mtsblatt
jer Verbandsgemeinde Montabaur
Ld der verbandsangehörigen Gemeinden Soden, Daubach, Eitelborn, Gackenbach, Girod, Görgeshausen, Großholbach, Heilberscheid, Heiligenroth, Holler, lorbach, Hübingen, Kadenbach, Montabaur, Nentershausen, Neuhäusel, Niederelbert, Niedererbach, Nomborn, nberelbert, Ruppach-Goldhausen, Simmern, Stahlhofen, Untershausen, Welschneudorf
[I Jahrgang 1
Freitag, den 21. September 1973
Nummer 12/38
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UNSERE JUGEND
Ist das nicht eine Erinnerung an eine frühere heile Welt? Hier beginnt das Problem: Haben wir es mit dieser Jugend durch eigene Schuld verdorben?
Immer wieder hört man, die Gesellschaft sei kinderfeindlich. Es fehlt an Spielplätzen, die Kinderzimmer sind zu klein, die Erziehung ist autoritär. Aber was geschieht nun eigentlich mit den Kindern, denen die Gesellschaft noch das Recht zugesteht, geboren zu werden? Da sind zunächst die Eltern: Unsere Neupädagogen, Soziologen und Psychologen, die vielfach noch selbst keine Familie haben, geben vor, die Situation unserer Kinder im Elternhaus exakt analysieren zu können. Vater und Mutter sind oft berufstätig, ohne Verständnis für ihre Kinder, viele sind unfähig ihren Kindern etwas zu geben, weil sie für deren Entwicklung und Bildung ein höchst ungünstiges Milieu darstellen.
Diese Klischees kennen wir bis zum Überdruß, wie bei jeder Gesellschaftskritik ist auch hier etwas Wahres dran. Und doch stellt diese “schreckliche Vereinfachung” eine durchaus unwissenschaftliche Verfälschung der Wirklichkeit dar. In der Tat beansprucht der Konsum, den unsere Gesellschaft bietet, die Menschen immer mehr. Je kürzer unsere Arbeitszeit wird, desto weniger Zeit haben wir, und so werden wir gezwungen, Dinge von mittlerer oder geringer Wichtigkeit zu tun t jmpr f \ jgt un( l dabei zu den wichtigsten Dingen nicht kommen. Die Hauptleid-
Mßr f fSs siyfcjB tragenden sind dabei die Kinder, s tl |P^ $ % ,'fl Was wissen daher die Theoretiker, die Erziehung auf Programmierung
■ ■* * nach ausgeklügelten Erziehungszielen reduzieren möchten, eigentlich
von der erzieherischen Bedeutung der Eltern - und Kindesliebe, von dem Kummer und der Freude, die sie bereitet, von Mißverständnissen, Irrtümern und Entfremdungen und dem Glück des Verzeihens und des Wiederzueinanderfindens - Liebe, die sich in dem So-Sein und der Fehlerhaftigkeit von Eltern und Kindern bewährt? Dazu braucht man nicht unbedingt studiert zu haben, dies ist in jeder Familie möglich.
All das ist für die Entwicklung des Kindes und seine Zukunft von entscheidender Bedeutung. Hier kann man vieles zerstören, aber nicht ersetzen. Dabei werden die Menschen nicht gleicher, sondern vermutlich prschiedener, und das ist gut! Oft steht auch hinter der Kinderfeindlichkeit unserer Gesellschaft, daß die Eltern und das Milieu prunsichert werden. Damit erreicht man nur eine Unterwanderung des bürgerlichen Bewußtseins, um die Jugend als Potential einer künftigen Revolution zu mißbrauchen. Dafür ist unsere Jugend zu schade. Darüber sollten wir uns alle Gedanken machen. Viele, die liese Bestrebungen decken, sollten dieses erkennen, wenn unsere Demokratie noch funktioniert. Hier wird sich zeigen, wie mündig pr Bürger in der Bundesrepublik wirklich ist.
pziehung zur Anpassung ist ein wesentlicher Bestandteil jeder Erziehung. Wir haben unsere Jugend zur Leistung zu erziehen, nicht Ur Gammelei. Wir müssen der Jugend Grenzen setzen und ihr deutlich machen, daß unsere Ordnung, die Gesetze, die Mitmenschen Respekt verdienen. Auch sollten wir ihr klar machen, daß Pflichtbewußtsein, Ehrlichkeit, Ordnung, Fleiß und Anständigkeit Voraussetzungen für ein friedliches und gedeihliches Zusammenleben sind, wir müssen ihr helfen zu erkennen, daß wirkliches Glück pr über Enttäuschung, Leid, Geduld und manchen Verzicht zu gewinnen ist. das sind wir der Jugend schuldig, die von uns Ehrlichkeit verlangen kann.
Hannelore Parbel, Mitglied der Verbandsgemeindevertretung Montabaur - CDU -
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