Ausgabe 
2.7.1971
Seite
1070
 
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VERSICHERUNGEN FINANZIERUNGEN * IMMOBILIEN

MONTABAUR PETERSTORSTR 7 9 Tel 30 8 0

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Gern. Großholbach, 28.6.1971, 18.5oUhr.

Pkw-Fahrer befuhr die B 49 aus Richtung Montabaur kom­mend in Richtung Limburg. Hinter einer scharfen Rechts­kurve bei km 15,2oo, kam er mit seinem Fahrzeug ins Schleudern, streifte einen Leitpfahl, kam anschließend nach rechts von der Fahrbahn, fuhr wieder nach links und streifte einen ordnungsgemäß rechtsfahrenden entge­genkommenden Omnibus, wurde nach rechts geschleudert und blieb im rechten Straßengraben stehen. Der Pkw-Fah- rer wurde aus dem Fahrzeug geschleudert und mußte verletzt in das Krankenhaus Montabaur eingeliefert werden. An beiden Fahrzeugen entstand erheblicher Sachschaden.

Holler, 28.6.1971, 11.35 Uhr.

Pkw-Fahrer befuhr die L 326 von Holler kommend in Richtung Montabaur. Bei km 1,65o wurde er von einem entgegenkommenden Lastzug gestreift. Der Lastzug-Fahrer setzte seine Fahrt fort ohne sich um den entstandenen Schaden zu kümmern, konnte jedoch ermittelt werden.

Am Lkw entstand leichter, am Pkw erheblicher Sachscha­den.

Tonnerre und seine Umgebung

ln Anbetracht seiner Lage im Herzen der französischen frovinzen, in der Nähe von Paris, weiter was seine zau­berhaften Landschaften betrifft, genießt die Provinz der "Yonne" ein besonderes Interesse. Unter den verschiede­nen Regionen dieser Landschaft ist die 'Tonnerrois' von anz besonderem Reiz. Sie wird durchkreuzt von der traße N. 5 (Paris-Genf). L Armancon, ein fischreicher Bach, schlängelt sich lieblich durch die Gegend, beglei­tet von dem Bourgogne Kanal. Auch fehlen ihm nicht die kleinen Zuflüsse, welche die Nahrung bringen für die Forellen, gleich teuer den Anglern wie den Fein­schmeckern. Außerdem besitzt diese Region noch einige andere poetische Ufer des Baches " le Serein", ausge­dehnte Wälder und weite Kulturen, was angenehme Wanderwege verspricht. Der Reichtum an monumentalen Gebäuden ist groß.

So bietet das "Tonnerrois" einen breiten Fächer besonde­rer Freuden um jedem Geschmack gerecht zu werden. "Tonnerre" ist die Hauptstadt dieses kleinen Reiches.

Tonnerre

Dem Besucher ist anzuraten, sich zunächst eine General­ansicht der Stadt zu verschaffen, indem er die Terrasse der Kirche St.Peter besteigt, wo er einen idealen Über­blick finden wird. Von dieser Höhe schließt der Blick die Altstadt mit. ein, deren braune Dächer sich an den Berg anzuschmiegen scheinen. Darüberhinaus sieht man die lange Linie der Bäume, die stromauf und stromab dem gewundenen Lauf des Baches folgen, um sich in der Ferne zu verlieren. Dem Gast öffnet sich sofort der Charakter dieser Landschaft und er wird diese Ebene, seit eh und je dem Anbau von Getreide gewidmet, die Hügel die früher einmal mit Reben bedeckt waren, die ganze harmonische Schönheit und den Reichtum dieser Gegend bewundern müssen.

Ein wenig Geschichte Der Grund aus dem der Mensch sich entschied sich in dieser Gegend festzusetzen, ist die Präsenz zweier lebenswichtiger Dinge: eine ausgiebige Quelle (wir wer­den sie nachher noch besuchen) und ein erhöhter Stand, als Zuflucht und Schutz usw. das die ganze Gegend be­herrschende Plateau oberhalb der St. Peter Kirche. Im Süden abgeschlossen durch einen Sporn und nur von einer Seite begehbar, bot dieses Plateau der Urbevölke­rung eine solide Position. Hier war es wo eine erste Niederlassung entstand, die später nach guter Entwick­lung den gallischen Namen "Tornodorum" trug.

Während mehrerer Jahrhunderte blieb diese Stadt auf dem Vorgebirge bestehen. Die im Norden befindliche Wald- schutzwenr verhinderte jeden Zugang. Von der inzwi­schen zum Christentum bekehrten Bevölkerung wurde an

dieser Stelle eine Kirche erbaut, St.Aignan genannt.

Nach und nach, in dem immer mehr verbreiteten Wun­sche sich das Leben zu erleichtern, trat der Sicherheits­gedanke zurück und die Bevölkerung verließ die Höhe um sich mehr auf den Hängen der Hügel niederzulassen und so der fruchtbaren Ebene und dem Wasser näher zu sein.

Im XII JH. wurde auf dieser Plattform ein Heiligtum errichtet, von dem jedoch nur noch Spuren vorhanden sind.

Mißgeschick blieb den Bewohnern "Tornodorums, jetzt Tonnerre genannt, nicht erspart. Invasionen brandeten gegen ihre Stadt. Die Barone, Repräsentanten der könig­lichen Macht, hatten sich zu Erbherren gewandelt und der "pagus" Tonnerre wurde eine der ältesten und bedeu­tendsten Grafschaft Frankreichs.

Eine wohltätige Prinzessin, Gräfin von Tonnerre, Marge­rite der Bourgogne, ließ vor den Toren der Stadt, in der Nähe des Baches ein Hospital errichten. Das weite Dach, das wir heute noch sehen, bedeckte zu der Zeit das Ganze der bedeutenden Unternehmung.

Das XVI JH. brachte den oftmals blutigen Kampf der Katholiken gegen die Hugenotten. Das größte Ereignis dieser Zeit war der Brand im Jahre 1556 der, von un­bekannter Hand entfacht, fast die ganze Stadt niederlegte.

Nach dieser Katastrophe machten sich die Tonnerrois an den Wiederaufbau. Eine große Zahl der noch heute be­stehenden Häuser stammt aus dem Ende des XVI und An­fang des XVII JH. In der Umgebung entstanden trotz Krieg und sonstiger zeitlicher Unglücke auf Tonnerre schem Boden prächtige Niederlassungen wie Ancy le Franc, Tanlay, Mauines, deren Architektur zu den schönsten Kreationen Frankreichs zählt.

Wir erreichen jetzt die uns nähergerückten Perioden, von denen wir die meisten Zeugen behielten. Die ältesten Partien unserer Stadt stammen aus dieser Zeit. Verschie­dene dieser Häuser tragen die Last ihrer Jahre, wir neh­men ihren bäuerlichen Charakter wahr und ihre pittoreske Schönheit ohne zu verkennen wie nötig es wäre, sie aus Sicherheitsgründen durch für die heutige Zeit geeig­netere Behausungen zu ersetzen. Es fällt leicht, sie zu erkennen und einzuordnen in die verschiedenen Jahrhun­derte ihrer Erbauung, Behausungen, deren Holzgerüst ein nur armseliges Baumaterial zusammenhält, das entgegen seines Aussehens doch seine Haltbarkeit bewiesen hat.

Die meisten dieser Häuser haben einen Giebel zur Straße und besitzen noch heute einen reellen Charakter. Iro XVII -JH wurde mit Vorliebe in Stein gebaut.

Das Tonnerrois ist übrigens ein Land der Kalksteine» es gibt zahlreiche Steinbrüche, die für eine Menge bedeu­tender Monumentalbauten Frankreichs das Material lie­ferten. Aus der Zeit Louis XIII und Louis XIV besitzt Tonnerre einige bemerkenswerte Häuser, gut erkenntlich durch Stil und Aussehen. Sie sind rechtwinklig und sogar im Karree angeordnet und besitzen einen Innenhof.

Im Jahre XVIII JH entstanden in Tonnerre besonders schöne Bauten, die zu den bemerkenswertesten der Stadt gehören, insbesondere in der Vorstadt des "pont Notre- Dame", heutige rue du pont.

Das XIX JH sah die Errichtung mancher Niederlassungen für verschiedene Industriezweige, die sich bis zum Ausbruch des Krieges 1914 gut entwickelt hatten. Seit­dem nahm Tonnerre, wie jede andere Stadt, teil an der rasenden Entwicklung, entfacht durch die dramatischen Ereignisse der Jahre 1939/45. In der jetzigen Zeit wird immer mehr gebaut, überall entstehen neue weiße Flecken in der Landschaft, die das Grün verdrängen.

Die Kirche St.Peter»

Die Konstruktion dieser Kirche gehört verschiedenen Zeitaltern an. Wir haben ja bereits eine erste Kirche aus dem XI JH erwähnt, von der jedoch nur noch ein