitbürger jüdischen Glaubens und jüdischer Nationalität erlitten unsägliches Leid, Kinder, Frauen und Männer fanden auf unvorstellbar grausame Weise den Ibd - wegen ihrer Ras­se und ihres Glaubens.

Dies alles war möglich, weil unsere deutschen Mitbürger sich ideologisch auf Irrwege führen lie- pnaler Größen- und Rassenwahn Unterstützung fand und verbrecherische und skrupellose Parteiführer eine Diktatur er- Agepi die nur wenige Mitbürger Widerstand zu leisten wagten. Einige Mitbürger versuchten heimlich, anderen in Be­im helfen.

[heutige Generation, sind anläßlich des 50. Jahrestages der Reichskristallnacht aufgerufen, der Opfer zu gedenken und in r auf diese Ereignisse zurückzublicken. Unser Bundespräsident hat in den letzten lägen wieder überzeugend und

»svoll dargelegt, daß wir uns dieser Verantwortung nicht entziehen dürfen, sondern uns ihr stellen müssen.

15®* * ** di 0 Mitbürgerinnen und Mitbürger der Stadt Montabaur auf, sich an der Gedenkfeier der Stadt am 9. November ligen. Zusammen mit den Kirchen und den Schulen haben wir folgenden Ablauf festgelegt:

Gedenkfeier

an der ehemaligen jüdischen Synagoge (Wallstraße),

am jüdischen Friedhof (Albertstraße)

Schüler der Berufsbildenden Schulen, der Hauptschule Montabaur, der Realschule und der Waldschule werden «xte zur Besinnung vortragen.

Ökumenischer Gottesdienst der Kath. Kirchengemeinde »St. Peter in Ketten«, der Ev. Kirchengemeinde des Lutherbezirkes und der Ev. Kirchengemeinde des Paulusbezirkes in der Kath. Pfarrkirche »St. Peter in Ketten« Gedenkfeier auf dem Großen Markt mit Ibxtvorträgen von Schülern des Peter-Altmeier-Gymnasiums und des Mons-Thbor-Gymnasiiuns; musikalische Umrahmung: MGV Mendelssohn-Bartholdy nn/hf* 1111611 un< * Mitbürger, wir können durch unsere Teilnahme an dieser Gedenkfeier die schrecklichen Ereignisse und verdrängen, wir wollen aber durch die Erinnerung an die damaligen Ereignisse unseren Beitrag dazu leisten, daß fcEn' DU ^ Serem ^ aa t hm Westerwald, in Montabaur, nie wiederholen darf und unsere Jugend und nachfolgende Generatio- ^grnsse als Mahnung verstehen, die Menschenwürde und Rechte aller Mitbürger zu achten und in Frieden und Freiheit

II uir' Dlü > s i c h an diesen Veranstaltungen zu beteiligen. An dieser Gedenkfeier werden auch mehrere damals vertriebe-

idU ^ ger teilnehmen! gen Grüßen

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