Montabaur - 5
vorgefunden wurden”). Da das gefundene Quellwasser nicht der erhofften Qualität entsprach, beschloß der Stadtrat auf Vorschlag des Brunnenmeisters Kirn diesen ganz zuzuwerfen, dafür aber den kleinen Sauerbrunnen weiter auszubauen. Am 26.9.
1767 verhandelte der Stadtrat in dieser Sache mit dem Steinhauer Andreas Wirth.
Bei diesem Ausbau scheint es lange geblieben zu sein. Da in den späteren Akten der Stadt der Sauerbrunnen nirgends erwähnt wird, dürfte die Anlage u. Ausgestaltung des Brunnens vor dem Ausbau der Gelbachstraße 19ol auf das Jahr 1767 zurückzuführen sein. Diese Rondellanlage lag in der Mitte des Weges nach Wirzenborn und war durch ein eisernes Gitter abgesichert. Ringsum von einer Steinbank umgeben, erhob sich in der Mitte einer Vertiefung die Pumpanlage des Brunnens. Mit der Erbauung der Gelbachstraße mußte der Brunnen weiter zur Seite gerückt werden und erhielt die letzte Ausgestaltung, wie sie den alten Mon- tabaurern noch in Erinnerung ist. Bei dieser Verlegung wurde vom 2o. April bis 2o. Mai 19ol von der Fa. Hl Schlebusch in Leun, Kreis Wetzlar, eine erneute Bohrung und Quellfassung ausgeführt. Da in früherer Zeit durch den Abflußkanal des Brunnens nach dem Gelbach bei einem Ansteigen des Baches das Schmütz- wasser in den Brunnen drang und diesen außer Funktion setzte, trug man sich 19o8 mit dem Gedanken, die kürzere Abflußleitung nach dem Gelbach stillzulegen und das überflüssige Wasser des Brunnens an der Brücke des Weges zur Stunzen Mühle in den Gelbach abzuleiten. Auf einer Länge von 225 m sollte durch die Sauerbornswiesen eine Entwässerung des Brunnens zur Brücke erfolgen. Plan und Kostenvoranschlag lagen bereits vor, doch unterblieb die Ausführung.
Im Zuge der Fremdenwerbung wurden 193o auf die Initiative von Bürgermeister Roth die Anlagen zu beiden Seiten und hinter der kath. Pfarrkirche geschaffen und der ehemalige Schlafsaal des Seminars zu einer Brunnenhalle ausgebaut. Das Wasser des Sauerbrunnens leitete man dorthin, wo jeder das köstliche Naß zu sich nehmen konnte. Es waren dies die ersten Ansätze zur Verschönerung der Stadt. Leider haben sie den Krieg nicht überstanden. Seit dieser Zeit vermissen die Bürger von Montabaur ihren “Born”.
Der Montabaurer Sauerbrunnen fand auch Eingang in die deutsche Literatur. In seinem 1584 in Frankfurt a.M. im Druck erschienenen Buch “Neuer Wasserschatz” lobt Jacobus Theodorus Tabernämontanus, Doktor u. Medikus der freien Reichsstadt Worms, die Güte, den Wohlgeschmack und die Heilwirkung in überheblichen Worten: “In dem Churfürstentum Trier, an den Grenzen des Westerwaldes, entspringt in einem Teich auch ein guter und vortrefflicher Sauerbrunnen nicht weit von der Stadt Montabaur, der wegen seiner Säure, Schärfe und Räse sehr anmutig und lieblich im Geschmack, weswegen er von mä nniglich (jedermann) desselben Ortes zum täglichen Trank gebraucht wird” und weiter unten: “Er öffnet die Verstopfungen der inneren Glieder, kommt zu Hilfe den Lebersüchtigen und Milzsüchtigen, stärkt den blöden, schwachen Magen, verzehrt alle böse Feuchtigkeit und Fäulnis, mildert und ändert die hitzige Entrichtung (Befriedigung) der Leber und aller innerlichen Glieder, kommt zu Hilf dem faulen Fieber usw.” (in die heutige Schreibweise übertragen). Es ist dies die erste Erwähnung des Montabaurer Sauerbrunnens im deutschen Schrifttum.
Auch Johannes Guintherius Andernacus sagt in seinem Traktat v on den Bädern, daß “an den Gräntzen des Westerwaldes bei der Stadt Montabaur ein Sauerbronnen seye”. (Kehrein, Kurze Geschichte der Stadt und Burg Montabaur u. Matthias Merian über Montabaur in seiner Beschreibung aus dem Jahre 1646, Beiblatt zur Westerwäler Volkszeitung v. 27. März 1932, 6. Jahrgang, Nr. 3, S. 18 Von dem Montabaurer Sauerbrunnen).
Die Güte des Wassers, die von Tabernämontanus in beredten Worten so sehr herausgestellt wurde, muß in späterer Zeit nicht mehr die gleiche gewesen sein.
Hofrat und Amtsverwalter Damian Ernst Valentin Linz (geb.
1746 zu Manderscheid und gestorben 1824 zu Montabaur) schreibt in seiner Amtsbeschreibung aus dem Jahre 1786 S.
21 Mineralwasser: “Davon befindet sich am Fuß der hiesigen Stadt gegen Sonnenaufgang ein Tal, das wegen den Sauerquellen Sauerthal genannt wird, ein ordentlich eingefaßter Brunnen. Derselbe dienet der mit schlechtem süßen Wasser versehenen ganzen Stadt zum gewöhnlichen Trunk und reichet auch überhinlänglich dazu aus, leidet aber das Verstopfen nicht und also auch nicht das weitere Verschicken, sondern es heißet, daß solche Eigenschaften sich bis zur ehemaligen frischen Fassung und etwaiger Versetzung verloren habe.” Das Urteil des damaligen Amtsverwalters ist wenig schmeichelhaft . und entspricht in keiner Weise dem Lob des Tabernämontanus. Hoffen wir, daß die gegenwärtigen Sucharbeiten zur Entdeckung der alten Quelle führen. Seit dem Brunnenmeister Georg Heinrich Kirn ist die Wissenschaft ein großes Stück weitergekommeri und es besteht durchaus die Möglichkeit, wieder zu einem guten Sauerwasser zu kommen.
Heinrich Fries
Ein Leben für die Allgemeinheit
Am Mittwoch, den 3. Oktober 1973, vollendete Herr Schlossermeister Georg Kochern, Montabaur, sein 8o. Lebensjahr. Neben seinem Wirken in zahlreichen Ausschüssen im öffentlichen Leben war Herr Kochern jahrzehntelang aktives Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Montabaur. Viele Jahre war er Wehrführer und leitete vorbildlich diese Wehr. Besonders nach dem 2. Weltkrieg hat Herr Kochern sich um den
Wiederaufbau des Brandschutzes in seiner Heimatstadt verdient gemacht. Er legte mit den Grundstein für eine heutige, schlagkräftige Wehr.
Seine jungen Feuerwehrkameraden dankten ihrem Ehrenwehrführer für seine große Hilfsbereitschaft und vorbildliche Kameradschaft in Form eines Ständchens, dargebracht vom Fanfarenzug der Freiw. Feuerwehr Montabaur.
Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg Stamm Montabaur e.V.
Montag 16 Uhr Meutestunde für alle Wölflinge
19.15 Uhr Erste-Hilfe-Kurs für die Pfadfinder
Dienstag 2o Uhr Jüngere Roverrunde
Mittwoch 2o Uhr Stammesleitung - Elternnachmittag und
Stammesversammlung -
Donnerstag 17 Uhr Trupprunde Jungpfadfindertrupp St. Michael
19.3oUhr Ältere Roverrunde
Freitag 17 Uhr Trupprunde Jungpfadfindertrupp Martin- Luther-King
Rassegeflügelzuchtverein Horressen und Umgebung
Mit seiner lo. Rassegeflügel- und Vogelschau stellt der Verein seine diesjährigen Zuchtergebnisse am 13. und 14. Oktober 1973 im Kolpinghaus in Montabaur der Öffentlichkeit vor. Diese lo. Vereinsschau soll den Beweis bringen, daß man auch 1973 wieder gut gerüstet in die Schausaison gehen kann. Hat

