Allerdings ist aber kaum damit zu rechnen, daß die Zahl der Arbeitslosen noch wesentlich abgebaut werden kann, da es sich bei diesen vornehmlich um ältere Arbeitnehmer und um zum Teil erheblich leistungsgeminderte handelt. Infolge des teils recht harten Konkurrenzkampfes, der zu scharfen Kalkulationen zwingt, disponierte die Wirtschaft äußerst vorsichtig und gab u.a. trotz der Vorteile nach dem Arbeitsförderungsgesetz bei Kräfteanforderungen in zunehmendem Maße volleistungsfähigen Ausländern den Vorzug vor erwerbsbeschränkten deutschen Arbeitslosen.
Nachdem der Bestand an offenen Stellen im Juni eine Rekordhöhe erreicht hatte, ist seit Juli eine ständige leichte Abnahme zu beobachten. Diese Tatsache ist einesteils darauf zurückzuführen, daß etliche Betriebe wegen der Ferienzeit ihre Aufträge zurückstellten, und andererseits dürfte auch das wieder außergewöhnlich gute Vermittlungsergebnis zu dieser Entwicklung erheblich beigetragen haben. Ferner kommt hinzu, daß der ermittelte Bestand höchstwahrscheinlich nicht den tatsächlichen Personalbedarf wiedergibt, da immer wieder festgestellt wurde, daß Betriebe wegen der vorausgegangenen ergebnislosen Bemühungen ihren Kräftebedarf nicht mehr meldeten.
Durch die in den letzten Wochen sehr umfangreichen Stellenangebote in den Tageszeitungen wird diese Annahme deutlich bekräftigt. Im übrigen war die Abnahme von insgesamt 42 auf 2.318 offene Stellen verhältnismäßig unbedeutend. Auch der Rückgang gegenüber August 1969 von 49 fällt nicht aus dem Rahmen.
Wenn auch die Zahl der Vermittlungen gegenüber dem Vormonat um 117 zurückging, lagen die erfolgreichen Dauervermittlungen mit 690 noch wesentlich über dem Durchschnitt. Das ausgezeichnete Ergebnis ist wie im Juli in erster Linie durch die Vermittlungen von ausländischen Arbeitnehmern und deutschen und ausländischen Ferienhilfen begründet. Von den Vermittlungen entfielen genau 2/3 = 460 auf Männer und 1 13 = 230 auf Frauen. Der Anteil der Studenten (innen) und Schüler (innen) betrug 129 und der der Ausländer 194. Wie gut das Vermittlungsergebnis tatsächlich war, verdeutlicht ein Vergleich mit August 1969, denn gegenüber diesem Monat wurden die Vermittlungen von 532 um 158 gesteigert.
Bis auf vereinzelte Ausnahmen, die sich nicht auf bestimmte Wirtschaftszweige beschränkten, blieb die bisherige günstige Auftrags- und Beschäftigungslage in allen Wirtschaftsbereichen erhalten. Auch der Bedarf an Fach- und Hilfskräften blieb außergewöhnlich dringend, wobei insbesondere der Bedarf an Fachkräften immer katastrophaler wird.
Bemerkenswert ist auch das stetig anwachsende Interesse aller Bevölkerungsschichten an Fortbildungs- und Umschulungsmaßnahmen.
Dia Arbeitslosenquote, errechnet auf Grund geschätzter Arbeitnehmeranteile an der Wohnbevölkerung, betrug wegen der nur unbedeutenden Zunahme der Arbeitslosen wie im Vormonat 0,3 %. Innerhalb der einzelnen Dienststellen schwankte sie zwischen 0,8 % (St. Goarshausen) und 0,1 % (Höhr-Grenzhausen). Im August 1969 hatte die Arbeitslosenquote 0,4 % betragen.
Kurzarbeit wurde keine angezeigt.
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»Ich behaupte nicht, Dieter, daß ich recht habe - ich sage nur, daß du unrecht hast!«
»Wenn Sie direkt Fehler suchen, werden Sie natürlich welche finden.«
Das Nachrichtenblatt der Gemeinden "Rund um Montabaur" erscheint freitags jeder Woche, Herausgeber, Druck und Verlag: PRIMO-VERLAGS-DRUCK, Linus Wittich, 5411 Weitersburg, Hauptstraße 9, Telefon: 02622 / 4065 - 56.
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