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Montabaur 7 / Al! 83

Bericht über die Sitzung des Ortsgemeinderates Heiligenroth vom 11.10.1983

Hauungs- und Kulturplan 1984 genehmigt

Zu Beginn dieses Tagesordnungspunktes stellte der Ortsbürger­meister die finanziellen Auswirkungen, die mit dem Hauungs­und Kulturplan 1984 in Zusammenhang stehen, dar. Seitens des Revierbeamten wurden die im Detail geplanten Maßnahmen erläutert. Seinen Ausführungen war u.a. zu entnehmen, daß der Holzeinschlag im Forstwirtschaftsjahr 1984 insgesamt 1.410 fm beträgt und sich wie folgt aufteilt:

295 fm Eiche 335 fm Buche 740 fm Fichte 40 fm Kiefer.

Nach Kenntnisnahmeder Informationen genehmigte der Rat einstimmig den vorgelegten Hauungs- und Kulturplan, der Ge­samteinnahmen von 136.155,- DM und Gesamtausgaben von 132.140,- DM vorsieht. Mithin geht man nach dem gegenwärti­gen Planungsstand von der Erwirtschaftung eines Überschusses von 4.000,- DM im Forstwirtschaftsjahr 1984 aus.

Zu der finanziellen Entwicklung merkte der Ortsbürgermeister noch an, daß die Bewirtschaftung des Gemeindewaldes nur noch einen geringen Überschuß abwerfe, währenddessen man in frühe­ren Jahren ein Vielfaches erwirtschaften konnte.

Wenn auch die Bewirtschaftung des Waldes aus finanziellen Gesichtspunkten für die Gemeinde bei weitem nicht mehr die Tragweite früherer Jahre habe, so könne man dies dennoch nicht zum Anlaß nehmen, die Bewirtschaftung zu vernachlässigen. Hierbei müsse man auch Fragen des Umweltschutzes und die Erhaltung einer für die Bürger geschaffenen Erholungseinrich­tung berücksichtigen.

Haushaltsüberschreitung genehmigt

Durch einstimmige Entscheidung genehmigte der Rat die Lei­stung einer außerplanmäßigen Ausgabe von 5.100,- DM bei der Haushaltsstelle 881.950. Diese Ausgaben stehen in Zusammen­hang mit der Ausführung von Befestigungsarbeiten, die im Be­reich der ehemaligen alten Schule. Der Rat hatte diese Maß­nahme in Kenntnis, daß hierfür keine Mittel im Haushaltsplan bereitstehen, in der Sitzung am 17.5.1983 beschlossen. Um einen Ausgleich des Haushaltes zu gewährleisten, sollen der außer­planmäßigen Ausgabe Mehreinnahmen aus der Zuführung vom Verwaltungshaushalt gegenübergestellt werden.

Erneuten Antrag auf Bau eines Rasenplatzes statt des geplanten Tennenplatzes abschlägig beschieden

Grundlage für die erneute Diskussion über den Bau eines Rasen­platzes an Stelle des geplanten Tennenplatzes stellte der Antrag derSPD-Ratsfraktion dar. Obwohl in der Sitzung am 12.7.1983 vom Rat bereits die Aussage getroffen wurde, daß ein Tennen­platz gebaut werden soll, Wurde von der SPD-Fraktion die erneu­te Diskussion zu diesem Thema beantragt mit der Begründung, daß nach Abschluß der Beratungen neue entscheidungserhebliche Tatsachen bekannt wurden, die evtl, eine Revidierung des gefaßten Beschlusses erforderlich machten.

Zu Beginn dieses Beratungspunktes, dem zahlreiche Zuhörer beiwohnten, erläuterte der Vorsitzende derSPD-Ratsfraktion Reiner Schlemmer den Antrag. Seinen Ausführungen war u.a. zu entnehmen, daß man bei der Diskussion in der Sitzung am 12.7.1983 davon ausgegangen sei, daß die Umwandlung der Planung zum Bau eines Rasenplatzes die erneute Beantragung der Zuschüsse bedinge und diese somit gefährdet seien. Inzwi­schen habe man jedoch in Erfahrung gebracht, daß eine erneute Beantragung der Mittel nicht erforderlich sei. Vielmehr könnten die inzwischen bewilligten Zuschüsse umgewandelt werden und auch für den Bau eines Rasenplatzes Verwendung linden. Weitere Kriterien, die die SPD-Fraktion zu einem erneu­ten Antrag zum Bau eines Rasenplatzes veranlaßt hätten, seien , u.a. daß die Kosten für die Unterhaltung eines Rasenplatzes | e inen nur unerheblich höheren Aufwand erforderten. Hierzu berief er sich auf eine gutachtliche Stellungnahme eines Sach­verständigen.

Darüber hinaus wurde auch angemerkf, daß der Rasenplatz für die Sporttreibenden attraktiver sei und mithin von dieser Anlage eine größere Anziehungskraft ausginge.

Die Beigeordneten Erich Kohlhaas und Paul-Günter Zerfas meldeten Bedenken gegen die Aussage an, die Unterhaltung eines Rasenplatzes verursache nur unerhebliche Mehrkosten.

Sie beriefen sich auf Ergebnisse von Rundfragen an verschie­dene heimische Vereine.

Hieraus ging hervor,daß man für die Unterhaltung eines Rasen­platzes Kosten zwischen 20.000,- und 30.000,- DM jährlich aufwenden müsse. Dies liege mithin erheblich über dem Unter­haltungsaufwand für einen Tennenplatz. Darüber hinaus wurde die Befürchtung geäußert, daß der Rasenplatz ggfs, nur der 1. Mannschaft zur Verfügung gestellt würde, währenddessen der übrige Teil der Sporttreibenden zur Benutzung des Hartplatzes angehalten würde. Man wolle hier jedoch eine Anlage schaffen, die nicht nur für Spiele der 1. Mannschaft sondern für jegliche Fußballspiele, sei es auf Vereinsbasis oder in loser Zusammen - kunft, zur Verfügung steht.

Der Vorsitzende der CDU-Fraktion Ernst Knopp erklärte, daß die Gemeinde in den vergangenen Jahren insbesondere durch den Bau der Vogelsanghalle und der Tennisplätze erhebliche Aufwendungen für den Sport geleistet hätte. Man müsse bei der Schaffung solcher Anlagen auch die zum Teil erheblichen Folgekosten berücksichtigen. Dies sei auch ein Entscheidungs­kriterium für die CDU-Fraktion, um den Bau eines Tenneplatzes mit Rücksicht auf die niedrigeren Folgekosten vorzuschlagen.

Es könne nicht das Ziel sein, die freie Finanzspitze der Ge­meinde durch zunehmende Folgekosten für den Betrieb gemeind­licher Einrichtungen auf ein Minimum zu reduzieren.

Diese Aussage wurde von Ortsbürgermeister Manns unterstri­chen. Er verwies in diesem Zusammenhang auch auf die sich zu­nehmend verschlechternde Finanzlage, die zum Teil auf geringere Steuereinnahmen und u.a. auch auf ständig steigende Umlage­belastungen zurückzuführen sei.

Zum Abschluß der Diskussion wurde auch dem 1. Vorsitzen­den des TuS Ahrbach Detlev Tank nochmals Gelegenheit zu einer Stellungnahme gegeben. Her Tank unterstrich, daß der Bau eines Rasenplatzes aus der Sicht des Vereins die attraktivere Lösung darstelle. Darüber hinaus könnte der Platz beim Bau als Rasenplatz wegen seiner verkehrsgünstigen Lage auch zur Austragung von überregionalen Fußballbegegnungen Bedeu­tung erlangen.

Nach Abschluß der Diskussion wurde von Ratsmitglied Reiner Schlemmer beantragt, über die Frage, ob ein Rasenplatz.errichtet werden soll, in geheimer Abstimmung zu entscheiden. Der An­trag wurde vom Vorsitzenden zur Abstimmung gestellt, mit dejri Ergebnis, daß sich nur 5 Ratsmitglieder für diesen Antrag aussprechen. Dieser fand somit nicht die erforderliche Mehr­heit, so daß anschließend in offener Abstimmung (durch Hand­zeichen) über den von der SPD-Ratsfraktion eingebrachten An­trag entschieden wurde. Diese Abstimmung führte zu dem Er­gebnis, daß sich 6 Ratsmitglieder für, 8 Ratsmitglieder gegen den Antrag aussprachen. Ein Ratsmitglied enthielt sich der Stimme.

Es verbleibt mithin bei der in der Ratssitzung am 12.7.1983 mehrheitlich getroffenen Ratsaussage, entsprechend der ein Tennenplatz zur Ausführung gelangt.

Anschaffung einer Berieselungsanlage für den Sport­platz beschlossen

Bereits in einer früheren Sitzung wurde zur Diskussion gestellt, ob für den neu anzulegenden Sportplatz eine Berieselungsanlage ängeschafft werden soll.

Diese Frage, die unabhängig davon, ob ein Rasen- oder Tennen­platz zur Ausführung gelangt, zu behandeln war, führte in ge­trennten Sitzungen des Bauausschusses und des Rates zu dem Ergebnis, daß man grundsätzlich für die Anschaffung einer solchen Anlage ist. Inder Sitzung am 11.10.1983 stand nun zur Diskussion, ob eine feststationierte oder transportable