Ausgabe 
10.8.1973
Seite
2364
 
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Montabaur -18-

Medizinaluntersuchungsamtes Koblenz, ist unser Wasser nicht zu beanstanden und enthält keine coliformen Stäbchen.

Oberelbert, den 31. Juli 1973

gez. Weyand, Bürgermeister.

Kirmes in Oberelbert

Liebe Mitb ürger !

Als man unsere Kirche weihte, gab man dem Dorf, der Gemeinde das Herz. Denn eine örtliche Gemeinde ist gleich einem lebenden Organismus, dessen Glieder nicht lebensfähig sind, wenn sie nicht unter dem rhythmischen Schlag des Herzens stehen.

Warum aber ist die Kirche das Herz des dörflichen Lebens? Nicht nur, weil sie mit ihrem Stundenschlag den Rhythmus des Alltags bestimmt, weil ihre Glocken Freud und Leid rufen, weil ihr Kirchturm einem mahnenden Finger gleich nach oben weist, dem Ziel jeglichen Lebens, sondern weil sie dieses Leben begleitet von Geburt bis zum Ster­ben. Ein wahrhaft unermüdlich schlagendes Herz.

Wieder einmal ist der Tag gekommen, an dem wir Kirchweih feiern. Der Tag der Kirchweih ist das alljähr­liche Erinnerungsfest an jene Einweihung. Allerdings hat er im Laufe der Jahre eine Wandlung erfahren und ist zum Volksfest geworden. Im Volksmund hat dieses Fest die Bezeichnung "Kirmes" erhalten.

Dieses Volksfest, die Kirmes, wollen wir wieder von Samstag, dem 11. August bis Montag, dem 13. August 1 97 3 traditionsgemäß feiern.

Es ist erfreulich, daß sich auch in diesem Jahre wieder unsere Jugendliche bereitgefunden haben, die "Kirmesge­sellschaft" zu bilden, um dadurch unserem Heimatfest den äußeren Rahmen zu verleihen.

Ich wünsche der Kirmesgesellschaft, den Mitbürgern unse­rer Gemeinde sowie allen Gästen, Stunden der Freude und Geselligkeit und unserer "Kirmes" einen guten und würdi­gen Verlauf.

Den Besuchern aus nah und fern rufe ich ein

herzliches Willkommen zu.

gez. Oswald Weyand, Bürgermeister.

Reinigung der Ortsstraßen

Unsere Mitbürger werden gebeten, anläßlich des Kirchweih­festes auf eine besondere Straßenreinigung zu achten. Die­ses gilt auch für die Eigentümer unbebauter Grundstücke im gesamten Neubaugebiet.

Oberelbert, den 31. Juli 1973

gez. Weyand, Bürgermeister.

Kinnes für alle -

Kirmes ohne Grenzen

Am 11.August 1 973 , 15 .oo Uhr, Sportplatz Oberelbert, großes Kirmes-Spiel.

Treffpunkt der Gemeindemitglieder von Oberelbert,Nieder­elbert und Welschneudorf und weiterer Gäste aus dem Be­reich der Verbandsgemeinde Montabaur wird sicherlich der Sportplatz in Oberelbert am 11. August 1973 sein, wenn dort zum ersten Mal das Kirmes-Spiel:

"Kirmes für alle - Kirmes ohne Grenzen" seine Premiere erlebt.

Werbung ist ein mittel

der Information !!!!!

In lo Wettbewerben werden sich die drei Mannschaften aus den vorgenannten Gemeinden messen, und so einen Auftakt für die Oberelberter Kirmes geben.

Hier nun einige einführende Angaben zu den Spielen:

Im ersten Spiel, das unter dem Motto steht: "Wir freuen uns auf die Kirmes, sollen je 3 Teilnehmer aus jeder Mannschaft einen etwas verkleinerten Kirmesbaum erklet­tern und dort Luftballons zum Steigen bringen, insgesamt 3o je Mannschaft.

Das zweite Spiel bestreiten die Damen, wenn es heißt: "Wir braten zur Kirmes"! Was dort gebraten wird, sehen Sie selbst!

Im dritten Spiel backen wir zur Kirmes. Hier geht es darum in einer bestimmten Zeit eine bestimmte Anzahl von Broten zu formen, zum "Backes" zu bringen und sie in den Ofen zu schieben.

Nachdem alles gebraten und gebacken ist, werden im 4. Spiel je zwei Vertreter aus jeder Mannschaft versuchen, auf Stelzen zur Kirmes zu gehen.

Neben der Geschicklichkeit, die einige Schikanen beinhal­tet, geht es um ein genaues Zeitgefühl für eine bestimm­te Wegstrecke auf Stelzen.

Nicht jedem ist gegeben, " zu stelzen, andere können besser reiten, also reiten wir zur Kirmes im 5. Spiel. Auch hier wollen wir die Spannung etwas noch lassen.

Noch schneller wollen die zur Kirmes, die "mit Rad da sind. Je zwei Männer und Frauen werden versuchen in einem Slalom und mit einem Eimer Wasser, der immer mehr mit Wasser bei jedem Wechsel gefüllt wird und bei dem noch zusätzlich Bälle mit auf die Fahrt genom­men und dabei auf den Eimer gelegt werden, müssen in möglichst kurzer Zeit mit viel Wasser und vielen Bällen zum Ziel zu kommen.

Was wäre eine Kirmes für die jungen Leute, ohne ein Kirmesmädchen. Deshalb heißt das Motto im 7. Spiel: "Wir holen unsere Kirmesmädchen". Was den einzelnen dabei alles passieren kann und wie schwierig ein solches Unterfangen manchmal ist, das wollen wir im Spiel selbst erleben.

Wenn aber nun endlich das Kirmesmädchen geholt, muß es von den Jungen immer wieder verteidigt werden. Auch das wollen wir in einem Spiel - es ist Spiel 8- darstellen.

Nachdem nun alle Wirrnisse scheinbar überwunden sind, wollen wir nun endlich zur Kirmes gehen, so heißt das 9. Spiel. Aber auch hier gibt es noch einmal kleine Pan­nen. Zunächst muß das Baby ins Bett, dann stellt der Mann fest, er ist noch unrasiert, also hin zum Friseur.

Als man nun endlich losgehen will, merkt die Frau,daß der Anzug kaputt ist, schnell müssen Flicken, Nadel und Faden her, um noch rechtzeitig zur Kirmes zu kommen. Alles scheint nun für den Gang zur Kirmes perfekt zu sein, man geht auch los- doch plötzlich fängt es an zu regnen (was wir nicht am Spieltag erhoffen) der Mann muß schnell zurück und einen Regenschirm holen,damit man trockenen Fußes zum Kirmeslokal kommt. Dort wartet auf die beiden Spieler - für die Frau ein Glas Wein, für den Mann ein Glas Bier - und wenn dieses nach dieser Stra paze getrunken ist, gibt es den Schlußpfiff für das 9. Spiel und wir werden sehen, welche Mannschaft am schnellsten zur Kirmes gekommen ist.

Das Finale im lo. Spiel vereinigt noch einmal die ge­samte Mannschaft und die einzelne Mannschaft hat auf einer großen Tafel aus über 2oo Luftballons, die aufzubla­sen sind, ein Motto zu bilden, das uns während der Ober- elberter Kirmes-Tage begleiten soll.