Ausgabe 
12.11.1971
Seite
1315
 
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SAMSTAG, 2o. Nov.

15.oo Uhr Jungschar für beide Altersgruppen Vorankündigung:

Sonntag, 21. Nov. Totensonntag Gottesdienste mit an­schließender Feier des Abendmahls.

Die Busse fahren durch alle Orte jeweils zum Gottes­dienst der Kirche ihres Bezirks.

Fahrplan: Gemeindebrief Nov./Dez. !

In der Woche von Montag, 22. Nov. bis Freitag, 26. Nov. halten wir die BIBELWOCHE dieses Jahres über die Ich-bin -Worte Jesu aus dem Johannes-Evangelium. Jeden Abend um 2o Uhr im Gemeindehaus, Petersthorstraße. Die katho­lische Kirchengemeinde hat auch dieses Jahr ihre aktive Mitarbeit und Beteiligung zugesagt.

Pfarrgemeinderat Montabaur

Ausschuß 4 : Altensorge -

Der Wald erzählt aus der Geschichte!

Das war das Motto eines hochinteressanten Lichtbildervor­trages, den der Leiter des Forstamtes Nassau, Oberforstmei­ster Claus Volkening, vor den "Alten" unserer Stadt am Mittwoch, dem 27.lo.71 in der Altentagesstätte hielt.

Herr Volkening ist unseren betagten Mitbürgern kein Unbekannter mehr, denn er hat sie schon des öfteren mit herrlichen Dias-Vorträgen über die bunte Vogelwelt in der Altentagesstätte und auch im Altenheim erfreut und begeistert.

In bunten Bildern zeigte er, daß man im Walde wie in einem großen Geschichtsbuch lesen kann, man muß nur die "Schrift" erkennen, in der die Geschichte geschrieben ist.

Seit mehr als 4ooo Jahren lebt der Mensch in unserer Gegend. Er hat nichts hinterlassen als seine alten Grab­stätten, die Hügelgräber, die alten Fliehburgen am Born­kasten und am Malberg und die Gerichtsstätten am Mal­berg. Der Wald hat schützend seine Bäume darüber ge­stellt, so daß wir heute noch nach Jahrtausenden die Stel­len wiederfinden können. Überall dort, wo der Wald gero­det wurde, hat der Pflug die Hügelgräber und sonstigen Anlagen langsam eingeebnet, so daß wir nichts mehr er­kennen können.

Die alten Hohlwege zeigen an, wo unsere Vorfahren mit ihren Fuhrwerken von den Höhen in die Täler zu den Müh­len fuhren; von Gackenbach durch's Hammerloch zur Eufinger'sehen Mühle. Aber auch die Toten fuhren oft ihren "letzten Gang"; von Gackenbach über den Todten- weg zum Friedhof nach Kirchähr.

Die Siedlungen der alten Einwohner vor mehreren tausend Jahren finden wir nur selten. Alte Tonscherben deuten an, wo diese Menschen wohnten; so z.B. am Dielkopf bei Welschneudorf. Die Tonscherben weisen noch die Finger­spuren der alten Töpfer auf, oder waren mit einem Stichel kunstvoll verziert.

Vor etwa 2ooo Jahren erschienen die Römer am Rhein.

Sie bauten einen langen Grenzwall gegen die Germanen, den Limes, dessen Wall und Graben die Wälder um Monta­baur bewahrt haben, während man auf den Feldern vergeb­lich nach seinen Spuren sucht; hier hat der Pflug alles im Laufe der Zeit verwischt.

Der Römerturm - eine Nachbildung aus neuester Zeit- auf dem großen Kopf oberhalb von Arzbach läßt erkennen, daß die Römer strategisch wichtige Punkte sehr wohl er­kannten. Dort, wo in Arzbach Friedhof und Kirche sind, lag vor Zeiten ein römisches Kastell, das nach dem römi­schen Kaiser Augustus benannt war, woher sich der heutige Name "die Augst ableitet.

Die Römer bauten, im Gegensatz zu den Kelten, mit Stei­nen, wodurch sich bis heute manche Siedlungsreste erhalten haben.

Die alten Kelten-Vorfahren der Germanen - bauten mit Holz, das im Lauf der langen Zeit vollständig vermodert ist.

Ein anderer, kleinerer Wall ist noch bei Niederelbert-Ober­

elbert-Welschneudorf deutlich zu erkennen; er wird oft mit dem Limes verwechselt.

In Wahrheit handelt es sich um die Abmarkung des sogen. Wildbannes. Die alten Landesherren hatten allein das Recht, auf der Montabaurer Höhe zu jagen. Ihr bean­spruchtes Jagdgebiet grenzten sie mit Wall und Graben ab. Die Sporkenburg, deren Ruine sich zwischen Arzbach und Bad Ems auf einem spitzen Bergkegel erhebt und ddas alte Schloß zu Montabaur, spielen im Zusammenhang mit den alten Landesherren und ihrer Jagd eine wichtige Rolle,

Neben den Erdbauwerken spricht die Geschichte aber auch aus alten Grenzsteinen, in die Buchstaben oder Wappen eingemeißelt sind. Wer weiß schon was die Buchstaben CT bedeuten ? Kurfürstentum Trier ! Insbesondere alter landesherrlicher Waldbesitz wurde mit solchen Steinen abgemarkt.

Kreisrunde, oftmals wassergefüllte Löcher im Waldboden geben Kunde aus allerjüngster Vergangenheit. Sie sind Zeugnisse des letzten Krieges, als auch in unseren Wäl­dern Bomben fielen und Trichter hinterließen. Merkwürdige Verwachsungen an alten Buchen geben Kunde aus den Hun­gerjahren 1946 und 1947 nach dem großen Kriege. In die­sen Jahren hingen sehr große Mengen von Bucheckern an den Bäumen, deren Äste sich unter der Last der ölhaltigen Früchte bogen. Viele, viele Menschen zogen damals in den Wald, um mühsam die Bucheckern zu sammeln, deren Öl sicherlich im wahrsten Sinne des Wortes zahlreichen Menschen das Leben gerettet hat. Ein langes Seil wurde um den Baum geschlungen und mit einem Traktor ruck­weise angezogen. Durch die Erschütterung regneten die Bucheckern herab auf die ausgebreiteten Tücher auf der Erde. Ein rationelles Verfahren, um schnell zu großen Mengen Bucheckern zu kommen! Die Rinde des Baumes aber wurde durch den Seilzug verletzt und vernarbte im Lauf der Jahre. Wie lange noch wird man um dies wissen?

Die Lichtbilder des Oberforstmeisters Volkening schlugen eine Brücke aus der Frühzeit der Besiedlung unseres Rau­mes über die Römer, das Mittelalter bis in unsere jüngste Vergangenheit. Jede Zeit hat ihre Spuren im Walde hirrter- lassen, der somit ein großes, altes Geschichtsbuch ist.Man muß nur verstehen, darin zu lesen, dann wird man man­ches "Geheimnis entdecken.

Mit ehrlichem und begeistertem Applaus dankten die inter­essierten Zuhörer für diesen hochinteressanten Vortrag und sie hoffen zuversichtlich, daß es nicht das letzte Beisam­mensein mit Herrn Volkening in der Altentagesstätte im Zuge der "Altenbetreuung" durch den Pfarrgemeinderat war.

VEREINSMITTEI LUNGEN

Sehr geehrte Vereinsmitglieder!

Am lo. 12.1971, 2o.oo Uhr, findet im Restaurant des neuen Landratsamtes in Montabaur die alljährliche Feier und Siegerehrung für die Gemeinden statt, die an dem dies­jährigen Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" teil­genommen haben.

Alle Mitglieder sind hierzu herzlich eingeladen. Um dem Veranstalter rechtzeitig die Anzahl der Teilnehmer mittei- len zu können, wird gebeten, die Meldung bis zum 2o.ll.71 auf der Gemeindeverwaltung Horressen abzugeben. Diese Einladung gilt selbstverständlich auch für die Ehe­frauen.

Einzelheiten über Programmgestaltung liegen noch nicht vor, werden aber vom Veranstalter durch die Presse vorzei­tig bekanntgegeben.

Günther, 1. Vors. Verkehrs- u.Verschönerungsverein Horressen

65 Jahre Brieftaubenzüchter­verein "Falke" Montabaur

"Der Zweck des Vereins ist es, die Brieftaubenzucht mehr zu verbreiten, dieselbe zu heben und zu fördern.

So steht es in den von den Gründern: Paul Seepe, Georg Sack, Philipp Roth, Heinrich Michel und Jakob Kühl unter­schriebenen und vom damaligen Bürgermeister Sauerborn