Montabaur
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Aufruf des Präsidenten des Volksbundes der Deutschen Kriegsgräberfürsorge e.V., Herrn Eduard Haßkamp
Im Juni dieses Jahres hat der französische Staatspräsident Francois Mitterrand vor dem Gebeinhaus in Douaumont/Verdun d vor 70 Jahren, im Februar 1916, die Schiachtum Verdun mit ihrem schrecklichen Blutopfer entbrannte, der Opfer dieser Schl a < der beiden Weltkriege überhaupt, gedacht. Zu dieser, wie stets in Frankreich, sehr würdig gestalteten nationalen Feierstunde«! der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge erstmalig offiziell eingeladen worden.
Die Rede des Staatspräsidenten ließ den Grund erkennen. Mitterand meinte, daß das Symbol »Verdun« über die nationale Bqa hinauswachsen und zu einem Symbol deutsch-französischer Verständigung in Freiheit und Frieden werden müsse. Ähnlich« sind von Deutschen und Franzosen schon früher gesprochen worden. Es ist aber ein Unterschied, ob sie ein Staatspräsidenten Stelle und aus diesem Anlaß - oder ein anderer spricht. Vielleicht erfaßt man ihre wahre Bedeutung besser, wenn man versuc vorzustellen, diese Worte -oder wenigstens solche Gedanken - würden der Sowjetunion auf dem Mamaiev-Hügel in Stalingrad Wolgograd-vom sowjetischen Staatspräsidenten ausgesprochen worden sein. Wir alle leben in der Hoffnung, daß auch dies sein wird, auch wenn die Gegenwart uns zweifeln lassen könnte.
Diese unsere Hoffnung ist weder passiv noch tatenlos. Es geschehen sogar viele Taten aus dieser Hoffnung heraus in unsere und in anderen Völkern, auch denen des Ostens.
Viele von Ihnen kennen oder haben selbst teilgenommen an hoffnungsträchtigen Begegnungen und Werken, die der Verstära unter den Völkern dienen sollen. Besondere Bedeutung kommt in dieser Hinsicht den alljährlich vom Volksbund Deutsche Kris berfürsorge ausgerichteten Gedenkfeiern am Volkstrauertag zu, an denen von Anfang an - seit 1922 - nicht nur der gefallen« sehen Soldaten, sondern auch der Gefallenen der ehemaligen Gegner ehrend gedacht wurde. Nach dem 2. Weltkrieg wurden^ hinaus alle anderen Opfer des Krieges und der Gewalt in dieses ehrende Gedenken einbezogen. Dabei haben wir es stets alsveii che und tröstliche Geste empfunden, daß bei diesem gemeinsamen Gedenken an alle Opfer der Kriege und der Gewalt neben j präsentanten unserer ehemaligen Gegner im Westen an den zentralen Gedenkfeiern in Bonn und Berlin fast alljährlich auchdiej nen Repräsentanten des Zentralrats der Juden in Deutschland bzw. der jüdischen Gemeinde Berlin teilnahmen, um gemein« uns aller Opfer von Krieg und Gewalt ehrend zu gedenken. Im letzten Jahr nahm als Ehrengast, neben mehr als sechzig andere] matischen Missionschefs, auch der Botschafter des Staates Israel an der zentralen Gedenkfeier in Bonn teil. j
So ist der Volkstrauertag in Deutschland zum Zeichen der Hoffnung und der Versöhnung im Gedenken an alle Opfer der Kria der Gewalt geworden. Und diese Opfer verlangen, daß wir »im Herzen und im Verstand weise werden«, wie es in der Bibel heißt] Gewalt ist Friede, wie uns die Geschichte aller -nicht zuletzt auch die dereuropäischen Völker - lehrt, wederzu erringen nochaJ zu erhalten. Wir sollten heute unter den Völkern, insbesondere aber auch in unserem eigenen Volke Streitigkeiten von frühernl terführen, sondern bedenken, daß wir, die Lebenden, allem Leid der Vergangenheit nur dann Sinn, ja vielleicht sogar Erfüllu« können, wenn wir endlich untereinander Frieden halten. 1
So möge auch im Jahre 1986 der Volkstrauertag mit dem gemeinsamen ehrenden Gedanken an alle Opfer der Kriege und da uns trotz allem unserem gemeinsamen Ziele, dem dauernden Frieden in Freiheit, näherbringen. |
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Zur Besinnung über den Gräbern findet die Gedenkstunde am
Volkstrauertag auf dem Ehrenhain/Westerwald 1939/45 in Montabaur, an der Friedenstraße, am
Sonntag, dem 16. November 1986, um 17.30 Uhr
statt.
Die Kranzniederlegung erfolgt im Auftrag der Landesregierung. Mitgestaltet wird die Gedenkstunde durch
- die Big Band Boden
- den MGV »Mendelssohn-Bartholdy« Montabaur
- den Ehrenzug der Bundeswehr
- die Freiwillige Feuerwehr Montabaur
- die Fahnenabordnung der Schützengeselischaft »St.Sebastianus« Montabaur.
Wir laden alle Bürgerinnen und Bürger des Westerwaldkreises, besonders die Jugend, zu dieser Veranstaltung ein.
Dr. Paul Possei Dölken Bürgermeister
Volksbundl
Kriegsgräberfifrs
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