Ausgabe 
12.11.1971
Seite
1313
 
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Wilhelmine Fluck geb. Nürrenberg, Montabaur,

Koblenzer Str. 93 Jahre,

Rosa Neuroth, Heiligenroth, Mittelstr. 1, 62 Jahre,

Lucia Wagner geb, Labonte, Welschneudorf, Montabaurer Str.,To Jahre

Raphael Böhler, Horbach, Nr. 72, 45 Jahre, Schimmelpfennig, Hermann Wilhelm, Horbach, Alten­heim, 57 Jahre,

Rosa Müller, Mündersbach, Nr. 49, 85 Jahre,

Gerd Paffhausen, Wirges, Vor der Asbach 6, 42 Jahre. Heinz Günter Schrankei, Montabaur, Ignatius-Lötschert- Str. 22 Jahre,

Anna Radke, geb. Kuptz, Montabaur, Jahnstr. 3o, 81 Jahre Margerita Catalano, Ransbach-Baumbach, Rheinstr. 14o,

6 M.

Adolf Gilles, Montabaur, Fürstenweg 8, 59 Jahre,

Simon, Karl Johannes, Montabaur, V. Bodelschwinghstr. 19,

59 Jahre. I. V. gez. Unterschrift.

Stellungnahme der

CDU-Fraktion Unterwesterwald

in der Kreistagssitzung am 8.11.71 zur Schulplanung im

Kreisgebiet.

Die CDU-Fraktion begrüßt außerordentlich, daß diese In­formation über die Schulplanung im Unterwesterwald - kreis durch die Bezirksregierung Koblenz erfolgte. Dank an die Vertreter der Bezirksregierung (die Herren Metz- roth und Schwamm).

Die CDU nimmt die Ausführungen im großen und ganzen zustimmend zur Kenntnis, weil sie neben den Lösungsvor­schlägen für heute vor allem mittel- und langfristige Pla­nungen für die nächsten lo - 15 Jahre enthalten.

In der heutigen schulpolitischen Diskussion nur isoliert von der Hauptschulplanung zu sprechen, ohne die anderen weiterführenden Schulen wie Realschule und Gymnasium mit in die Überlegung einzubeziehen, würde sicher der Sache nicht gerecht.

Die Vorstellungen der CDU für die Entwicklung des Schul­wesens im Unterwesterwaldkreis lassen sich wie folgt zu­sammenfassen:

Neben der einen oder der anderen Hauptschule, die in ei­ner Übergangszeit ihre notwendige Berechtigung haben, sind im Kreisgebiet drei Schulzentren zu entwickeln, in denen alle weiterführenden Schulen zur größtmöglichen Zusammenarbeit gelangen, in denen gemeinsame Eingangs­klassen die Schullaufbahn eines Schülers besser erkennen lassen, in denen Einrichtungen wie Sporthallen und anderes gemeinsam genutzt werden und in denen keine Sackgassen den Bildungsweg eines Schülers versperren.

Die Standorte dieser Schulzentren sind Montabaur, Höhr- Grenzhausen und Wirges-Siershahn. Im letzten Fall nennen wir ganz bewußt beide Gemeinden, weil wir der Auffas­sung sind, daß das 3. Schulzentrum sinnvoll nur zwischen beiden Gemeinden entwickelt werden kann.

An der Hauptschule der Verbandsgemeinde Selters soll für die leistungsfähigen Schüler (A-Kurse) ein freiwilliges lo Schuljahr eingerichtet werden, um den Kindern dieses Raumes einen gleichwertigen Abschluß wie den der Real­schule (Abitur 1) zu ermöglichen. (Schulversuche dieser Art laufen z.Zt. in Rheinland-Pfalz)

Mit diesen Vorstellungen eines größtmöglichen Schulver­bundes befindet sich die CDU im Gleichklang mit dem Deutschen Bildungsrat, dessen Bildungskommission im Strukturplan für das Bildungswesen die Forderung nach Schul- und Bildungszentren nachhaltig wiederholt. Hier stellt sich sicher die Frage der Gesamtschule in ihren ver­schiedenen Ausprägungen. Unsere klare und eindeutige Stellungnahme dazu lautet:

1. Für die CDU ist die Gesamtschule kein Tabu, das beweisen die Schulversuche, die in CDU-regierten Ländern durchgeführt werden.

2 . Das Schulwesen unseres Kreises nach dem Modell der Gesamtschule zu entwickeln, ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht zu verantworten.

Die Begründung gibt der Strukturplanf.d. Bildungswesen "Für die besondere Form der integrierten differenzier­ten Gesamtschule hat die Bildungskommission ein Experimentalprogramm empfohlen, da noch zu wenig darüber bekannt ist, ob und unter welchen Bedingun­gen der aus der Integration erwartete Gewinn reali­siert werden kann.

Die Beantwortung dieser offenen Fragen ist Aufgabe wissenschaftlich kontrollierter Erprobung, in die frei­lich auch andere Typen von Gesamtschulen einzube­ziehen sein werden." S. 152.

3. Unsere Konzeption der Schulzentren ist auch für die Entwicklung zur Gesamtschule hin offen, damit wer­den Fehlplanungen und Fehlinvestionen vermieden, und es wird nichts für die zukünftige Entwicklung verbaut.

Die Grundschulplanung sieht durchweg mindestens 2-zügige Grundschulen vor.

Es ist wohl richtig, daß Grundschulverbände im Gebiet ei­ner Verbandsgemeinde entstehen sollen und Überschreitungen der Verbandsgemeindegrenze möglichst unterbleiben sollten. Aus diesem Grunde ist es notwendig, daß die Änderungen nach der Vorlage des Regierungsentwurfs für die Bildung der Verbandsgemeinden Unterwesterwaldkreis auch Folgerun­gen für die Haupt- und Grundschulplanung mit sich bringen. Deshalb bitten wir um Überprüfung der wenigen betroffe­nen Grundschulstandorte, insbesondere in der Verbandsge­meinde Montabaur (Ruppach-Goldhausen)

Sonderschulwesen

Heute 2 Standorte in Höhr-Grenzhausen und Wirges, je 4 Klassen, Kreis war und ist bereit weitere Klassenräume zu schaffen, Erweiterung scheiterte an Lehrermangel, nicht nur in Rheinland-Pfalz sondern generelles Problem.

Zukünftige Entwicklung: Um auch in der Sonderschule eine notwendige Differenzierung sicher zu stellen, ist zu über­prüfen, ob das in genügender Weise bei 3 Sonderschulen für Lernbehinderte möglich wird.

Die Argumente des Schulleiters und des Elternbeirates der Sonderschule Höhr-Grenzhausen sind in diesem Zusammen­hang sicher von Gewicht.

Die durch die Konzentration im Grundschulwesen freiwer­denden Schulgebäude müssen, da wo es sich anbietet einer sinnvollen schulischen Weiterverwendung zugeführt werden. Auf diesen Grundsätzen ist das Sonderschulwesen des Kreises weiter zu entwickeln.

Umzug

der Realschule in den Neubau

Montabaur. Am 1. Schultag nach den Herbstferien konnte die Staatliche Realschule, die z.Zt. 8 Klassen mit 27o Schülern umfaßt, den ersten Bautrakt des neuen Gebäudes "In der Bächel" beziehen. Zunächst konnten nur 15 Stammklassen - sowie die Verwaltungsräume in Betrieb genommen werden. Die gesamte Bauzeit der Schulanlage, deren Fach- und Nebenräume noch mit den notwendigen Möbeln, Lehr- und Arbeitsmitteln versehen werden müssen, dauerte 16 Monate. Der Entwurf des Realschulneubaues stammt von Dipl.Ing. W. Dümler, Höhr-Grenzhausen.

Aus Anlaß der Inbesitznahme des neuen Gebäudes fand am vergangenen Mittwoch in der Eingangshalle der Schule eine schlichte Feierstunde statt, zu der Landrat Dr. Heinen Oberstudiendirektor Baltes, Bezirksdekan Breidling und Pfar­rer Sunnus als Gäste erschienen waren. Dr. Heinen wies in seiner Begrüßungsansprache auf die großen Anstrengungen hin, die der Kreis Unterwesterwald unternommen habe, um die schulischen Verhältnisse zu verbessern. Die Inbesitznah­me des modernen neuen Baues durch die Realschule sei ein weiterer Schritt zu einer integrierten Schulform, da an der Realschule mit Beginn des neuen Schuljahres die Gemeinsame Eingangsstufe mit dem Gymnasium eingerichtet werden soll.

Insbesondere anerkannte der Landrat auch die Arbeit aller an dem Neubau Verantwortlichen, nichtzuletzt dankte er auch der Regierung und dem Land, die erheblich Zu­schüsse zur Verwirklichung des Realschulneubaues gewährt haben.