Ausgabe 
24.12.1970 (31.12.1970 Neujahr)
Seite
665
 
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Nachrichten blatt der 6emeinden

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Für die Stadt Montabaur und die Gemeinden Bladernheim, Bodep, Daubach, Eigendorf, Eschelbach, EttersdoH^äcIcenbach (mit Dies und Kirchähr) Großholbach, Heiligenroth, Hübingen, Holler, Horbach, Horressen, Niederelbert, Oberelbert, Reckenthal, Ruppach-Gold

hausen, Stahlhofen, Untershausen, Welschneudorf, Wirzenborn.

Wenns um 6eld geht....

Jahrgang 1

WEIHNACHTEN / NEUJAHR 197o/71

Nummer 52

utjL»ANKEN ZUR ötölNUUNG

Futurologen haben Hochkonjunktur. Am Beginn des neuen Jahrzehnts haben sie in faszinierender Betriebsamkeit Optimismus, Zuversicht, Hoffnungen - doch auch Skep­sis, Ängste und Utopien verbreitet.

Hinter den meisten Voraussagen stehen " wenn und " aber Heute ist es schwieriger, für 3 Jahre zu orakeln, als vor loo Jahren die Entwicklung von 3 Jahr­zehnten zu prophezeien. Nur eine Prognose lassen Wis­senschaftler una Philosophen ohne. Fragezeichen :

Unser Dasein wird in den 7oer Jahren von einer gigan­tischen Technik bestimmt - und ist von deren Funktionie­ren abhängig; einer Technik, deren elektronische Kal­kulation den großen Krieg verbietet.

Kann uns eine solche Prognose beruhigen ?

Vieles deutet darauf hin, daß uns ein schwieriger Zeit­abschnitt bevorsteht, Jahre der Hektik und Schnellebig- keit, die Begriffe wie Verunsicherung, Umfunktionie­ren und Protest aus den 6oer Jahren übernehmen. Wir alle leben in einem Jahrzehnt mit grellen Farben, mit sonderbaren Revolutionen in der Mode, in der Kunst, in der Gesellschaft. Wir spüren allenthalben, daß mehr als in der Vergangenheit kritisch unsere Lebensformen zu überprüfen und neu zu bewerten sind. Neue uns gemäße Lösungen müssen gesucht werden. Hierbei stellt die junge Generation manche Fragen, die in einer offenen Diskussion für uns und unsere Zukunft beantwortet und auch in die Tat umgesetzt werden müssen, wenn wir das Ende dieses Jahrzehnts noch in einer heilen Welt er­leben wollen.

Die Unruhe, die unser ganzes gesellschaftliches, kirch­liches und politisches Leben erfaßt hat, kann uns zum Heil oder auch zum Fluch werden.

Welche Antworten wollen wir geben ?

Den Durchschnittsmichel, dem die Zipfelmütze zwar nicht mehr die Augen und damit die Sicht nach vorn ver - deckt, stört anscheinend bei seinem ich-bezogenen Denken und Handeln weder die große noch die kleine Politik. Er hat sich an Konflikte, Krisen, Krawalle und Reformen längst gewöhnt. Dennoch müssen wir alle ein größeres

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