Ausgabe 
13.8.1971
Seite
1137
 
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i.-fadfinder in Österreich

14 Tage im Zeltlager verbracht

Ein zweiwöchiges Zeltlager bei Mauterndorf-Lungau/Land Salzburg (Österreich) mit zahlreichen Ausflügen in die herrliche Umgebung haben 27 Jungen der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg, Stamm Montabaur e.V. mit ihren fünf Begleitern hinter sich.

Begonnen hatte es am Freitag, dem 16. Juli, abends gegen 21. oo Uhr als sie von ihrem Pfadfinderheim aus zu dieser Ferienreise starteten. Die folgenden 14 Tage brachten täglich etwas Neues.

fylit großem Eifer und viel Geschick wurden zunächst die Lagerbauten errichtet; jede Sippe baute einen eigenen Tisch, gemeinsam wurden der Lageraltar , das Kreuz, das repräsentative Eingangstor und eine Lagerbar erstellt. Nach der anstrengenden Arbeit kam das Vergnügen: drei ganztägige Bergtouren standen auf dem Programm.

Bei der ersten fuhren die Jungen mit Europa's steilstem Sessellift zum Großeck (2o66 m ) und wanderten von dort aus zum Speiereck ( 2411 m) von wo aus sie eine schöne Aussicht auf den ganzen Lungau hatten. Die zweite Wanderung brachte sie, vorbei an einem stillen Gebirgssee, auf den höchsten Berg, den Preber (2741 m). Mit großer Anstrengung erklommen sie den steilen Gipfel, wo sie durch eine weite Rundsicht für ihre Mühen belohnt wurden. Bei der dritten Tour konnten nur die Schwindelfreien den 2524 m hohen Gipfel des Großen Gurpitscheckes erklimmen und beim Abstieg das, von allen Alpenbesuchern begehrte, Edelweiß (mit Erlaubnis) pflücken.

Das nahegelegene, berühmte Schloß Moosham aus dem Mittelalter stand ebenso auf dem Programm wie der traditionelle Samsonumzug in Mauterndorf.

Als Höhepunkt der Ausflüge unternahmen die Pfadfinder eine ganztägige Busrundfahrt durch das nahe Kärnten, vor bei an den zahlreichen berühmten Seen des Landes.

Ein Fußballspiel gegen die Mauterndorfer Jugend vertiefte die Beziehungen zu der einheimischen Bevölkerung. Für die ihnen erwiesene Gastfreundschaft bedankten sich die Pfadfinder mit einem Arbeitstag auf einer der zahlreichen Almen.

Bei einer zweitägigen Aufgabenfahrt in die Umgebung waren die einzelnen Sippen ganz auf sich selbst angewie­sen. An mehreren Abenden fanden Lagerfeuer statt, teils mit Spießbraten oder gebratenen Würstchen. Das ab­wechslungsreiche und reichliche Lageressen, von den Jungen immer selbst zubereitet, schmeckte allen Lager­teilnehmern ganz hervorragend. Sogar eine Lagerzeitung, in der kleine und große Geschehnisse des Lageraltages festgehalten wurden, erschien mehrmals.

Das Lager stand unter der bewährten Leitung von Günter Wagner (Truppchef ) Bernd Sack (Zweiter Stammesvor­sitzender), Pfarrer Hasselbach, Horressen (Truppkurat), Rudi Maier und Jürgen Henritzi (Assistenten).

Für alle Teilnehmer war das Lager ein Erlebnis; gewiß erinnert sich jeder gerne an diese schönen Ferientage in Mauterndorf.

Messdienerzeltlager in Abtsroda/Rhön

" Prost Herr Kaplan..."

So hörte man die Messdiener aus Montabaur auf dem Kreuzberg in der Rhön ihrem Chef zuprosten. Zu viert saßen sie dabei vor einem 1/2 Liter Krug. "Das Zeug schmeckt gut, nur ist es viel zu wenig". Kein Wunder, denn auf diesem Klosterberg brauen die Mönche das Bier noch selbst. So durften die Jungen bei ihrer Mittags- rast zu den mitgebrachten Broten alle ein paar Schluck probieren.

Zum Kreuzberg führte die Messdiener aus Montabaur eine Rhönrundfahrt, die sie von ihrem Zeltlager aus unternommen hatten. Die Stadt Fulda mit Dom und Barockviertel, die Zonengrenze und das große Moor bei der Wasserkuppe waren weitere Zielpunkte dieser Rundreise. Bei Abtsroda, nicht weit von der Wasserkuppe, hatten die Messdiener aus Montabaur, Eschelbach und

dem Gelbachtal mit ihrem Kaplan und den Gruppenfüh­rern und 2 Küchenfeen für lo Tage ihre Zelte aufgeschla­gen. ;

Stand während der ganzen Tage das Barometer auf "schön", so war damit auch die Stimmung des Lagers gekennzeich- net. Geländespiele wurden wegen der großen Hitze auf nachts verlegt. Der Erfolg blieb nicht aus: es hatte kei­ner einen Hitzeschlag, aber die Unterhosen wurden dafür öfter gewechselt.

Begeistert waren alle Jungen bei einem Besuch auf der Wasserkuppe von den Segelflugzeugen, die hier stän­dig starten und landen. Dies gab Ansporn, im Lager ;

selbst Segelmodelle zu basteln. Im Wettbewerb wurden J sie dann in die Lüfte geschickt. Unter großem Jubel wur- ; den Flugweiten bis zu 3 km erreicht.

Viel zu Lachen gab es beim Elternnachmittag. Trotz gros- i ser Entfernung waren viele Eltern gekommen. Die Jungens I hatten ein spritziges und freches Programm zusammenge- { stellt. Höhepunkt dieses nachmittags war ein Boxkampf j in dem sich das Dreikäsehochtalent Ulrico Kaulo und : der Altmeister Kaplano Scholzo gegenüberstand. Nach 3 Runden Gelächter war der Altmeister ko. Zwei Eimer kaltes Wasser waren nötig, um ihn wieder auf die Beine zu bringen.

Am letzten Abend feierten die Messdiener im Fackel- . schein eine Hl. Messe. Man hatte allen Grund "Dank zu sagen" für die erlebnisreichen Tage in der Rhön.

Tonnerre und seine Umgebung

Die "Fosso Dionne.

Diese außerordentlich ergiebige Quelle ist das Originellste dieser Stadt. Man versteht, daß ein derartiger Wasser­überfluß die unsteten Urbewohner bewegen konnte,sich hier niederzulassen, sicherte er ihnen doch, ohne große -i Anstrengung ihrerseits, das zur Existenz nötigste Element. Frühzeitig erschien auch der in der Umgebung angesiedel­ten Bevölkerung diese Quelle als ein göttlicher Schutz.

Es ist unzweifelhaft, daß diese Quelle im Laufe der Jahr­hunderte von den Menschen zweckmäßig ausgenutzt wur­de. Im XVIII. Jahrh. während der Verwaltung durch Louis Deon, Vaterdes berühmten Ritters, wurde die Quelle so eingerichtet, wie wir sie heute noch sehen.

Eine sehr geschickte Einrichtung läßt das für das Becken j bestimmte Wasser in dieses einlaufen. Eine kreisförmige Konstruktion bildet ein Bassin, in das das Wasser aus f. der Tiefe der Berge rein und klar fließt. Der große Was- ) serstrahl wirft sich in Kaskaden manchmal strömend nach 1 vorn. Ein eingebautes Schleusentor dosiert die zur Versor- [ gung des Umkreises benötigte Menge. ;

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Um den Wäscherinnen während der Arbeit Schutz zu bie- ' ten, hat man ein kreisförmiges Dach angebracht, gestützt ; durch ein starkes Gerüst. In den dicken Wandungen wur- j den weite Kamine eingebaut, in deren Herde die Wäsche f gekocht werden konnte um dann nach altem Brauch jj weiterbehandelt zu werden. j

Das Ganze bildet einen Kranz von Häusern, wovon einige bereits sehr alt sind, gekrönt durch Laub und obendrein durch den Glockenturm von St.Peter, eine Komposition ebenso dekorativ wie unerwartet.

Die Freunde alter Straßen können hier eine Anlage bewun­dern, die aus dem XVIII. Jahrh. vollkommen intakt zu uns herüber gerettet wurde. Die Art nach alter Sitte zu waschen, besteht natürlich heute nicht mehr. Das wissen auch die Zeichner und Maler, die oft genug ihre Staffe" lei hier aufgestellt haben.

Die Kirchen von Tonnerre

Die erste Kirche von Tonnerre und lange Zeit die einzig e war die Kirche St.Aignan. Eines Tages wurde ihr von dem Kloster von Molesmes ein Priorat angegliedert. Zu Beginn des Xll.Jahrh. wurde sie zerstört und ihrer Be­stimmung entzogen.

Hotel Dieu und Notre Dame

Im XI. Jahrh. wurde zu Füßen der Hügel St.Peter und '

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