Ausgabe 
16.10.1970
Seite
483
 
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Kunstschätze vergammeln:

Heimatloses Heimatmuseum !

hh. Gerade das Schweigen stimmt unheimlich und bedenk­lich:

Es ist still geworden um die Wiedereinrichtung unseres Kreisheimatmuseums. Unsere moderne Zeit hegt wenig Liebe und Achtung vor den Zeugnissen der Vergangenheit unserer Heimat. Und es fehlen in Montabaur anscheinend genügend Menschen, die aus Interesse und Wertschätzung vor der heimatlichen Kultur vergessen können, daß man bei einem Kreisheimatmuseum niemals nach der Rentabili­tät fragen kann.

So hat man eben aus Kostengründen unser Montabaurer Heimatmuseum, das schon in den Jahren davor etwas stief­mütterlich behandelt wurde und einen Dornröschenschlaf schlief, dennoch aber zu den schönsten im Umkreis zähl­te, einfach evakuiert und im Gebäude einer Filiale der Kreissparkasse und den Kreisverkehrsverein untergebracht. Übrigens hatte die Stadtverwaltung seinerseits die " ahl Schull " nur deshalb dem Kreis überlassen, weil dieser darin das Museum einrichtete. Man hatte aber versäumt, im Vertrag auf die Ausschließlichkeit der Verwendung als Museum hinzuweisen.

FUNDGRUBE FÜR KUNSTDIEBE Es soll verschwiegen sein, wo das Landratsamt zur Zeit die Bestände des Kreisheimatmuseums aufbewahrt. Jeden­falls befinden sie sich nicht mehr in der Vorburg. Wäre der Ort allgemein bekannt, hätte sicherlich mancher Kunst­dieb nächstens schon seine Auswahl getroffen.

Verschiedentlich hat man auch schon mit attraktiven Mu­seumsgegenständen angegeben. Etliche waren nach Berlin gereist und schmückten dort Steglitzer Kaufhäuser. Andere sind in das kleine Museum Peltner nach HöhrGrenzhausen entliehen. Und wer unseren Landrat in seinem Dienstzim­mer aufsucht, staunt über das kapitale Hirschgeweih. Auch es ist dem Heimatmuseum entliehen.

Es bleibt nur zu hoffen, daß alle Gegenstände, die übri­gens nur zum Teil Eigentum des Kreises sind, noch unbe­schädigt vorhanden sind. Immerhin repräsentieren sie nach Angaben von Walter Kalb, dem Montabaurer Kunsthisto­riker und langjährigen Kustos des Heimatmuseums, einen Wert von annähernd einer Million Mark.

WAS TUN ?

So kann es also nicht bleiben. An brauchbaren Vorschlägen zur Wiedereinrichtung des Gesamtmuseums fehlt es jedoch noch. Niemand lehnt sie ab, doch aöhernorts scheut man die Kosten. Im zukünftigen Landratsamt-Restaurant will man jedoch einige Vitrinen mit Heimatmuseums-Gegen- ständen den Besuchern präsentieren*

Bürgermeister Mangels und Stadtamtmann Sonnenschein stehen dem Projekt " Heimatmuseum " sehr aufgeschlossen gegenüber und werden bei der Suche nach geeigneten Räum j lichkeiten sicherlich behilflich sein. Stadtamtmann Sonnen­schein, bekannt für seine Hochachtung vor der Heimat­kultur, schlägt sogar die Bildung eines unterstützenden Mu­seumsvereins vor und würde auch aus privater Schatulle sein Schärflein beitragen. Ihm würden sich sicherlich viele anschließen.

Das größte Problem besteht darin, ein geeignetes und mög­lichst auch noch historisches Gebäude zu finden. Geeignet wäre vielleicht das mehr als 3oo Jahre alts Amtsgericht am Konrad-Adenauer-Platz. Wir wollen hoffen, daß es nicht der Spitzhacke zum Opfer fallen wird, sondern nach stilvoller Restaurierung sowohl der Verbandsgemeindever­waltung als auch dem Heimatmuseum Platz bieten kann.

I Verbandsgemeinde und Funktionalreform

Staatssekretär Schreiner spricht in Monta­baur^ _ ____

Die kommunalpolitische Vereinigung der CDU des Unter­

westerwaldkreises führt am DONNERSTAG, dem 22.Okto­ber 197o, um 2o.oo Uhr in Montabaur, Kolpinghaus, e ine kommunalpolitische : Fachtagung durch. Es spricht

Staatssekretär Schreiner, Mainz, Innenministerium, zu dem Thema: " Verbandsgemeinden und Funktionalreform".

Wie uns der Kreisvorsitzende der Kommunalpolitischen Vereinigung, Julius Decker, Montabaur, zu dieser Tagung mitteilt, soll sie in erster Linie der Information der Bür­germeister und Ratsmitglieder des Kreises dienen. Selbstverständlich sind auch andere kommunalpolitisch interessierte Bürger herzlich eingeladen.

Nachdem die Landesregierung Rheinland-Pfalz die Ziel­planung für die Bildung der Verbandsgemeinden im ehe­maligen Regierungsbezirk Montabaur veröffentlicht und auf breiter Ebene im Zuge der Funktionalreform den Kata­log der Aufgabenausstattung der Verbandsgemeinden mit staatlichen Auftragsangelegenheiten herausgegeben hat, ent­facht sich die Diskussion ir Punkten :

im wesentlichen an folgenden

a) Korrekturen an der vorgesehenen Abgrenzung der Verbandsgemeinden,

b) Umfang der geplanten Aufgabenverlagerung (Bürger­nähe, Funktionalreform )

c) Kürzung oder Verlängerung der festgelegten Frei­willigkeitsphase.

Um der sachlichen Diskussion durch ausreichende Sach­kenntnis zu dienen, und der Landesregierung die Möglich­keit der unmittelbaren Information an der " Front zu geben, hat die KPV den zuständigen Staatssekretär Schrei­ner als Referent nach Montabaur gebeten. An den kom­munalpolitisch Interessierten liegt es nun, diese Gelegen­heit wahrzunehmen.

Aus dem Polizeibericht

In einer Ermittlungssache gegen mehrere Jugendliche aus dem Raum Wirges / Siershahn, wurde ein Klappfahrrad Marke " Vaterland Nr. 152 965, Ursprungs färbe "Gold- bronce ", sichergestellt.

Das Rad wurde möglicherweise im Sommer d.J. in einem Schwimmbad im Raum Wirges/Ransbach entwendet.

Der Eigentümer kann sich bei der Ermittlungsgruppe des Gkdo. Montabaur melden.

In den Vormittagsstunden des Mittwoch entwendete eine bisher noch unbekannte Frau, die sich als Kundin in einem Möbelgeschäft aufhielt, einen dreiarmigen Kerzen­leuchter aus Zinn im Wert von 9o,-- DM.

Aus einem in der Alleestraße abgestellten Unfallfahrzeug entwendeten Unbekannte zwei komplette Ersatzräder mit Winterbereifung.

In der Nacht zum Montag brachen Unbekannte einen im Rasthaus Montabaur hängenden Automaten auf und entwen­deten den Geldeinsatz von 2o6,-- DM.

Ein 14-jähriges Mädchen aus dem Kanton Wallis/Schweiz, welches sich am 4.1o.l97o aus dem Elternhaus entfernt hatte, wurde hier aufgegriffen. Es wurde durch das Ju­gendamt den Schweizer Behörden überstellt.

In der Nacht zum Dienstag brach ein noch unbekannter Täter nach -Aufwuchten der Metalleingangstür in drei Lebensmittelgeschäfte in der Kirchstraße ein, durchwühlte sämtliche Behältnisse und entwendete ca. 38o, - DM Bar- geld.

Ein Pkw-Fahrer befuhr die Roßbergstr. und wollte auf die B 49 in Richtung Montabaur einbiegen. Hierbei kam es wegen Nichtbeachtung der Vorfahrt zu einem Zusammen­stoß mit einem Pkw, der die B 49 von Montabaur kom­mend in Richtung Nentershausen befuhr.

Bei dem Zusammenstoß wurde ein Fahrer verletzt. An beiden Fahrzeugen entstand erheblicher Sachschaden.

Kurzschluß bei der Ke vag ?

Am MITTWOCH vergangener Woche hatte die Kevag für etliche Dörfer südlich Montabaur jeweils für einige Stun­den den Strom abgestellt. Sicherlich war diese Arbeit unbedingt erforderlich gewesen und dringend. Dennoch hat es vielerorts verärgert, daß diese bevorstehende

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