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.... das INTERVIEW

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ERWIN KAISER, Hundsangen

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ALBERT WOLF, Heiligenroth

HEUTE:

Wir sprechen von Mitbestimmung in den Betrieben, kennen uns im Arbeitsrecht aus, wissen das Brutto­sozialprodukt zu deuten, verlangen gerechten Lohn für unsere Arbeit. Wie human ist aber die Welt, in der wir arbeiten? Der Journalist Erwin Kaiser sprach über diese Frage mit einem jungen Facharbeiter, dem 18jährigen Malergesellen Albert Wolf aus Heiligenroth.

FRAGE:

Der Begriffhumane Arbeitswelt" - was verstehen Sie darunter ?

FRAGE:

Das ist logisch gedacht. Was müßte Ihrer Ansicht nach nun aber geschehen, das Steuer herumzureißen, wieder Ordnung in die Welt der Arbeit zu bringen? Ich bitte Sie, in Ihrer Antwort den Gesichtspunkt zu beachten, daß allein im Be­reich des Arbeitsamtes Montabaur die Zahl der Arbeitslosen nach letzten Berichten auf 2.263 in die Höhe geschnellt ist und in 17 Betrieben 426 Beschäftigte kurzarbeiten.

FRAGE:

Aber warum handelt Bonn nicht ?

WOLF:

Unsere Arbeitswelt wäre vor allem human, wenn niemand j um seinen Arbeitsplatz zu bangen bräuchte, wenn das ver­diente Geld stabil bliebe. Leider greift aber die Arbeitslos ^j keit um sich, die Zahl der Kurzarbeiter nimmt zu, und die | Inflation galoppiert. Insofern ist unsere Arbeitswelt nur no\ bedingt human.

WOLF:

Darauf eine klare Antwort: Die Bundesregierung darf sich I nicht mehr länger um ihre Verantwortlichkeit drücken. S/'el hat schon zu lange tatenlos zugeschaut, wie unsere mittel - j ständische Wirtschaft nach und nach zu Bruche geht. Ich i innere hier nur an das böse Wort der Gesundschrumpfung J von dem Bonn seit Monaten leichtfertig spricht. Offenbar [ bedenkt die Bundesregierung dabei nicht, wieviel Hundert -I tausend Einzelschicksale von dieser Gesundschrumpfung b\ troffen werden, allein im Westerwald, wie gesagt, 2.236. Was unserer Wirtschaft und damit uns Arbeitern jetzt nur\ noch helfen kann, sind gezielte Förderungen. Das trifft be­sonders auf meinen Berufsstand zu, das Bauhaupt- und Ba I nebengewerbe. Wir brauchen dringend Aufträge. Die CDU\ hat den Weg in die richtige Richtung gezeigt.

WOLF:

Schwer zu antworten. Ich befürchte, daß es der SPD/FDP\ Koalition am rechten Programm und an den richtigen\ fehlt. Um unsere Arbeitswelt wieder human zu machen, brauchen wir die CDU-Männer vom Schlage von Professor\ Erhard, Dr. Helmut Kohl, Hans Katzer, Stoltenberg und Kurt Biedenkopf.