Ausgabe 
1.10.1970
Seite
454
 
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Barbara Rütting in Montabaur

Den Westerwälder Theaterfreunden wird am

Donnerstag, den 8. Oktober 1970 um 20.00 Uhr im Festsaal der Joseph-Kehrein-Schule mit einem einmaligen Bühnen­gastspiel eine besondere Delikatesse geboten.

Die Schweizer Theatergastspiele gastieren in Montabaur mit der sprit­zigen Komödie

40 K A R A T " mit Barbara Rütting, Lutz Hochstraate u.a.

Der Kartenvorverkauf beginnt am Montag, dem 5. Oktober 1970 beim städtischen Verkehrsamt, Rathaus, Zimmer 8.

Wir empfehlen, sich auf Grund der zu erwartenden starken Nachfrage die Plätze im Vorverkauf zu sichern

Die Landesbühne Rheinland-Pfalz

bringt am Freitag, den 2. Oktober 1970 um 20.00 Uhr im Festsaal der Joseph-Kehrein-Schule

PLAY STRINDBERG" von Friedrich Dürrenmatt.

Karten Vorverkauf: Städtisches Verkehrsamt, Rathaus, Zimmer 8

In diesem Buche stehst auch Du !

Das neue Heimat-Adreßbuch für den Unterwesterwaldkreis ist im Verlag H.E. Kasper zu Köln erschienen. Eingeleitet wird das Hand­buch von einem Beitrag Dr. GensickesAus der Geschichte der Städ­te und Dörfer im Unterwesterwaldkreis".

Es folgt ein Verzeichnis der Behörden im Kreis. Auf 50 weiteren Seiten findet sich eine Liste aller öffentlichen Einrichtungen der Ge­meinden. Im Branchenverzeichnis werden vonAbschleppdienst" bis Zinngießerei" alle Sparten aufgezählt. Nun kommt das 238 Seiten starke Anschriftenverzeichnis, in dem jede Gemeinde für sich aufge­führt ist. Die Angaben sind allerdings noch aus dem Jahre 1968. Montabaur und die Gemeinden Heiligenroth, Horbach und Stahlho­fen haben als Anzeige eine kleine Dorfbeschreibung veröffentlicht. Nicht nur für Firmen und Gemeindeverwaltungen, auch für Privat­leute kann das Buch ein wichtiges Nachschlagewerk sein.

Bäume sind keine Litfaßsäulen !

Suchen Sie für Ihre Plakate kostenlose Anschlagflächen? Wenden Sie sich an unsere Straßenbäume. Sie stehen für Sie bereit !

Nach dieser Devise scheinen vereinzelt Parteien, Vereine und manch­mal auch Firmen rund um Montabaur zu handeln. Neuerdings hat auch eine Krankenkasse so manchen Baum tapeziert. Hier soll nie­manden eine böse Absicht nachgesagt werden. Aber abgesehen da­von, daß diese Plakate die Natur verunstalten, vergessen die mei­sten, die Anschlagzettel auch wieder zu entfernen. Das besorgen der Wind und spielende Kinder. Dann fliegen die Papierfetzen in der Gegend herum. Nur die Reißbrettstifte und Heftklammern blei­ben als rostige Zeugen zurück.

Blind in-die Verbandsgemeinde ?

-hh- Als vor einem halben Jahr, am 9. März 1970, erstmals alle Bürgermeister der geplanten Verbandsgemeinde Montabaur auf Ein­ladung von Bürgermeister Mangels zu einer Aussprache über ihre ge­meinsame Zukunft zusammenkamen, da hätte man glauben können, der Verwirklichung der Verbandsgemeinde werde nun von allen tat­kräftig und zielstrebig entgegengearbeitet. Doch als man dann einen Monat später sich zum zweitenmal traf, da hatten sich schon die Reihen der Bürgermeister gelichtet. Ein von der Stadtverwaltung Montabaur ausgearbeiteter Fragebogen, der den einzelnen Gemein­den mit der Bitte um Beantwortung übergeben worden war und mit seinen vielen detaillierten Angaben die Grundlage für den Auf­bau einer Verbandsgemeinde bilden sollte, war von einigen fälsch­lich als eine Bevormundung Montabaurs aufgefaßt worden und ist von einer Gemeinde, deren Mitarbeit im Verbandsbereich von Mon­tabaur als selbstverständlich erscheint, bis heute noch nicht ausge­füllt worden. Als dann einige maßgebende Männer aus dem Raume rund um Montabaur offen oder versteckt der Stadt Hegemoniestre­ben nachsagten und nach der DeviseLaßt uns alleine weiterwur- steln" handelten, da reagierte Bürgermeister Mangels leicht sauer.

Er, dem man allgemein eine ausgezeichnete Verwaltungsarbeit nach­sagt, hatte bei den Bürgermeistertreffen mit präzise vorgetragenen Arbeitsvorschlägen die Weichen für die Verbandsarbeit stellen wol­len. Diese Vorschläge verhallten zwar unwidersprochen, aber auch unbefolgt.

Treibt man denn rings um MontabaurVogel-Strauß-Politik"? Will man sich denn weiterhin nur ums eigene Dörfchen kümmern und den Problemen, die nur alle gemeinsam lösen können, aus Bequem­lichkeit oder Unvermögen ausweichen? Man denke nur an den Bau der neuen Hauptschule, der abgesehen von der Jugend, nicht nur für Montabaur, sondern auch für einige andere Gemeinden zu einem

brennenden Problem wird, doch nur gemeinsam bewältigt werden kann.

Überläßt man nun die weitere Vorarbeit zur Verbandsgemeinde allein der Stadt Montabaur? Vergibt man derart sein Mitsprache­recht, handelt man sicherlich nicht im Interesse der eigenen Ge­meinde. Gemeinsames Planen, gemeinsames Vorbereiten, gemeinsa­mes Handeln tut not! Nicht morgen! Heute I Ehe wir die Chan­cen verpatzen, ehe uns die Felle davon schwimmen. Daran mögen alle denken I

Hier wirkt der große Saubermacher:

Im Klärwerk Montabaur

Viele Gemeinden beneiden Montabaur um seine vorbildliche Klär­anlage, die die Stadt vor fünf Jahren im Gelbachtal in Höhe des Roßberges errichten ließ. Der mechanische Teil der Anlage wurde für 12 000 Menschen projektiert, der vollbiologische Teil im End­ausbau 16 000 Einwohner. Wenn man pro Person täglich 150 I Abwasser berechnete, ergibt dies eine maximale Tagesleistung von 1800 Kubikmeter.

Die Abwässer werden im Mischsystem der Kläranlage zugeleitet, alle häuslichen Fäkalien, Regen- und Industrieabwässer fließen also zusammen.

Durch die Zulaufrinne werden die Abwässer über einen Grobrechen nach dem Rechen und Rotorzerkleinerer geführt. Diese haben die Aufgabe, im Abwasser mitgeführte Sperrstoffe (Holz, Stoffreste, Papier usw.) aufzufangen und zurückzuhalten. In einem Rundsand­fang wird dann absinkender Sand aufgefangen und von Hand aus der Rinne entfernt. Größere Wassermengen, wie sie z.B. bei Gewit­tern auftreten, werden unter Umgehung des Sandfanges über ein Schälblech der Anlage direkt zugeleitet.

Das weffergeführte-i Abwasser gelangt nunmehr zum runden Absatz­becken und durchläuft dieses im Querdurchfluß. Es tritt an der gegenüberliegenden Seite über dort angebrachte Tauchröhren aus dem Rundbecken aus. Ein sich alle halbe Stunde einmal um seine Achse drehender Rundräumer bringt den sich im Becker absinkenden Schlamm nach dem Mitteltrichter. Von hier aus wird er über eine Dückerleitung nach dem Schlammsumpf abgezogen.

Das Abwasser gelangt nun zur BIO-VORSTUFE, ein Längsbecken mit 2 Kammern zu je 75 Kubikmeter. Hier wird dem Wasser im Verhältnis 1:1 Sauerstoff zugeführt. Dieser erhält den Kleinstlebe- wesen die Lebensmöglichkeit und verhindert durch das ständige Umwälzen des Abwassers ein Absetzen des Belebtschlammes.

Nach einer Stunde fließt das Abwasser zur ZWISCHENKLÄRUNG in ein weiteres Rundbecken. Ein Rundräumer schiebt den sich ab­setzenden Schlamm in den Trichter in der Mitte des Beckens, von wo aus er wieder als Rücklaufschlamm der Bio.-Vorstufe zugelei­tet wird. Hierzu benutzt man ein Schneckenpumpwerk.

Dieser Vorgang wiederholt sich solange, bis nach etwa 2 Stunden 2/3 der Schlammstoffe sich abgesetzt haben. Das teilgeklärte Ab­wasser wird nun dem Längsbecken der BIO.-HAUPTSTUFE zuge­führt.

Im Verhältnis 10:1 wird hier wieder Sauerstoff zugeführt. Nach 1 1/2 Stunden gelangt das Abwasser durch ein Dükerrohr zu der NACHKLÄRUNG. Es ist wieder ein Rundbecken, in dem der sich absetzende Belebtschlamm von einem Rundräumer nach dem Schlammsumpf der Nachklärung geschoben wird und dann wieder zum Einlauf der Bio.- Hauptstufe zurückbefördert wird. Dieser Vorgang (Bio.-Hauptstufe - Nachklärung) wiederholt sich solange, bis am Auslauf der Bio.-Hauptstufe eine bestimmte Dichte von Be­lebtschlamm auf Wasser erreicht ist.

Im Voreindicker wird nun der Schlamm weiter eingedickt. Das Trübwasser wird abgezogen, der Schlamm nach dem FAULTURM befördert. Dieser hat einen Gesamtinhalt von 400 Kubikmeter.

Dort verbleibt der Schlamm etwa 28 Tage bei einer Temperatur von 28 - 33 Grad. Es bildet sich Methangas, mit dem gleichzeitig der Faulturm beheizt wird. Überschüssiges Gas wird abgefackelt.

Im Winter wird zusätzlich Koks verbrannt.

Der aus dem Faulturm abgezogene ausgefaulte Grundschlamm wird auf die Trockenbeete befördert. Dort trocknet er aus. Er wird von der Stadtverwaltung als biologischer Humusdünger kostenlos abge­geben.

An die Bürger der Stadt Montabaur

Betr.: Beflaggung am Sonntag, den 4. Oktober 1970 Liebe Mitbürger I

Der MGV Mendelssohn-Bartholdy führt anläßlich seines 115-jährigen Bestehens am Sonntag, den 4. Oktober 1970 einen großen Gesang Wettstreit mit Meistersingen durch.

35 Gesangvereine mit ca. 1.500 Sängern und noch einmal so viele Gäste - also etwa 3.000 Personen werden Montabaur besuchen. Diesen Gästen wollen wir durch ein farbenfrohes Bild ein herzli­ches Willkommen entbieten.