Ausgabe 
30.10.1970
Seite
524
 
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auf. Wie alte Bekannte taten sie. Dies schrieb er seinem Apostel zu, und in dessen Kirche lag er oft in heißem, in brünstigem Gebete.

Für Weib und Kind betete er, für Burg und Hof, die er allesamt des heiligen Thomas Schutz empfahl. So gingen Jahr und Tag dahin. Und endlich merkte er, daß es Zeit sei heimzukehren, denn eine innere Stimme sagte ihm:

" Zieh heim, sonst nimmt deine Frau einen anderen Mann ”. So trat er den Rückweg auf den Westerwald an.

Aber es war, als ob Gott ihn absichtlich nicht zeitig heim kommen lassen wolle. Bald hemmte ein himmelhoher Berg, bald ein reißender Strom seinen Weg. Gar traurig wurde es Gerhard zu Mute. Als er wieder so in tiefer Betrübnis ging, sah er plötzlich den Teufel vor sich her spazieren. Denselben Mantel trug er, der vor fünf Jahren ihm gestohlen worden war.

” Kennst du mich ? ” sprach er stehen bleibend zu dem Ritter. " Dich nicht, aber meinen Mantel ”, entgegnete dieser. Und nun gestand er, daß er es gewesen, der da­mals um Nachtherberge gebeten und ihn zum Dank dafür bestohlen. Wegen dieser Tat habe er schon viel leiden müssen, und um seine Schuld abzutragen, müsse er ihn jetzt nach Deutschland bringen, denn in seiner Burg wolle sein Weib Hochzeit feiern mit einem andern Mann.

Den Pelzmantel breitete der Teufel aus und lud den Rit­ter ein, sich auf dessen Zipfel zu stellen. Kaum hatte er das getan, so erhob sich der Teufel mit ihm hoch in die Luft. Über Länder und Meere ging die Fahrt und als sich das sonderbare Luftschiff endlich senkte, da war es auf dem Westerwald, und der Ritter glaubte kaum seinen Augen zu trauen, denn vor sich sah er die Burg Holbach.

Sein Führer war verschwunden, aber das Gefährt, der Man­tel, lag ausgebreitet zu seinen Füßen. Er zog ihn an und eilte seinem Hause zu.

Dort ging es hoch her. Mit einem unbekannten Manne feierte seine Frau Verlobung, und viele Gäste waren da.

Da trat er an sein Weib heran und warf in ihren Becher den halben Ehering. Daran erkannte sie ihn wieder, ob­wohl er sich sonst sehr verändert hatte. Sie zog die ande­re Hälfte aus ihrer Tasche. Die Stücke paßten genau zu­sammen. Es war kein Zweifel, das war ihr heimgekehrter Mann. Sie gab dem Bräutigam den Laufpaß und lebte glücklich und zufrieden mit ihrem Mann, den sie tot geglaubt hatte. Der aber glaubte nun erst recht an die Macht des heiligen Thomas.

nach O. Runkel.

EISBACHTALER Vereinsnachrichten

Eisbachtal wie aus einem Guß !

Daß die Fußball Rheinlandliga mit den Eisbachtaler Sport­freunden einen würdigen Tabellenführer besitzt, steht außer Zweifel. Eine Mannschaft - wie die Westerwälder­ein Spitzenspiel der obersten Amateurklasse mit 7 : 3 (gegen Oberlahnstein ) gewinnt, muß nicht nur etwas können, sie muß auch, obwohl gerade erst aufgestiegen, bei solchen Leistungen zu den ernsthaften Titelkandidaten gezählt werden.

Eisbachtal - Oberlahnstein 7 : 3 ( 4 : 1 )

Gemmer, Gerlach ( ab 8o.T. Ferdinand), Casel, Schön­berger, Stein E. Ferdinand, Spitz, Hommrich, Arnold, Betz, Reusch.

Mit einem solchen Ergebnis hatte bestimmt keiner der über 2ooo Zuschauer gerechnet. Die Platzherren spielten wie entfesselt und die Gäste besaßen nur anfangs eine Siegeschance. Erst als Eisbachtal Mitte der zweiten Halb­zeit etwas nachließ, kam Oberlahnstein noch einmal auf, ohne an der deutlichen Niederlage etwas ändern zu können. Im übrigen erfüllte die Partie alle Erwartun­gen, die man an ein Spitzenspiel der Rheinlandliga stellen muß. Die Zuschauer gingen aber auch deshalb begeistert mit, weil die einheimischen Stürmer so schuß­

freudig wie selten waren.

Die Besucher begannen betont defensiv. Sie überließen den Westerwäldern das Mittelfeld und konterten in der 16. Minute mit Erfolg. Gemmer berechnete einen Ball von Wilhelm falsch, und es stand o : 1. Schon sechs Minuten später gab jedoch Arnold mit dem 1 : 1 ( nach Zuspiel von Gerlach) das Signal zum Generalangriff.

In der 29. Minute konnte Ebert eine Bombe von Homm­rich noch um den Pfosten drehen. 12o Sekunden später besaß er keine Chance gegen den harten Schuß des gleichen Spielers. Dem 3 : 1 ging eine wahre Kanonade voraus. Fünfmal wehrte der Gästetorhüter ab, ehe Spitz vollendete. Eine Minute später angelte sich Betz im Mittelfeld den Ball und erhöhte auf 4 : 1. Nachdem kurz nach der Pause ein von Torwart Gemmer verschuldeter Foulelfmeter das 4 : 2 ergeben hatte, ließen es beide Teams langsamer angehen, denn der tiefe Boden und das hohe Tempo forderten ihren Tribut. Dennoch schlugen sich der größere Angriffsschwung und die höhere Durch­schlagskraft der Westerwälder in weiteren drei Treffern von Hommrich, E. Ferdinand und Arnold nieder. Ein weiteres Tor von Reusch wurde wegen angeblicher Ab­seitsstellung nicht anerkannt. Oberlahnsteins dritter Erfolg fiel unter diesen Umständen kaum mehr ins Gewicht.

Alles in allem spielte Eisbachtal über weite Strecken wie aus einem Guß und nicht zuletzt Trainer Fichtner dürfte seine helle Freude gehabt haben.

Eisbachtal Res. I - Freirachdorf/Rossbach

o : 1

Leider hatte die Res. I der Eisbachtaler an diesem letzten

Oktobersonntag Pech und verlor ein Heimspiel.

Auch die A - I - Jugend zeigte nicht ihr wahres Können im Spiel gegen den BSV Weißenthurm und mußte sich mit einem 3 : 3 Unentschieden begnügen.

Erfolgreicher war die A 2 - Jugend, die in Nentershausen gegen die Spvgg. Neuwied mit 1 : o zwar knapp aber verdient gewann.

Auch die B - Jugend hatte in Heilberscheid zu Beginn Schwierigkeiten gegen die Jugend des VfL Neuwied, sieg­te aber dann nach Belieben 6 : o.

Weitere Ergebnisse:

Niederbieber - Eisbachtal o : 3 C I - Jugend Niederbieber - Eisbachtal o : 8 C 2- Jugend Eisbachtal - Steinefrenz/Weroth/Hund­

sangen o : 3

D - Jtigend Steinefrenz/Weroth - Eisbachtal o : 7 E I - Jugend Eisbachtal - Wirges/Ebernhahn 5 : 1

Am kommenden Samstag, dem 31.Io. muß der neue Spitzenreiter der Rheinlandliga die Eisbachtaler Sportfreun­de um 15.3o Uhr beim VfL Neuwied antreten. Die Platz­herren, im vergangenen Jahr Meister der Rheinlandliga werden unsere Mannschaft auf Herz und Nieren prüfen und es wäre zu wünschen, wenn wie in allen Auswärtsspielen viele Schlachtenbummler unsere Elf moralisch unterstüt­zen.

Der Vorstand der Eisbachtaler weist noch einmal auf die Tanzveranstaltung am 7. Nov. um 2o Uhr in der Turn­halle in Nentershausen hin und hofft, viele Gäste dort begrüßen zu können. Wie gesagt, auch Nichtmitglieder sind herzlich willkommen.

Am Wochenende spielen:

SAMSTAG, den 31.lo.197o

C I - Jugend Eisbachtal - Ellingen 16 Uhr in Nom ■»

born.

C 2- Jugend Ransbach/Baumb/ Hilgert/ - C 2 Eisbachtal D - Jugend Montabaur - Eisbachtal 14.3o Uhr in

Montabaur.

AH Eisbachtal - AH Immendorf 16 Uhr in

Heilberscheid. _

HE1L1GENR0TH _

ALLGEMEINE NACHRICHTEN Diamantene Hochzeit

6o Jahre glücklich verheiratet waren in diesem Monat die Eheleute Wilhelm Heibel und Frau Susanne geb. Ehl