Ausgabe 
24.9.1970
Seite
444
 
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GACKENBACH

Wilhelm! neuer Hegemeister

Nachfolger des nach Norddeutschland verzogenen Hegemeister Engel wur­de Anton Wilhelmi aus Gackenbach, der bereits vorher in den Diensten des Hochwildschutzparkes gestanden hat. Familie Wilhelmi" ist vom Wasem ins Wildpark-Wohnhaus verzogen.

50 Lehrer besichtigen Wildpark

Auf Einladung von Herrn Schulte-Wrede, dem Besitzer des Hochwildschutz­parkes Westerwald, waren rund 50 Lehrer aus dem Unterwesterwaldkreis mit Schulrat Müller zur Besichtigung unter sachkundiger Leitung eines Forstmeisters in den Wildpark gekommen. Während eines sich anschlies­senden Lichtbildervortrages konnten weitere Fragen, die das Wild und seine Pflege betreffen, geklärt werden.

GROSSHOLBACH

Unser Sonntagsspaziergang:

RUND UM DEN WAHNSCHEID

Der Wahnscheid, das ist die 280 m hohe Waldkuppe östlich des Ahrbach­tales und südlich der Hermolter. Das Gebiet gehört zur Gemarkung von Großholbach und zur Revierförsterei Girod. Das Waldgebiet ist zu errei­chen über einen Feldweg, der zwischen Großholbach und der Hermolter von der B 49 abbiegt. Wir parken an der B 49 oder besser am Waldrand. Dort schlagen wir den rechten Weg ein, der uns zunächst geradeaus und dann an einer Lichtung vorbei im Linksbogen zum Steilhang des Ahrbach­tales führt. Wir bleiben immer auf diesem Weg, der uns in einer großen Schleife zurückführt. Das Gelände wird weniger steil, und nun sind wir schon im Hang des Holbachtales. Über die Höhe geht es zurück zu unse­rem Ausgangspunkt.

Wegstrecke: 2 km Gesamte Steigung: 30 m

Wegeverhältnisse: ausreichend bis befriedigend, vereinzelt Pfützstellen, nicht mit Kinderwagen zu befahren.

Besonderheiten: Ruhiger Waldspaziergang. Möglichkeiten zum Pilzesam­meln.

Grossholbach strebt nach Montabaur

(Fortsetzung)

Mit Erfolg nahm Großholbach regelmäßig teil am Wettbewerb,Unser Dorf soll schöner werden". Mehrere Ruhebänke wurden aufgestellt und Parkmöglichkeiten geschaffen. Wald- und Feldwege in Eigenleistung und mit Hilfe der bei Autobahnreparaturentätigen Firmen ausgebaut. Die Ver­kehrsbeschilderung wurde auf den vorgeschriebenen Stand gebracht, alle Ortsstraßen bezeichnet und neue Hausnummern verteilt. Ein Kinderspiel­platz wird zur Zeit befestigt, und im nächsten Jahr mit vielen Sportbetä­tigungsmöglichkeiten ausgebaut.

Man baut und baut und buddelt

Das BaugebietFlur 4 und 15" am Orgelsweg mit seinen 25 Bauplätzen sowie alle Baulücken innerhalb des Ortes sind fast vollständig bebatit. Um Ober- und Unterdorf zu einem geschlossenen Ortsbild wachsen zu lassen, verfügt man über Bauerwartungsland mit 80 - 100 Bauplätzen. Bei einem bisherigen Baulandrutenpreis von 120,- DM sind die Plätze durchaus preis­günstig.

Die Hauptstraße im Unterdorf wurde in diesem Jahr durch die Firma Saal aus Neuhäusel aufgebrochen, welche im Rahmen des 1. Bauabschnittes die Kanalisation verlegt. Jenseits der B 49 entsteht im Holbachtal die Klär­anlage, deren Entwurf zur Genehmigung vorliegt. Der Gesamtkostenauf­wand für Kläranlage und Kanalisation im 1. Bauabschnitt ist mit 377.000 DM vorgesehen, wozu an Zuschüssen bisher 188.000 DM bewilligt wur­den. Das Ing.-Büro Kempf in Hölzenhausen als Entwurfsverfasser hat die Leitung der Baumaßnahmen.

Die Wasserversorgung der Gemeinde ist gesichert durch Anschluß an den Wasserzweck verband Ruppach-Goldhausen-Heiligenroth Demnächst wird sich die Gemeindevertretung über die Einführung einer staubfreien Müllabfuhr befassen müssen.

MONTABAUR IST DER MITTELPUNKT Unabhängig und auch im Gegensatz zu den Meinungsäußerungen der poli­tischen Kreisparteien über die kommunale Neuordnung ist und bleibt Mon­tabaur für die Gemeinde Großholbach der gewachsene Mittelpunkt. Jede kommunale Neuordnungsmaßnahme, die diese Fakten nicht berücksich­tigt, ist weltfremd und läßt sich nur von sachfremden Argumenten leiten. Der Gemeinderat von Großholbach hat in 2 einstimmig gefaßten Ent­scheidungen (24. 1. und 14.2.70) die Lebensinteressen der Dorfgemein­schaft eindeutig ausgesprochen und eine geplante Zuordnung der Gemein­de zur künftigen VerbandsgemeindeOst" abgelehnt.

In der Beschlußfassung des Gemeinderates wird u.a. ausgeführt:

Ausgerichtet auf das Allgemeinwohl der Bevölkerung unserer Ge­meinde und aufbauend auf einer Befragung der Bürgerschaft wird von uns ausschließlich eine Zuordnung der Gemeinde Großholbach zur künftigen Verbandsgemeinde Montabaur gefordert.

Die vielseitigen Verflechtungen mit dem Mittelzentrum Montabaur for­dern eine eindeutige Orientierung der Gemeinde Großholbach zu die­sem Zentrum hin (4 km) und nicht - wie vorgesehen - von diesem weg.

Die Ausrichtung der Bevölkerung von Großholbach besteht hinsicht­lich der Arbeitsstätten (von ca. 150 auspendelnden Arbeitskräften fahren ca. 130 in den Raum der künftigen Verbandsgemeinde Monta­baur und in gleicher Richtung darüberhinaus) wie auch im Hinblick auf die übrigen Verwaltungseinrichtungen und auf die Einkaufsmög­lichkeiten fast ausschl. zur Stadt Montabaur.

Die vorhandenen V£tkehrsverbindungen wie auch die postalischen Verbindungen zu unserer Nachbargemeinde Montabaur sind hervorra­gend und keinesfalls vergleichbar mit denen in dem Bereich Nenters­hausen und Hundsangen. Mit den zur künftigen Verbandsgemeinde Montabaur zugeordneten Gemeinden Heiligenroth und Ruppach - Goldhausen besteht seit dem Jahre 1966 ein gemeinsamer Wasserzweck­verband.

Während der Grundschulunterricht in Großholbach durchgeföhrt wird, ist für die 3 Oberstufen-Klassen eine Übergangsregelung in Girod ge­troffen worden. Diese Lösungen könnten im Rahmen des Schulzen­trums in Montabaur wirtschaftlicher und pädagogisch wirkungsvoller gelöst werden.

Die vorstehende Aufzählung der besonderen Verflechtungsmerkmale könnte noch vervollständigt werden.

Abschließend ist der Gemeinderat der Auffassung, daß durch die ge­wollte Zuordnung der Gemeinde Großholbach zur künftigen Verbands­gemeinde Montabaur die Existenz der geplanten Verbandsgemeinde Unterwesterwald - Ost nicht gefährdet oder infrage gestellt wird.

Nach alledem ist es erklärter Wille der Gemeindevertretung, den vorlie­genden Zielplan in der Art zu ändern, daß Großholbach der künftigen Verbandsgemeinde Montabaur zugeordnet wird. Jede andere Entschei­dung würde den Willen der Bürgerschaft und der Bürgerschaftsvertre­tung sowie das Wohl der Allgemeinheit mißachten."

Bei all diesen vorstehenden Überlegungen wird nicht verkannt, daß auch mit dem leistungsstarken Sportverein der Eisbachtalfreunde mit den pfarrlichen und schulischen Bindungen gewissen Beziehungen zu den Dörfern der künftigen Verbandsgemeinde Ost bestehen.

Bei Abwägung und Wertung der vorgenannten Tatsachen bleibt jedoch bestehen, daß nur Montabaur und nicht jeder andere noch zu wählen­de Sitz der Verbandsgemeindeverwaltung der natürliche Mittelpunkt für die Bürger der Gemeinde Großholbach ist.

Die Verdienstmöglichkeiten in der Gemeinde selbst sind beschränkt.

Bei einer Gemarkungsfläche von 390 ha, darunter 140 ha Wald, Neger allein 60 ha Ackerland brach. Es gibt nur noch einen landwirtschaftli chen Vollerwerbsbetrieb, dazu 6 Nebenerwerbsbetriebe um 5 ha und etwa ein Dutzend Kleinbetriebe. Eine Bäckerei, drei Lebensmittelge­schäfte und 2 Gaststätten versorgen die örtliche Bevölkerung. Zwei Tonbetriebe, die am westlichen Dorfrand leider zwei recht unschöne und große Löcher in die Gemarkung gegraben haben, arbeiten nur noch zeitweise.

Der Wald wirft keinen Profit ab. Auch Fremdenverkehr existiert zur Zeit noch nicht.

Die Ansiedlung eines Gewerbebetriebes erscheint durchaus als wün­schenswert, zumal man das Arbeitskräftereservoir im Raum Großhol­bach - Girod auf 50 Personen, meist Frauen, schätzt. Bürgermeister Metternich hat nun bereits Kontakte mit einem Industriebetrieb ge­knüpft, der auf dem Despel oder dem Diezerschrod in der Nähe der Autobahn günstiges Siedlungsgelände vorfinden würde.

Rege Gemeindeverwaltung

Bürgermeister Ludwig Metternich verwaltet seit Januar 1964 mit Um­sicht die Gemeinde. Er kann sich auf einen aktiven und weitschauen­den Gemeinderat stützen, so daß alle wichtigen Beschlüsse in der Re­gel einstimmig gefaßt werden können. Das war bei den Beschlüssen über die Satzungen und die Baumaßnahmen ebenso der Fall wie nun in der Resolution zum Anschluß an die Verbandsgemeinde Monta­baur. Wenn in diesen Tagen in Mainz im Innenausschuß des Landtages die Entscheidung dazu fallen wird, so hofft man, daß die Stichhaltig­keit der Argumente und die besseren Gründe zu einem Erfolg der Be­mühungen des Gemeinderates und des Bürgermeisters führen werden.

HÜBINGEN

Schön - Schöner - Hübingen

Kaum eine zweite Gemeinde im Unterwesterwaldkreis liegt landschaft­lich so idyllisch, wie das abseits jeden Verkehrs auf der Höhe des Gel­bachtales gelegene Hübingen. Hier endet der Kreis in seinem südlich­sten Teil, dem Buchfinkenland. Das Lahntal liegt in Luftlinie nur vier, Montabaur dagegen acht Kilometer entfernt.