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AMTLICHE BEKANNTMACHUNGEN
Pockenschutzimpfung 1971
Die Pockenschutzimpfung der Erstimpflinge des Jahrganges 197o findet
am FREITAG, dem 21. Mai 1971 um 14. oo Uhr in der
Joseph-Kehrein-Schule - Erweiterungsbau
statt.
Impfpflichtig sind auch zurückgestellte Kinder, sofern sie das dritte Lebensjahr noch nicht vollendet haben.
Die Wiederimpfung der Kinder des Jahrganges 1959 wird ebenfalls
am FREITAG, dem 21. Mai 1971 durchgeführt.
Schüler der Realschule; lo.3o Uhr in der Realschule
Schüler des Gymnasiums: 11. oo Uhr im Gymnasium Schüler der Joseph-
Kehrein-Schule; 14.3o Uhr in der Joseph-
Kehrein-Schule
Für Kinder, die wegen Krankheit nicht geimpft werden können, ist vor dem Impftermin eine Bescheinigung des behandelnden Arztes bei der Ortspolizeibehörde, Rathaus Zimmer 7, vorzulegen.
Die Nachschau findet eine Woche später, am FREITAG, dem 28. Mai 1971 zu den gleichen Zeiten statt.
Das Impfbuch ist zu der Impfung mitzubringen. Montabaur, den 4. Mai 1971
Stadtverwaltung Montabaur als Ortspolizeibehörde Mangels, Bürgermeister
BEREITSCHAFTSDIENSTE
Ärztlicher Sonntagsdienst
SONNTAG, den 16. Mai 1971
Dr. Edgar Korb, Montabaur, Herzog-Adolf-Str.
Tel. 5357
DONNERSTAG, den 2o. Mai 1971 - Christi Himmelfahrt- Dr. Franz Noll, Montabaur, Bahnhofstraße 37,
Tel. 3232
Zahnärztlicher Sonntagsdienst
SONNTAG, den 16. Mai 1971
Dr. Hennig, Wirges, Vor der Asbach 13, Tel. 9498 ZÄ. Franzen, Stromberg, Isenburger Str.
DONNERSTAG, den 2o. Mai 1971 - Christi Himmelfahrt- Dr. Salzmann, Montabaur, Kaiserstraße 2,
Tel. 8119
ZA. Merfels, Ransbach, Hohlstraße Tel. 2721
Apotheken-Dienst
v. Samstag, dem 15.5., 13.oo Uhr bis Samstag, den 22.5.1971, 13.oo Uhr
RATHAUS-APOTHEKE, Montabaur, Großer Markt 8,
Tel. 3426
Krankenwagen
SAMSTAG/SONNTAG, den 15./16. Mai 1971 Zentrale Montabaur , Telefon; (o26o2) 3777 Rettungswagen und Krankenwagen I, II, III
DONNERSTAG, den 2o. Mai 1971 - Christi Himmelfahrt- Zentrale Montabaur, Tel. (o26o2) 3777 Rettungswagen u. Krankenwagen I, II, III
Kirchenchor auf Tonnerre-Fahrt
Freundschaft vertieft - Die Kerze in "Notre Dame" MONTABAUR. t)er Weg nach Tonnerre führt über Ver-
dun. In doppeltem Sinne; denn wer diese Stadt am Südhang des Argonnerwaldes hinter sich gebracht hat,
dem öffnet sich auch der andere, bessere Weg nach Tonnerre, zum Partner, nach Europa.
Trier und Luxemburg werden passiert, in Metz ist Mittagspause. Und dann Verdun. Man kann diese Stadt nicht einfach links liegen lassen. Sie stellt sich einem in den Weg. Fort Vaux, Douaumont, Fleury, das riesige Gebeinshaus. Dürftig die Vegetation, Kanonendonner und i Todesschrei scheinen noch in der Luft zu liegen. Mehr als ] sechshunderttausendfacher Tod auf beiden Seiten - da sind . keine Sensationen, keine gelangweilten Touristengesichter angesichts nicht endenwollender Gräberreihen.
Verdun - damals Gericht, heute Botschaft für zwei Völker = die sich selbst ein Signal gesetzt haben. ' 1
Weiter geht es. Irgendwo zweigt eine Straße nach Valmy ab. Die berühmte Kanonade. Da ist durch Jahrhunderte 1 hindurch so wenig Friedliches, Gemeinsames, Einigendes, was mit dem Nachbarn verbindet.
Später, fruchtbares Land, riesige Felder, überall junges Grün. Irgendwo ein Straßenschild: "Dijon 17o km". Unversehens stimmt jemand im Bus das Lied an, das der Chor in französischer Sprache singen wird; "Sur la route de Dijon..", und schon ist die "Gesangstunde auf Rädern” angebrochen. Die Landschaft wird hügelig, noch 34 Kilo- ; meter bis Tonnerre. Und dann fährt der Bus in das Städtchen ein. Altersgraue Häuser, viele schmucke Neubauten, wie daheim. Eine Kirche grüßt vom Felsen über der Stadt: "St.Pierre”, auch wie daheim. Dann stehen plötzlich viele Menschen da. Bekannte Gesichter, ein Willkommenstrunk wird gereicht. Und der Leiter des Kirchenchors von Notre Dame, Mr. Minot, heißt die Reisenden willkommen: ^
” Wir wünschen, daß die Freundschaft, die vor einem Jahr bei Ihnen in Montabaur begonnen hat, in der Eintracht der Herzen noch fester werden möge!” Herzlich dankt Willi Fresenius, der Vorsitzende der "Cäcilianer". Ohne Einschränkung an Herzlichkeit und Freude übernehmen die Quartiersleute "ihren" Gast: die Gastfreundschaft, die allen : zuteil wird, ist nicht zu übertreffen.
Hochamt. "Die Kerze, die Sie uns voriges Jahr in Montabaur geschenkt haben, brennt hier jeden Sonntag, damit sie uns an unsere Freundschaft erinnert", sagt Pfarrer Simonnet. Und Dekan Breidling erwidert: "Wir müssen einander Licht sein in unserer dunklen Welt]" Drei Kirchei? chöre gestalten den Gottesdienst musikalisch.
Nachher empfängt Bürgermeister Dr. Suisse und der Stadtrat die deutschen Gäste im Rathaus. "Ich wünsche allen Einwohnern unserer beiden Städte viel Glück für unsere Partnerschaft!" sagt das Stadtoberhaupt. Der Kirchenchor unter Leitung von Alfred Koob grüßt mit einem Lied und Dekan Breidling dankt für die herzliche Aufnahme in Tonnerre. Ein Umtrunk wird gereicht. Das alles geschieht : unter der Fahne von Montabaur, die ausgebreitet von der \ Stirnwand grüßt. Im Vordergrund die Wappen beider Städte, Nachmittags ist Schloß besichtigung. Der Abend bildet den Höhepunkt. Im überfüllten Rathaussaal finden sich Gastgeber und Gäste ein. Es wird ein fröhlich-gelöster Gesangwettstreit dreier Chöre. Ehrungen für Dr. Gerard, den Vak; der Partnerschaft, wie sie in Tonnerre sagen.
Willi Fresenius nimmt ein wertvolles Geschenk von "St. Charles", dem Kirchenchor von Notre Dame entgegen, überreicht durch Mme. Lescadieu, der Vorsitzenden.Als Gegengabe erhält sie und Mr. Marcos vom Rhythmischen Chor holzgeschnitzte Wappenteller. "Wir kamen mit offe- . nem Herzen und haben offene Herzen vorgefunden" sagt Willi Fresenius. Er entbietet auch die Grüße von Bürgermeister Mangels und Stadtrat. Mozarts "Ave verum" wird unter Mr. Minot ohne vorherige Probe von beiden Chören in herrlicher stimmlicher Gemeinsamkeit dargeboten. Unter den Freunden ist auch Mr. Camus, der Präsident der franz.-deutschen Gesellschaft zu sehen. Später wird getanzt. Es wird eine lange Nacht... Sprachschwie- rigkeiten? Die gibts, aber sie werden mit Gesten und Blicken überbrückt. Und wo Not am Mann ist, hilft Chantalle Kontzeler, die charmante Deutschlehrerin in Tonnerre.
Am Montagmorgen sollte um 9.3o Uhr Abfahrt sein, es wurde viel später; denn es gingen Freunde auseinander, und da fällt das Abschied nehmen schwer. Die Rückreise führte über Nancy, Luneville, Straßburg und über die Autobahn nach Montabaur. Wer von Tonnerre nach Monta’ baur zurückkehrt, braucht nicht mehr über Verdun zu

