Ausgabe 
5.10.1973
Seite
2599
 
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Montabaur - 5

vorgefunden wurden). Da das gefundene Quellwasser nicht der erhofften Qualität entsprach, beschloß der Stadtrat auf Vor­schlag des Brunnenmeisters Kirn diesen ganz zuzuwerfen, dafür aber den kleinen Sauerbrunnen weiter auszubauen. Am 26.9.

1767 verhandelte der Stadtrat in dieser Sache mit dem Stein­hauer Andreas Wirth.

Bei diesem Ausbau scheint es lange geblieben zu sein. Da in den späteren Akten der Stadt der Sauerbrunnen nirgends erwähnt wird, dürfte die Anlage u. Ausgestaltung des Brunnens vor dem Ausbau der Gelbachstraße 19ol auf das Jahr 1767 zurückzufüh­ren sein. Diese Rondellanlage lag in der Mitte des Weges nach Wirzenborn und war durch ein eisernes Gitter abgesichert. Rings­um von einer Steinbank umgeben, erhob sich in der Mitte einer Vertiefung die Pumpanlage des Brunnens. Mit der Erbauung der Gelbachstraße mußte der Brunnen weiter zur Seite gerückt wer­den und erhielt die letzte Ausgestaltung, wie sie den alten Mon- tabaurern noch in Erinnerung ist. Bei dieser Verlegung wurde vom 2o. April bis 2o. Mai 19ol von der Fa. Hl Schlebusch in Leun, Kreis Wetzlar, eine erneute Bohrung und Quellfassung aus­geführt. Da in früherer Zeit durch den Abflußkanal des Brunnens nach dem Gelbach bei einem Ansteigen des Baches das Schmütz- wasser in den Brunnen drang und diesen außer Funktion setzte, trug man sich 19o8 mit dem Gedanken, die kürzere Abflußlei­tung nach dem Gelbach stillzulegen und das überflüssige Wasser des Brunnens an der Brücke des Weges zur Stunzen Mühle in den Gelbach abzuleiten. Auf einer Länge von 225 m sollte durch die Sauerbornswiesen eine Entwässerung des Brunnens zur Brücke erfolgen. Plan und Kostenvoranschlag lagen bereits vor, doch un­terblieb die Ausführung.

Im Zuge der Fremdenwerbung wurden 193o auf die Initiative von Bürgermeister Roth die Anlagen zu beiden Seiten und hin­ter der kath. Pfarrkirche geschaffen und der ehemalige Schlaf­saal des Seminars zu einer Brunnenhalle ausgebaut. Das Wasser des Sauerbrunnens leitete man dorthin, wo jeder das köstliche Naß zu sich nehmen konnte. Es waren dies die ersten Ansätze zur Verschönerung der Stadt. Leider haben sie den Krieg nicht überstanden. Seit dieser Zeit vermissen die Bürger von Monta­baur ihrenBorn.

Der Montabaurer Sauerbrunnen fand auch Eingang in die deut­sche Literatur. In seinem 1584 in Frankfurt a.M. im Druck er­schienenen BuchNeuer Wasserschatz lobt Jacobus Theodorus Tabernämontanus, Doktor u. Medikus der freien Reichsstadt Worms, die Güte, den Wohlgeschmack und die Heilwirkung in überheblichen Worten:In dem Churfürstentum Trier, an den Grenzen des Westerwaldes, entspringt in einem Teich auch ein guter und vortrefflicher Sauerbrunnen nicht weit von der Stadt Montabaur, der wegen seiner Säure, Schärfe und Räse sehr an­mutig und lieblich im Geschmack, weswegen er von nniglich (jedermann) desselben Ortes zum täglichen Trank gebraucht wird und weiter unten:Er öffnet die Verstopfungen der inne­ren Glieder, kommt zu Hilfe den Lebersüchtigen und Milzsüch­tigen, stärkt den blöden, schwachen Magen, verzehrt alle böse Feuchtigkeit und Fäulnis, mildert und ändert die hitzige Ent­richtung (Befriedigung) der Leber und aller innerlichen Glieder, kommt zu Hilf dem faulen Fieber usw. (in die heutige Schreib­weise übertragen). Es ist dies die erste Erwähnung des Monta­baurer Sauerbrunnens im deutschen Schrifttum.

Auch Johannes Guintherius Andernacus sagt in seinem Traktat v on den Bädern, daßan den Gräntzen des Westerwaldes bei der Stadt Montabaur ein Sauerbronnen seye. (Kehrein, Kurze Geschichte der Stadt und Burg Montabaur u. Matthias Merian über Montabaur in seiner Beschreibung aus dem Jahre 1646, Beiblatt zur Westerwäler Volkszeitung v. 27. März 1932, 6. Jahrgang, Nr. 3, S. 18 Von dem Montabaurer Sauerbrunnen).

Die Güte des Wassers, die von Tabernämontanus in beredten Worten so sehr herausgestellt wurde, muß in späterer Zeit nicht mehr die gleiche gewesen sein.

Hofrat und Amtsverwalter Damian Ernst Valentin Linz (geb.

1746 zu Manderscheid und gestorben 1824 zu Montabaur) schreibt in seiner Amtsbeschreibung aus dem Jahre 1786 S.

21 Mineralwasser:Davon befindet sich am Fuß der hiesigen Stadt gegen Sonnenaufgang ein Tal, das wegen den Sauer­quellen Sauerthal genannt wird, ein ordentlich eingefaßter Brunnen. Derselbe dienet der mit schlechtem süßen Wasser versehenen ganzen Stadt zum gewöhnlichen Trunk und reichet auch überhinlänglich dazu aus, leidet aber das Verstopfen nicht und also auch nicht das weitere Verschicken, sondern es heißet, daß solche Eigenschaften sich bis zur ehemaligen frischen Fassung und etwaiger Versetzung verloren habe. Das Urteil des damaligen Amtsverwalters ist wenig schmeichelhaft . und entspricht in keiner Weise dem Lob des Tabernämontanus. Hoffen wir, daß die gegenwärtigen Sucharbeiten zur Entdeckung der alten Quelle führen. Seit dem Brunnenmeister Georg Hein­rich Kirn ist die Wissenschaft ein großes Stück weitergekommeri und es besteht durchaus die Möglichkeit, wieder zu einem guten Sauerwasser zu kommen.

Heinrich Fries

Ein Leben für die Allgemeinheit

Am Mittwoch, den 3. Oktober 1973, vollendete Herr Schlossermeister Georg Kochern, Mon­tabaur, sein 8o. Le­bensjahr. Neben sei­nem Wirken in zahl­reichen Ausschüssen im öffentlichen Le­ben war Herr Kochern jahrzehntelang akti­ves Mitglied der Frei­willigen Feuerwehr Montabaur. Viele Jah­re war er Wehrführer und leitete vorbild­lich diese Wehr. Be­sonders nach dem 2. Weltkrieg hat Herr Kochern sich um den

Wiederaufbau des Brandschutzes in seiner Heimatstadt ver­dient gemacht. Er legte mit den Grundstein für eine heutige, schlagkräftige Wehr.

Seine jungen Feuerwehrkameraden dankten ihrem Ehrenwehr­führer für seine große Hilfsbereitschaft und vorbildliche Kame­radschaft in Form eines Ständchens, dargebracht vom Fanfa­renzug der Freiw. Feuerwehr Montabaur.

Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg Stamm Montabaur e.V.

Montag 16 Uhr Meutestunde für alle Wölflinge

19.15 Uhr Erste-Hilfe-Kurs für die Pfadfinder

Dienstag 2o Uhr Jüngere Roverrunde

Mittwoch 2o Uhr Stammesleitung - Elternnachmittag und

Stammesversammlung -

Donnerstag 17 Uhr Trupprunde Jungpfadfindertrupp St. Michael

19.3oUhr Ältere Roverrunde

Freitag 17 Uhr Trupprunde Jungpfadfindertrupp Martin- Luther-King

Rassegeflügelzuchtverein Horressen und Umgebung

Mit seiner lo. Rassegeflügel- und Vogelschau stellt der Verein seine diesjährigen Zuchtergebnisse am 13. und 14. Oktober 1973 im Kolpinghaus in Montabaur der Öffentlichkeit vor. Diese lo. Vereinsschau soll den Beweis bringen, daß man auch 1973 wieder gut gerüstet in die Schausaison gehen kann. Hat