Montabeur 2 / 13/81
125 JAHRE IM DIENST DER NÄCHSTENLIEBE Rückblick auf die Tätigkeit der Armen Dienstmägde Jesu Christi in Montabaur
Das segensreiche Wirken der Schwestern aus der „Congregation der armen Dienstmägde Jesu Christi in Montabaur beginnt mit einem amtlichen Eintrag. Da heißt es:
Gemäß eines am 1. November 1855 geschlossenen Contraktes zwischen der Ehrw.Mutter und dem Stadtvorstande, an dessen Spitz« Herr Bürgermeister Waterloo, trat die „Filiale" am 1. Januar 1856 insi-eben.
Im Klosterarchiv des Mutterhauses in Dernbach erwähnt die Chronik eine weitere Verbindung mit unserer Stadt.
Am 28. April des Jahres 1862 wurde die höhere Töchternschule zu Montabaur eröffnet, welche auf fast wunderbare Weise entstanden ist.
Rückblickend auf die 125jährige Tätigkeit der Ordensschwestern glich allerdings so manches einem Wunder. Doch vieles war auch manchmal recht verwunderlich.
Die beiden „Filialen" wie sie die Chronistin nennt, hatten verschiedene Aufgaben. Caritativer Dienst und Lehrtätigkeit
Zuerst begann nur eine Schwester im Hospital mit der Pflege alter und hilfsbedürftiger Stadtbürger. Leider ging die Chronik der ersten 50 Jahre verloren. Von dem nur vier Jahre zuvor (1852) gegründeten Mutterhaus in Dernbach kam jedoch die Anweisung „Die Überwachung des Betragens aller Hospitanten zu besorgen und die Kranken sorgsam zu pflegen und zu warten".
Die danach im Jahre 1862 nach Montabaur entsandten Schwestern sollten, wie auch in anderen Städten, eine „Privattöchternschultj errichten, da bei den jetzigen Zeitverhältnissen die gewöhnliche Elementarbildung vielfach nicht ausreichte. Schwestern und Schüle-j rinnen der „Lehr- und Erziehungsanstalt zu Montabaur" konnten wohl damals nicht ahnen, was sie durchleben und durchleiden mußten, bis zur endgültigen Auflösung am 24. März 1939.
Die Schwestern im „Hospital zum heiligen Geist" sind über Generationen hinweg schlicht und einfach unsere Mitbürger gewesen.
In dem alten Gebäude am „Amtmann's Garten" haben sie getreu ihrem Auftrag die Alten betreut und die Kranken gepflegt.
Aber nicht nur die Alten waren hier gut aufgehoben. Auch für die Jüngsten war noch Platz genug im Kindergarten.
Im neuen Hause auf der Alberthöhe können „Die armen Dienstmägde Jesu Christi" auf eine 125jährige Vergangenheit zurückblicki Der Wahlspruch der Seligen Maria Katharina Kasper, die als Gründerin des Ordens sagte: „Liebe es unbekannt zu sein und für nichts| gehalten zu werden", ehrt seine Dienerinnen. Uns ehrt es zu wissen, daß die Gnade Gottes sie in unsere Mitte geführt hat.
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1855
1906
AUSZÜGE AUS DER CHRONIK HOSPITAL
Contrakt zwischen der Ehrw. Mutter Maria Katharina Kasper aus Dernbach und dem Stadtvorstande über die Eröffnung einer Filiale am 1. Januar 1856 in Montabaur. Dem erwähnten zufolge übernahm eine Schwester die Pflege jener Kranke welche ihr aus der Stadt oder vom Lande vom Vorstande etwa übergeben würden.
Der Gemeinderat versprach, dafür der Schwester die nötige Wohnung im Hospitalgebäude, Licht und Holz zu stellen und jährlich in vierteljährigen Raten 60 fl (Gulden) Belohnung aus dem Hospitalfonds zu zahlen. Auf Ersuchen des Gemeinde- rates am 20. Oktober 1856 wurde contralisiert, daß eine zweite Schwester ins Hospital beschieden werde. Durchschnittlich wurden bis zum Jahre 1888 in den letzten Jahren die etwa 100 Kranken gepflegt.
Erst ab 1906 wurde die Chronik weitergeführt, ohne das Wesentliches vermerkt wäre. Zuvor war 1903 die „Bewahrschule 1 unter vielen Schwierigkeiten gegründet worden.
1920
1941
1945
1966
1967
Eröffnung einer Nähschule
Von Juni bis Oktober werden täglich im Hospital für 200 Kinder Suppe oder Reisbrei gekocht.
Das Hospitalgebäude muß nach einer Mitteilung von Bürgermeister Hinterwälder bis zum 30. April geräumt sein. Die Stadt konnte unter großen Schwierigkeiten das Haus des Herrn Adam Loth im Steinweg 14 kaufen. Dort wurde dann die Krankenpflege ausgeführt
Der Kindergarten wurde ins Pfarrheim verlegt, jedoch am 24. April polizeilich geschlossen. Alle öffentliche Tätigkeit auße der Krankenpflege wurde den Schwestern untersagt.
Bürgermeister Roth teilt den Schwestern mit, daß die Amerikaner das Hospital wieder an sie zurückgeben.
Am 27. Juni wird mit dem Neubau des Altenheimes auf der Alberthöhe begonnen.
Das Hospitalgebäude in der Klostergasse soll nach Errichtung eines neuen Gebäudes abgerissen werden. Schätzungsurkund vom 5.2.1967 weist eine Taxe von DM 192.500,-, für das alte Haus aus.
Am 3. März ist Richtfest
Am 3. Dezember kann nach 1 1/2jähriger Bauzeit das Altenheim in der Dillstraße bezogen werden. Der Kostenaufwand für den Bau, in dem 41 Heimbewohner Platz finden, beläuft sich auf DM 2.100.000,--.
1972
Am 3. März wird mit der Erweiterung des Hauses begonnen. Der letzte Bauabschnitt ist am 27. Oktober fertiggestellt.! Insassen können untergebracht werden.
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