Montabaur 5
Haushaltssatzung und Haushaltsplan 1977, Investitionsprogramm für die Jahre 1976 -1980 und Wirtschaftsplan des Verbandsge- meindewerkes für 1977 beschlossen
Der Verbandsgemeinderat beschloß mit Mehrheit bei 3 Stimmenthaltungen und fünf Gegenstimmen die Haushaltssatzung und den Haushaltsplan der Verbandsgemeinde für das Jahr 1977, das Investitionsprogramm für die Jahre 1976 - 1980 sowie den Wirtschaftsplan des Verbandsgemeindewerkes für das Haushaltsjahr 1977 in der vorgelegten Form.
Dem Beschluß ging die Haushaltsdebatte voraus. Bürgermeister Mangels wies eingangs darauf hin, daß der Haushaltsplan, der ein Volumen von 10.380.350,- DM im Verwaltungshaushalt und 7.393.450,- DM im Vermögenshaushalt hat, gegenüber dem Vorjahr zwar nominell um 9,27 % gestiegen ist. Nach Abzug der durchlaufenden Posten beträgt die reale Steigerung jedoch lediglich 4 % und hält sich damit im Rahmen des gesamtwirtschaftlichen Wachstums. Günstigen Einfluß auf die Haushaltssituation dieses Jahres, so erklärte der Vorsitzende, haben die veränderten Zuschußrichtlinien des Landes, die zu höheren Schlüsselzuweisungen für die Verbandsgemeinde geführt haben.
Auf Anregung der CDU-Fraktion habe man diese Mehreinnahmen voll den Ortsgemeinden zugute kommen lassen, indem man die Verbandsgemeindeumlage um 2 % senkte, um so die Finanzausstattung der Ortsgemeinden zu verbessern. Als weitere günstigere Einflüsse wurden erwähnt, daß das Kindergeld für die Mitarbeiter der Verbandsgemeindeverwaltung nunmehr vom Arbeitsamt getragen wird, die zuvor erörterte Erhöhung der Kanalbenutzungsgebühren einen Ausgleich des Gebührenhaushaltes in Unterabschnitt 700 ermöglicht und sich die Personalausstattung der Verbandsgemeindeverwaltung nicht ausgeweitet sondern reduziert hat.
Der sich trotzdem ergebende Mehraufwand bei den Personalkosten gegenüber dem Vorjahr sei bedingt durch die allgemeinen tarifrechtlichen Erhöhungen im öffentlichen Dienst.
Diese Einflüsse führen dazu, daß es möglich ist, eine Zuführung vom Verwaltungshaushalt in den Vermögenshaushalt in Höhe von 856.000 DM vorzusehen und die Rücklage um 367.000 DM zu vergrößern.
Zur Schuldensituation erklärte der Bürgermeister, bei Betrachtung einer Momentaufnahme habe man in der Neuverschuldung nur einen geringen Schritt nach vorn getan. Die Pro-Kopf-Ver- schuldung von 335,- DM sei unter dem Gesichtspunkt der beabsichtigten Investitionsmaßnahme (im Bereich der Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung) vertretbar und im Vergleich zu anderen Verbandsgemeinden relativ gering. Daraus ergebe sich, daß für die noch bevorstehenden Investitionsmaßnahmen ein Spielraum vorhanden ist. Als wichtigste Aussage des Wirtschaftsplanes des Verbandsgemeindewerkes wertete er die Tatsache, daß der Wasserbezugspreis absehbar nicht erhöht werden muß.
Zwar schlagen sich die Investitionen in den Ortsgemeinden im Finanzbedarf nieder, jedoch ist man der Hoffnung, kurzfristig keine Erhöhung des Wassergeldes vornehmen zu müssen.
CDU-Sprecher Seul stellte fest, der Haushaltsplan werde zwar immer umfangreicher, biete aber leider nicht mehr Spielraum für kommunalpolitische Entscheidungen.
Das vorgelegte Planwerk sei solide konzipiert, die reale Steigerungsrate (ca. 4 %) entspreche den gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen. Insgesamt sei es zwar kein Werk zum Frohlocken, biete aber auch keinen Anlaß zu unmittelbarem Pessimismus. Ratsmitglied Seul bedauerte die unzureichende Finanzausstattung der Kommunen schlechthin. Bundes- und Landesgesetzgeber seien aufgerufen, hier Verbesserungen vorzunehmen, zumal die Hauptlast der Investitionstätigkeit der öffentlichen Hand auf den Schultern der Kommunen ruhe. Haushaltswirtschaft heute erfordert ein Ausbalancieren zwischen steigenden Kosten auf der einen Seite und der aufgrund der gedämpften Konjunktur stagnierenden Einnahmen auf der anderen Seite.
Zur Personalsituation führte der Sprecher aus, hier habe eine besonders kritische Überprüfung durch seine Fraktion stattgefunden. Das Besoldungsgefüge sei insgesamt angemessen.
Durch die höheren Schlüsselzuweisungen, die das Land der Verbandsgemeinde zahlt, sei es möglich , die Verbandsgemeindeumlage um 2 % zu reduzieren. Die CDU-Fraktion habe sich ganz bewußt dafür entschieden, die Mehreinnahmen für Investitionen
im Bereich der Ortsgemeinden zur Verfügung zu stellen um deren Finanzkraft zu steigern.
Der Vermögenshaushalt beinhaltet nach den Worten des Fraktionssprechers neben dem Bildungsbereich (Schulen) ausschließlich Maßnahmen zur Sicherung der Daseinsvorsorge (Wasser, Kanal). Ratsmitglied Seul wies auf die Notwendigkeit hin, eine „Neuverschuldung mit Augenmaß “ zu betreiben.
Durch die Erhöhung der Kanalbenutzungsgebühren sei es möglich, die anstehenden Investitionen zu tätigen, ohne eine übermäßige Neuverschuldung einzugehen, um so auch für die kommenden Jahre Spielraum für die Investitionstätigkeit zu haben. Investitionsprogramm für die Jahre 1976 - 1980 und der Wirtschaftsplan des Eigenbetriebes Verbandsgemeindewerk Montabaur wurden akzeptiert.
Die SPD-Fraktion stimme - so Fraktionssprecher P.Schlemmer- dem vorgelegten Planwerk insgesamt zu. Er bedauerte, daß die Haushaltspläne immer umfangreicher und für die ehrenamtlichen Kommunalparlamente immer schwerer durchschaubar werden. Die im Einzelplan 9 ausgewiesene Verzinsung des Eigenkapitals sei zu akzeptieren, wenn diese Erträge nicht den allgemeinen Deckungsmitteln zugute kämen. Sie sei geeignet, den Bedarf an Fremdkapital zu reduzieren. Die von der CDU vorgeschlagene Senkung der Verbandsgemeindeumlage finde nicht unbedingt die Zustimmung der SPD-Fraktion. Ratsmitglied Schlemmer begründete dies damit, daß die erwartete Senkung der Kreisumlage und die erhofften höheren Schlüsselzuweisungen zu einer ausreichenden Finanzausstattung der Ortsgemeinden auch bei Erhebung der bisherigen Verbandsgemeindeumlage führten. Er wies darauf hin, daß der Anteil der Investitionen am Gesamthaushalt (insbesondere im Bereich der Wasserversorgung und der Abwasserbeseitigung) zwangsläufig steigen müsse, wenn die geplanten Maßnahmen auf diesen Gebieten realisiert würden. Eine zusätzliche Belastung der Gebührenhaushalte müsse unter diesen Gesichtspunkten erwartet werden. Zur Minderung dieser Belastungen müßten auch die Ortsgemeinden beitragen. Auch Ratsmitglied Schlemmer sprach die unzureichende Finanzausstattung der Kommunen an. Eine Änderung des Finanzausgleichsgesetzes sei längst überfällig.
Zur Personalsituation führte der SPD-Sprecher aus, die ablehnende Haltung einzelner Mitglieder seiner Fraktion sei nicht auf den Stellenplan der Verbandsgemeinde bezogen. In diesem Bereich seien Einsparungen ohne Verletzung von gesetzlichen oder tarifrechtlichen Bestimmungen nur möglich durch die Reduzierung eines Personalbestandes, der nicht vertretbar sei.
Der Sprecher der FDP-Fraktion Mohri führte aus, der Stellenplan sollte besser ausgewogen sein, ohne jedoch konkrete Vorschläge zu unterbreiten.
Auch in diesem Jahr sollten wieder 3 Auszubildende bei der Verbandsgemeindeverwaltung eingestellt werden, um einen Beitrag zur Reduzierung der Arbeitslosigkeit bei Jugendlichen zu leisten, regte Ratsmitglied Becker (CDU) an. Die Verwaltung sagte zu, diese Anregung zu verwirklichen, soweit dies die räumlich beengten Verhältnisse in der Verwaltung zulassen.
Zustimmung zum Entwurf des Bebauungsplanes „Langengarten" der Ortsgemeinde Großholbach
Der Verbandsgemeinderat stimmte durch einstimmigen Beschluß dem Entwurf des Bebauungsplanes „Langengarten“ in der vorgelegten Form zu. Die Durchführung der Bauleitplanung vor Rechtskraft des Flächennutzungsplanes der Verbandsgemeinde Montabaur wurde akzeptiert.
Übergang von Feuerlöschteichen der Ortsgemeinden auf die Verbandsgemeinde abgelehnt
Der Verbandsgemeinderat lehnte die Übernahme der gemeindeeigenen Feuerlöschteiche in den Ortsgemeinden Eitelborn Nentershausen, Neuhäusel und Simmern in das Eigentum der Verbandsgemeinde ab. Dieser Beschluß wurde damit begründet, daß es sich bei diesen Einrichtungen nicht um betriebsnotwendige Vermögensgegenstände handelt.
Insbesondere die Ortsgemeinden Eitelbom, Neuhäusel und Simmern,vertreten durch Ortsgemeinderat und Ortsbürgermeister, machen in dieser Frage geltend, daß nach ihrer Auffassung ein Übergang in das Eigentum und damit die

