Ausgabe 
30.10.1970
Seite
523
 
Einzelbild herunterladen

- 11 -

SAMSTAG

7.30 Uhr Frühmesse als Gestift. Jahramt f. Verstürbe

ne d. Fam. Karl Kloft.

9.30 Uhr Amt f. gef. Ludw.Ortseifen (B)

Kollekte f.d. Borromäusverein.

Der Allerseelenablaß kann von So. - Mittag (1.11.) bis Mo.-Abend (2.11.) einmal gewonnen werden.

VEREINSMITTEILUNGEN MGV " Freundschaft " Eigendorf

” In Memoriam "

Am vergangenen Samstag, dem 24.Io. verstarb unverhofft unser verehrter Ehrendirigent Otto Hölsgen, Eschelbach.

Als junger Mensch übernahm er 1928 den Dirigentenstab, den er nach 36 Jahren infolge Krankheit dann niederle­gen mußte. Aber auch nach seiner Gesundung stellte er sich dem Chor in dringenden Fällen bis zu seinem Tode immer wieder als Dirigent zur Verfügung.

Mit Sangesbruder Otto ist einer jener ganz Großen von der Bühne abgetreten, die das Wirken eines Chorleiters nicht vom Standpunkt des Berufes her betrachteten, son­dern als Möglichkeit, dem jungen Menschen Lust und Singen im Chor zu übermitteln. Auf Grund seiner lang­jährigen Tätigkeit als Chorleiter, seiner Menschlichkeit, seinem nie erlahmenden Idealismus hat er sich mit goldenen Lettern in die Analen unserer Vereinsgeschichte eingetragen und der Verein wird ihm immer ein ehren­des Andenken bewahren.

Am 21.11.7o veranstaltet der M.G.V. ” Freundschaft" im Rahmen der Chorgemeinschaft Pörtner (MGV Eigen­dorf, MGV Leuterod, MGV Steinefrenz ) zu Gunsten der Kinderheimstätte in Wirges in der Gemeindehalle Eigendorf ein großes Wohltätigkeitskonzert. Außer genann­ten Chören wirkt noch mit : MGV ” Thalia " Ebernhahn, als Solist der bekannte Tenorist Labonte , Holler, beglei­tet am Klavier von Herrn Lingerhand. Das Programm abrunden werden die weit über die Grenzen ihres Heimat­dorfes bekannten " Thalianer " aus Ebernhahn.

Um den gesamten Eintritt im Sinne einer Wohltätigkeits­veranstaltung auch abführen zu können, wurde beschlos­sen, das Konzert ohne Tanzveranstaltung als Abschluß durchzuführen. Es ladet jetzt schon im Namen aller Mit­wirkenden recht herzlich ein,

M.G.V. ” Freundschaft ".

Die aktiven Sänger werden nochmals an die Gemein­schaftsprobe am Freitag, dem 3o.ll. in Leuterod erinnert. Treffpunkt und Abfahrt: 19.3o Uhr alter Schulhof. Voll­zähliges Erscheinen ist im Hinblick auf die vor uns lie­genden Aufgaben unbedingt erforderlich.

Unserem inaktiven Mitglied Karl Schaaf und seiner Frau Margot gratuliert der MGV " Freundschaft " auf diesem Wege nachträglich zu ihrer Silberhochzeit und wünscht dem Jubelpaar recht viel Gesundheit und ein langes Le­ben. gez. Unterschrift, 1. Vors.

_GACKENBACH_

Oberstufenschüler in Kirchähr

Von heute bis Montag treffen sich in Kirchähr die Ober­stufenschüler und -Schülerinnen des Bistums Limburg, um sich kritisch damit auseinanderzusetzen, was es heißt:

’* Christ und katholisch '* zu sein. _

_Großholbach_

ALLGEMEINE NACHRICHTEN Geistl.Rat Alois Born 5o J. Priester

Geistlicher Rat Pfarrer i.R. Alois Born konnte vor eini­gen Tagen in seiner Heimatgemeinde Großholbach das Fest seines Goldenen Priesterjubiläums feiern. Dort war er als Sohn des Lehrers aufgewach sen . In Montabaur hatte er das Gymnasium besucht und in Limburg war

er 192o zum Priester geweiht worden. Über 25 Jahre wirk­te er in Niederselters, wo er auch die Ehrenbürgerrechte besitzt. Vor vier Jahren trat er in den Ruhestand und. zog in sein Elternhaus nach Großholbach. Er steht heute im 78. Lebensjahr.

Großholbach doch nach Nentershausen ?

Auf einer kommunalpolitischen Veranstaltung der CDU zur Aussprache über die Bildung von Verbandsgemeinden, bei der Staatssekretär Schreiner auf einzelne Fälle der Zuordnung von Gemeinden einging, kam zum Ausdruck, daß Großholbach kaum noch Chancen hat, der Verbands­gemeinde Montabaur angegliedert zu werden. Man befürch­tet dadurch eine zu starke Verkleinerung der Verbands­gemeinde Nentershausen.

Wenn Hundsangen in einigen Jahren ins Hadamarer Land ausscheren wird, bedeutet dies eine ernsthafte Schwächung der Verbandsgemeinde Nentershausen. Es ist daher nicht ganz ersichtlich, warum man die ohnehin bald fallende Kreisgrenze zum Oberwesterwald hin nicht geöffnet und eine Verbandsgemeinde ohne Girod und Großholbach mit Sitz in Wallmerod vorgesehen hat.

Sachschaden

Eine Pkw-Fahrerin, die die B 49 aus Richtung Montabaur in Richtung Großholbach befuhr, kam in einer scharfen Rechtskurve in der Hermolder mit ihrem Fahrzeug auf die linke Fahrbahn und streifte einen entgegenkommen­den Lastzug. Der Pkw wurde erheblich beschädigt. An dem Lastzug entstand kein Sachschaden. Personen wurden keine verletzt.

AUS DER CHRONIK

Ritter Gerhard von Großholbach

Die Sage erzählt, in Großholbach habe einst eine Burg gestanden. Dort habe der Ritter Gerhard gewohnt.

Der war ein frommer Mann. Von allen Heiligen war er besonders dem heiligen Thomas zugetan. Jedem Armen und Hilfsbedürftigen, der ihn in dessen Namen um eine Gabe anging, half er. Das mochte der Teufel, der in diesen Zeiten noch sein Unwesen trieb, nicht leiden.

Er trachtete danach, den Ritter an seinem Glauben irre zu machen und seine Liebe zu dem Apostel zu ersticken.

Eines Abends pochte es an die Schloßpforte, Als sie auf­getan wurde, stand da ein Pilger. Im Namen des heili­gen Thomas bat er um eine Nachtherberge. Bereitwillig wurde er eingelassen. Keiner ahnte, daß sich in seiner Person der Teufel verbarg, merkte es auch nicht, als er, da er doch an Hitze gewöhnt und es draußen kalt war, zitterte wie ein Schneider. Vielmehr gab ihm Ritter Gerhard mitleidig seinen Pelzmantel zum Zudecken. Als der Morgen graute, war der Gast verschwunden und mit ihm der kostbare Mantel. Die Rittersfrau schmähte ihren Gemahl deshalb nicht wenig ob seiner Gutmütigkeit je­dem Landstreicher gegenüber. Doch was half’s. Damit kam der Mantel nicht wieder, und Gerhard tröstete sich damit, daß ihm der heilige Thomas, in dessen Na­men er seine Tat vollbrachte, auch den Mantel wieder oder einen neuen schaffen würde.

Zwar mußte er darauf lange warten. Doch er zweifelte nicht an des Heiligen Macht. Im Gegenteil, er beschloß nach einiger Zeit gar, eine Pilgerfahrt zu ihm zu ma­chen. Dabei gedachte er im geheimen, auch wieder zu seinem Mantel zu kommen.

Als er von seiner Burg in Holbach und von seiner Gemah­lin Abschied nahm, brach er seinen goldenen Trauring in zwei Stücke, steckte das eine ein und gab das andere seiner Frau mit den Worten: ** Diesem Zeichen vertraue”. Fünf Jahre warte auf mich. Bin ich dann nicht zurückge­kehrt, so bin ich tot, und du kannst einen anderen Mann nehmen.

Die Wanderung des Ritters war weit, denn des heiligen Thomas Stadt lag in Indien. Durch Wüsten und Gebirge zog er, und manchmal glaubte er umkehren zu müssen vor Hunger und Mühsalen. Aber endlich erreichte er doch sein Ziel. Die Bürger der Stadt nahmen ihn freundlich