Ausgabe 
10.9.1970
Seite
417
 
Einzelbild herunterladen

- 5 -

Le jumelage Montabaur-Tonnerre est perfect Die Partnerschaft Montabaur-Tonnerre ist besiegelt

Sie kamen bei freundlichem Wetter. Liebe Gäste aus Frankreich, aus der Partnerstadt Tonnerre im Herzen von Burgund. Eine stattliche Delegation, unter Vorantritt von Bürgermeister Dr. Gerard. Im Rathaus-Saal wurden sie von Bürgermeister Mangels in seiner herzlichen Art empfangen. Beste Wünsche für einen angenehmen Aufenthalt in den Mauern unserer Stadt geleiteten die Gäste nach dem Willkommenstrunk zu den Quartierfamilien.

Doch zuvor fand Bürgermeister Gerard lobende und dankende Worte für den freundlichen Empfang, dieweil der Fanfarenzug der Freiwilligen Feuerwehr vor dem Rathaus seinen musikalischen Gruß den Gästen entbot.

Viele Einwohner unserer Stadt wohnten dem Empfang bei. Und sie besuchten auch am Sonntag Morgen mit ihnen die Messe in der Pfarrkirche St. Peter in Ketten, so dem bedeutsamen Tag einen würdigen Anfang gebend. Zum Festakt leitete die Volkstanzgruppe aus Freirachdorf über, die mit anmutigen Tänzen in bunten Trachten den Beschauern ein anmutiges Bild boten. Die Aula der Joseph-Kehrein-Schule, die die Gäste nun bis zum letzten Platz füllten, war würdig ausgeschmückt, und eine feierliche Feststimmung ergriff die Zuhörer, als das Collegium musicumAir aus der D-Dur Suite von Job. Seb. Bach meisterlich intonisierte.

BÜRGERMEISTER MANGELS eröffnete den Reigen der Festreden, er konnte unter den Gästen auch die Bundestagsab­geordneten Hanz und Peiter begrüßen, sowie Landrat Dr. Klinkhammer. Auch die Ehrenbürger der Stadt, Dekan Breidling, Bürgermeister i.R. Kraulich und Oberschullehrer i.R. Pehl. Und nicht zuletzt galt sein Gruß auch Ministerialrat Schröder als dem Vorsitzenden des Freundschaftskreises Rheinland-Pfalz/Burgund und dem 2. Vorsitzenden dieses Freundschaftskreises, dem Landtagsabgeordneten Dr. Schmidt.

DIE BEDEUTUNG DIESER STUNDE

wurde von Bürgermeister Mangels besonders unterstrichen.In aufopferungsvoller Kleinarbeit haben die Verantwortlichen das Werk der Versöhnung begonnen und haben die Grundlage des Vertrauens und der Freundschaft zwischen Menschen zweierlei Sprachen bereitet. Der Beweis des guten Willens zur Versöhnung und die freimütige Bereitschaft, dieses Wollen in die Tat umzusetzen, haben bisher bereits eine überzeugende Kraft ausgestrahlt.

Die Begegnung von Mensch zu Mensch wurde zu etwas Normalem, ja bereits zur Selbstverständlichkeit.

Und schließlich wollen wir keinen Monolog der älteren Generation zur Rechtfertigung der Vergangenheit, sondern den Dialog der jüngeren Generation über die Möglichkeiten zur gemeinsamen Gestaltung der Zukunft.

Ich rufe alle Bürger in Tonnerre und Montabaur hiermit auf, den Partnerschaftsgedanken durch aktive Mitwirkung zu ver­tiefen. Wir müssen erkennen, daß über die Grenzen von Staat und Sprachen hinweg, unsere beiden Völker gemeinsame abend­ländische Geschichte und Kultur verbindet.

Diese bereits vorhandene, aber noch zu vertiefende Freundschaft zwischen den Bürgern, insbesondere aber der Jugend un­serer beiden Städte, möge beitragen zur Verständigung der Völker und zur Überwindung des Unrechts, das im deutschen Na­men an Frankreich und seinen Menschen geschehen ist. Mit Gottes Hilfe möge unsere Städteverschwisterung von Dauer und Wert sein für eine sichere Zukunft Europas.

DR. GERARD, BÜRGERMEISTER VON TONNERRE

betonte in seiner Festrede, daß es für ihn eine große Freude sei, die Stadt Tonnerre hier zu vertreten, um feierlich und herz­lich das Fest der Partnerschaft zwischen den beiden Städten zu begehen. Auch im Namen seiner Delegation sprach er den Dank an die Stadt und die ganze Bevölkerung von Montabaur aus für die Gastfreundschaft, die ihnen zuteil wurden. Und ferner dankte er allen, die mitgeholfen haben, diese Partnerschaft zu verwirklichen, dem Bürgermeister Mangels, dem Stadt­rat von Montabaur, dem Präsidenten der Deutsch-Französischen Gesellschaft Dr. Kratz und in Tonnerre Ph. Camus.

Montabaur stellt für uns Einwohner von Tonnerre von jetzt ab eine schöne historische Schwesternstadt dar, in welcher wir nicht nur zahlreiche Freunde zählen, sondern auch das Vorrecht, die Ehre und die Freude haben, zu ihren Bürgern zu gehören. Darin liegt auch der tiefe Sinn der Partnerschaft, ein echtes Symbol des wiedergefundenen Friedens.

Wir wollen nicht mehr alle 25 Jahre in allen Städten, selbst in den kleinsten Dörfern, die Liste der Helden auf den Ge­denktafeln der Toten von 1914 - 1918, 1939 - 1945 sich verlängern sehen, die ihr Leben deshalb verloren haben, weil Europa das Einvernehmen noch nicht zu finden gewußt hat, weil unser alter Kontinent in Uneinigkeit verharrt. Heute, am Sonntag den 6. September 1970, wird in Frankreich die heilige Königin gefeiert. Nun möchten wir sagen, daß auch unsere Partner­schaft die Königin der Freundschaft zwischen unseren beiden Städten darstellt. Es ist ein wesentliches und denkwürdiges Datum sowohl in der Geschichte der Stadt Montabaur sowie der Stadt Tonnerre.

Möge unsere Partnerschaft mit Gottes Hilfe von langer Dauer sein, möge sie an der brüderlichen Vereinigung unserer bei­den Bevölkerungen und unserer beiden Völker mitwirken und möge sie die Bildung eines vereinten Europas ermöglichen !

Es lebe Montabaur und es lebe Tonnerre !

(wird fortgesetzt)

++++++++++++++

Unfallflucht

Ein bisher noch unbekannter PKW-Fahrer befuhr in Niederelbert die Hauptstraße in Richtung Oberelbert. Am Ortseingang von Niederel­bert aus Richtung Montabaur aus gesehen, streifte er einen dort ord­nungsgemäß abgestellten LKW. Es entstand Sachschaden. Der Fahrer entfernte sich von der Unfallstelle, ohne sich um den angerichteten Schaden zu kümmern. Bei dem Fahrzeug handelt es sich vermutlich um einen weißen (hellen) PKW, der an der rechten Fahrzeugseite be­schädigt sein muß. Zeugen, die Angaben über den Fahrer oder das Fahrzeug machen können, werden gebeten, sich beim Gend,-Komman­do Montabaur zu melden,

Ein Jahr Zimmertheater in Montabaur

Zum Jahrestag das Drama ,,Der Hausmeister" von Harold Pinter Als das Zimmertheater des Amateurtheatersdie oase" am 13. Sept, 1969 eingeweiht wurde, war die Freude bei den Mitgliedern der Theatergruppe über das in Eigenhilfe erstellte Haus groß, waren doch allein 5.000 Arbeitsstunden geleistet worden. Das Risiko, dasdie oase damals einging, war jedoch mindestens ebenso groß. Trotz der hohen Eigenleistung galt es, die große finanzielle Belastung zu tragen. Aber die Mitglieder deroase", fast alle Jugendlichen, waren zuver­sichtlich, denn in den fünf Jahren seit Gründung des Amateurthea­ters waren bereits durch hohe Beiträge der Mitglieder und durch Ein-