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WT | Montabaur

Seite 27

Nr. 6/87

t as gibt es Gutes

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MJelschiefer hat einen Kalkanteil von unter 1,5 Prozent und ist deshalb sicher vor saurem Regen. Foto: Rathscheck/GP

Moselschiefer hält saurem Regen stand

GE.!Nicht nur Wälder und idyl-

lisdhe Bergseen haben unter dem siuren Regen zu leiden, sondern au$ Dächer und Fassaden, Denk- mj^er und historische Gebäude. Das Bundesforschungsministerium hatjin diesem Zusammenhang vor einigen Monaten ein groß angeleg- tesfbrschungsobjekt zum Thema Baustoff und Bautenschutz initiiert. Bis ^jedoch praktisch umsetzbare Ergebnisse vorliegen, werden noch Jahre vergehen. Was heute bun­desweit festzustellen ist, gehört schon seit Jahrzehnten zur tägli­chen Erfahrung in dicht besiedel­ten} industriellen Ballungsräumen wie zum Beispiel dem Ruhrgebiet. Hier konnte die Baustoffindustrie echte Langzeiterfahrung sammeln. Als besonders widerstandsfähig gegen Säureangriffe hat sich echter Schiefer erwiesen. Im Gegensatz zu den Prüfnormen vieler anderer vergleichbarer Bedachungsmateri­alien unterzieht sich der Schiefer schon seit Jahrzehnten einem ha^en Säuretest. Die Prüfnorm sieht dabei folgende Versuchsan­ordnung vor: Die Probestücke wer­den unter Zimmertemperatur in eif^Glasgefäß aufgehängt und 28 Tage lang den Dämpfen einer 5- prozentigen schwefligen Säure ausgesetzt, die nach 14 Tagen er­neuert wird. Schiefer mit geringem Kalk- und Kohlenstoffanteil über­stehen den Säureangriff-Test ohne

irgendwelche Beeinträchtigung; es schlägt sich allenfalls Schwefel auf der Oberfläche nieder, der jedoch durch einfaches Beregnen abge­waschen wird. Auch nach dem Säuretest weisen die Prüfstücke bei den anderen Prüfversuchen, die in den Schiefemormen vorgesehen sind, wie Biegefestigkeit, Frost- und Tauwechselversuch usw. kei­ne nennenswert abweichenden Er­gebnisse auf. Bei hoch kalkhaltigen Schiefem kommt es dagegen zu Reaktionen. Die Säure wirkt hier dauerhaft ein.

Je höher der Kalkgehalt des Schie­fers, desto stärker sind die Ab­blätterungserscheinungen und das Aufblähen des Schiefers infolge des SäureangrifTes. Der Kalk geht mit der Schwefelsäure eine Ver­bindung ein und verwandelt sich .zu Gips, wobei die ursprünglichen Strukturen des Schiefers aufge­sprengt werden.

Dies erklärt unter anderem auch, warum im Ruhrgebiet traditionell der bewährte Moselschiefer zum Einsatz kommt. Moselschiefer wird heute nur noch in den Gruben Katzenberg und Margareta ge­wonnen, deren Kalkanteil deutlich unter 1,5 Prozent liegt. Auf diese beiden Gruben, die von Rath-- Scheck Schieferbergbau in Mayen/ Eifel betrieben werden, entfallt das Gros der deutschen Schieferpro­duktion.

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