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INFORMATIVES

In den nächsten Monaten wird der Bevölkerung der Bundesre­publik dieses Signet für die Volkszählung 1983 in vielfacher Weise begegnen.

Wie bereits in den meisten europäischen Ländern, so fin­det die von der UNO weltweit angeregte Volkszählung zum 27. April 1983 auch in der Bun­desrepublik Deutschland statt.

Nach über zehnjähriger Pause werden aufgrund eines gesetzlichen Auftrages wieder Bestands- und Strukturda­ten der in- und ausländischen Bevölkerung, der Wohnun­gen und der Gebäude mit Wohnraum sowie der Arbeits­stätten erhoben werden. Erhebungsstellen sind die Gemeinden. Die Durchführung der Zählung liegt in Rhein­land-Pfalz beim Statistischen Landesamt in Bad Ems. ge

Eine Million Deutsche existieren nur auf dem Papier

Derzeit ist niemand in der Lage, die genaue Einwohner­zahl der Bundesrepublik Deutschland zu nennen. Woran das liegt? - Ganz einfach: Die letzte Volkszählung fand 1970 - also vor fast 13 Jahren - statt.

Seither wird die Bevölkerungszahl mit Hilfe der Statistik über Zu- und Fortzüge sowie über Geburten und Sterbe­fälle fortgeschrieben. Mit wachsender zeitlicher Entfer­nung vom Zähltermin wird diese Fortschreibung aufgrund der Unterlagen der Standesbeamten und Einwohnermel- / deämter wegen vieler Fehlerquellen erfahrungsgemäß immer ungenauer. So ist zum Beispiel bekannt, daß bei Fortzügen die notwendigen Abmeldungen oft zu spät vor­genommen werden oder manchmal auch ganz unterblei­ben.

Das Fortschreibungsergebnis von 1970, das auf den Volkszählungsdaten von 1961 basierte, lag seinerzeit um 860 000 Personen über der 1970 bei der Volkszählung dann tatsächlich ermittelten Bevölkerungszahl. Die Stati­stiker schätzen, daß das gegenwärtige Fortschreibungs­ergebnis um rund eine Million Personen überhöht ist.

Eine Million Deutsche existieren in Wirklichkeit also nur auf dem Papier, ge

Auch Ausländer zählen zur Bevölkerung

Zur Bevölkerung gehören auch die ausländischen Mitbür­ger. Da für sie gleichermaßen kommunale Einrichtungen bereitzustellen und zukünftige Investitionen zu planen sind, müssen sie bei der Volkszählung am 27. April die­selben Fragen beantworten wie die deutsche Bevölke­rung.

Bei nicht ausreichenden Deutschkenntnissen können den 'Ausländern Übersetzungen der Volkszählungsfragen zur Verfügung gestellt werden. Übersetzungen gibt es für die bei uns am häufigsten vorkommenden Fremdsprachen Englisch, Französisch, Türkisch, Italienisch, Spanisch, Portugiesisch, Griechisch und Serbokroatisch. Damit soll für diesen wichtigen Teil unserer Bevölkerung eine eben­so gute Qualität der Ergebnisse dieser Großzählung erreicht werden wie für die Deutschen, ko/

Volkszählung schon vor 5 000 Jahren

Ein Blick in die Geschichte zeigt, daß es sich bei der Volkszählung keinesfalls um einen Auswuchs deutscher Gründlichkeit handelt. Die Herrscher an Nil, Tigris und Euphrat ließen schon im dritten Jahrtausend!vor Christus durch routinierte Staatsbeamte Haupt und Habe ihrer Landeskinderzählen. In China wurde um 2 2oo v.Chr nach einer riesigen Überschwemmung eine genaue Zäh­lung von Land und Leuten durchgeführt. Die Israeliten interessierten sich nur für die Zahl der wehrfähigen Män­ner.

Auch bei den alten Griechen gab es schon Volkszählun­gen. Zwar existierte in Athen bereits eine Art Zivilstands­register, in das alle Neugeborenen eingetragen wurden, doch sind in der griechischen Geschichte auch zwei all­gemeine Volkszählungen im Jahre 444 v.Chr. in Athen und 309 v.Chr. in Attika überliefert.

Bei den Inkas gab es verschiedenartige sehr gründlliche Zählungen. Sie kannten bereits eine Art zentrale Daten­bank: In Form von verschieden gefärbten und geknoteten Zahlenschnüren (Kibu) wurden alle Statistiken in der Hauptstadt gesammelt.

Von allen Völkern des Altertums wollten die Römer am genauesten über die Bewohner ihres Reiches Bescheid wissen. Bereits 435 y.Chr. wurde für Volkszählungen eine Art Statistisches Reichsamt gegründet. Über 600 Jahre hindurch wurden regelmäßig alle fünf Jahre Zählungen durchgeführt. Über die wohl bekannteste Volkszählung berichtet die Weihnachtsgeschichte des Lukas-Evange­liums:Es begab sich aber zu der Zeit, daß ein Gebot des Kaisers Augustus ausging, daß alle Welt geschätzt j würde ... Und jedermann ging, daß er sich schätzen ließe, ein jeglicher in seiner Stadt. ge

Volkszählung zum Schmunzeln:

Hoffentlich kommt wenigstens der Fragebogen bis ,| 27. April an.

Wissen für die Zukunft

Volkszählung 27. April 1983