Weltmissionssonntag 30. Oktober 1983
Bruder Pius Heinrich Wretsch, Franziskaner aus Geismar/Eichsfeld, kam am 1. Oktober von Beyrouth kommend In Frankfurt/M. an und wurde von seinem Mitbruder und Landsmann Bruder Verecund Heinrich Scheffel aus
pöringsdorf, am Flugplatz abgeholt. f*
Am 6. November 1983 wird in Marienthal die Nachfeier eines seltenen Jubiläums begangen. Br. Pius Wretsch, im Juni 80 Jahre alt geworden, Küster an der Franziskanerkirche in Beirut im Libanon, Mitglied der Fuldaer Franziskanerprovinz, ist in Heimaturlaub gekommen und feiert sein Diamantenes Ordensjubiläum und das Goldene Jubiläum seiner Tätigkeit als Missionar im Heiligen Land. 1923 in den Orden eingetreten, ging er 1933 ins Heilige Land. Dort wurde er an verschiedenen Orten eingesetzt, unter anderem 12 Jahre als Präfekt in einem Seminar, das der Heranbildung der arabischen Jugend diente. Seit 14 Jahren ist er in Beirut, wo die Franziskaner die katholische Pfarrei betreuen. Wer die Berichte über die Kämpfe im Libanon und in der Stadt Beirut verfolgt hat, kann ahnen, wie schwierig für Br. Pius das Leben in dieser Stadt gewesen ist, stets bedroht von Bomben und Granaten, die zum Glück nur vor zwei Jahren einmal Kloster und Kirche trafen. Auch in den neuesten Kämpfen, als die Drusen, bzw. die drusischen Kommunisten, das Christenviertel in Beirut beschossen, kamen die Franziskaner noch einmal glimpflich davon.
Die Franziskaner sind schon seit den Zeiten des Hl. Franziskus im Hl. Land. 1217 wurde ein Klösterchen in Akko gegründet. Nach der Niederlage der Kreuzritter 1291 mußten sie das Land' verlassen und konnten erst nach 44 Jahren wieder die ersten Klöster gründen. Seither sind sie ununterbrochen im Hl. Land, freilich unter größten Schwierigkeiten, die vor allem von seiten der Mohammedanischen Regierung kamen. Daß der Franziskanerorden im Laufe der Jahrhunderte über 1500 Märtyrer im Heiligen Lande zählt, läßt ahnen, wie schwer es war, sich im Lande zu behaupten. Erst seit der Mitte des letzten Jahrhunderts normalisierten sich die Verhältnisse.
Heute ist der Franziskanerorden im Heiligen Land als ''Kustodie" organisiert, an deren Spitze der "Kustos des Hl. Landes" steht.
[DasSalvatorkloster in Jerusalem ist der Sitz der Kustodie, deren Mitglieder aus den verschiedenen Provinzen des Ordens kommen.
Die Kustodie umfaßt nicht nur die Klöster in Palästina, sondern auch in Syrien, Libanon, Ägypten, Jordanien und Zypern. Als wichtigste Aufgabe sahen es die Franziskaner im Heiligen Land stets an, die Heiligen Stätten für die katholische Christenheit zunächst in Besitz zu bringen, dann zu retten, aufzubauen, zu betreuen und zu behüten, die Pilger zu betreuen, Gottesdienste und Füllungen für sie zu halten. Dazu kommt natürlich die Betreuung der im Heiligen Lande lebenden Katholiken. So gibt es Franziska- herpfarreien in Jerusalem, in Bethlehem, in Nazareth, in Jaffa, um nur die größten zu nennen. Insgesamt sind es in der Kustodie 38 weien und 26 Kaplaneien. Die Schulen der Kustodie in Jerusalem, Bethlehem und Nazareth sind die ältesten des Landes. Heute Unterhält und leitet die Kustodie allein im Heiligen Land selbst fünf höhere Knabenschulen, zwei höhere Mädchenschulen, vier Elementarschulen und je ein Knaben- und ein Mädchenwaisenhaus in Jerusalem. Umfangreich sind auch die wissenschaftlichen Aktivitäten der Kustodie. In Jerusalem ist das franziskanische Bibelinstitut mit bedeutenden Gelehrten, in Kairo eimOrientalisches jätudienzentrum, im Salvatorkloster in Jerusalem ist eine große Druckerei mit Verlag, Professoren des Bibelinstitutes leiten wichtige Ausgrabungen, so in Kafarnaum, auf Herodion, auf dem Berge Nebo, in früheren Jahren schon in Nazareth, auf dem Hirtenfeld in pethlehem, in Betanien und auf dem Tabor.
pie verschiedenen Aktivitäten der Kustodie fordern natürlich einen erheblichen Geldaufwand, und so sind in allen Franziskaner- fcrovinzen "Kommissariate des Heiligen Landes" eingerichtet, deren Aufgabe es ist, Kontakte mit den Mitbrüdern im Heiligen Land ' |U halten, Almosen für sie zu sammeln, Pilgerfahrten ins Heilige Land zu organisieren.
>durfte also Br. Wretsch im Rahmen eines großen Arbeitsfeldes mitwirken und wir können ihm zu seinen 60 Ordensjahren und luden 50 Jahren im Heiligen Land herzlichst gratulieren. Zur Jubiläumsfeier am 6.11., um 10.30 Uhr in Marienthal laden wir herz- fchst ein.
Missionshilfswerk der Franziskaner Wallfahrtskloster Marienthal 6222 Geisenheim / Rh.
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Rechts: Bruder Pius Heinrich Wretsch; links; Bruder Verecund Heinrich Scheffel
SPENDEN ÜBERWEISEN SIE BITTE:
Missionsverwaltung der Franziskaner 6400 Fulda
Postscheckamt Frankfurt a.M., Kto-Nr. 133 47 - 602
Verwendungszweck: "Missionshilfswerk Bruder Verecund

