Ausgabe 
8.12.1972
Seite
1945
 
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Der erste und

der letzte Dienstmann in Montabaur

Am 2o. Mai 191o machte der Magistrat der Stadt Montabaur bekannt, daß er Karl Gromig als Dienst - mann angenommen habe und setzte nach § 76 der Gewerbeordnung für von ihm geleistete Dienste nach- benannte Taxen fest:

1 Paket bis zu 15 kg schwer vom Bahnhof bis zur Woh­nung 2o Pfg. von 15 - 25 kg = 5o Pfg.

Für die Beanspruchung der Dienstleistung von einer Stun­de ohne Wagen 4o Pfg. und mit Wagen 5o Pfg. (Kreisblatt Nr. 76 "v. 22.Mai 191o)".

Es war noch die alte gute Zeit, da es in Montabaur kaum ein Auto gab und noch alle Reisende mit der Eisenbahn nach hier kamen. Wenig später, am l.Juni 191o, wurde die Westerwaldbahn Montabaur-Wester­burg eröffnet. Der Dienstmann war damals ein sehr gefragter Mann. Zwanzig Jahre später sollte es schon anders sein. (Siehe auch Kreisblatt Nr. 81 vom 31.

Mai 191o: Einweihung der Eisenbahn-Neubaustrecke- Westerburg -Wallmerod -Meudt -Montabaur).

Karl Gromig, geb. am 22. Juni 1886 zu Montabaur,

Sohn von Peter Gromig, Schuhmacher, und Katharina Maus, verstorben am 6. November 197o zu Welsch- neudorf, verheiratet seit dem 6. Mai 1911 zu Monta­baur mit Maria Anna Herbst, geb. am 24.8.1889 zu Boden, Tochter von Kaspar Herbst und Maria Mieß, Boden.

STAATL. GYMNASIUM Fortsetzung von Seite 4!

in dem jeder Schüler nach eigenen Neigungen und Inter­essen weitere Fächer hinzuwählen kann. Alle Schüler werden demnach künftig wesentlich größere Möglich­keiten haben, ihren Fächerkanon für die beiden letzten Jahre vor dem Abitur nach eigener Entscheidung zu ge­stalten.

In Rheinland-Pfalz trägt die Oberstufenreform den Namen "Mainzer Studienstufe". Die Mainzer Studienstufe hat sich in dreijährigem Versuch an verschiedenen Gymnasien bewährt und soll zeitlich gestuft an allen Gymnasien in Rheinland-Pfalz eingeführt werden.

Zur Zeit beraten die Lehrer, der Schulelternbeirat und die Schülervertretung über den Zeitpunkt der Einführung am Gymnasium Montabaur.

Wir werden die Eltern über das Besprechungsergebnis der verschiedenen Gremien informieren.

BALTES, Oberstudiendirektor.

"Ein Königreich auf Erden"

Ein Königreich auf Erden sind die Bretter der Studio­bühne "oase für die Aktiven und ein treues StammpUf - ,Mikum. Dieses Mal geht es jedoch um ein gleichnami- es Werk von Tennessee Williams, das am 9.12.1972, o.oo Uhr in der "oase" Premiere hat. Dem Wunsch vieler Freunde folgend, finden auch an beiden Weihnachts tagen Aufführungen statt. Weitere Vorstellungen sind am lo.12.72, am 16.1^.72 und am 17.12.72 jeweils 2o.oo Uhr.

Nachdem "die oase" 1967 mit ihrer Einstudierung des Werkes "Endstation Sehnsucht" von Tennessee Williams in zahlreichen Gastspielen Erfolg hatte, verspricht diese Aufführung in ihrer beachtlichen spielerischen Leistung ein "Hit" zu werden.

Tennessee Williams 1914 in Columbus, Miss, geboren, schrieb schon während seines Universitätsstudiums Novel­len und Einakter. Für sein Drama "Die Glasmenagerie" erhielt er 1945 den Pulitzer-Preis.

Die Verfilmung des Werkes "Endstation Sehnsucht" wurde mit mehreren Preisen ausgestattet. Tennessee Williams zeigt in seinen Dramen Menschen in Grenzsituationen, Menschen, wie er sie während seiner Tätigkeit als Bar­kellner und Platzanweiser in Kinos im amerikanischen Süden kennen und lieben lernte; er verurteilt nicht.

Grund genug, derartige Stücke auf die Bühne zu stellen.

Das Stück spielt in einem Farmhaus im amerikanischen Süden; zwei Halbbrüder kämpfen in dem vom Hochwasser umschlossenen Haus um den Besitz der Farm. Der eine: kraftstrotzend, wenig zivilisiert und lebenshungrig, ein Mischling, der andere: impotent, unheilbar an Tuberku­lose erkrankt. Spielball zwischen ihnen ist ein gestran­detes Mädchen, das sich an jeden Strohhalm zu klam­mern versucht.

Besondere Freude empfinden die Aktiven der "oase" darüber, ihre Gäste zu dieser Aufführung in einem mit viel Mühe renovierten und umgestalteten Haus begrüßen zu können.

Gemeindetag Rheinland-Pfalz Verb, kreisangehöriger Gern. u. Städte

Maßnahmen gegen die Notlage der gemeindlichen Waldwirtschaft

Die schlechte Finanzlage der Waldwirtschaft hat unter den waldbesitzenden Gemeinden eine zunehmend größer werdende Unruhe ausgelöst. Die vom Land bisher ge­währten Hilfen haben nicht ausgereicht, die gemeind­liche Forstwirtschaft wieder rentabel zu gestalten. Der Gemeindetag hat sich daher erneut mit der Forderung an den Minister für Landwirtschaft, Weinbau und Um­weltschutz gewandt, die waldbesitzenden Gemeinden, j die ihren Forsthaushalt nicht ausgleichen können, endlicji durch spürbare Zuschüsse zu unterstützen.