Ausgabe 
20.8.1970
Seite
379
 
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Kath. Kirche Maria Himmelfahrt in Boden

Gottesdienstordnung

Sonntag, 23.8.

9.00 Uhr 4-Wochen-Amt für Willi Schmitt

13.30 Uhr Andacht

Dienstag, 25.8.

19.30 Uhr Jahramt für gefallenen Bruder Erwin Görg Freitag, 28.8.

19.30 Uhr Amt für Eheleute Adam Müller Sonntag, 30.8.

9.00 Uhr Jahramt für Eheleute Josef Kurzenacker

Ausflug der Frauen am Mittwoch, 26. August . Der Bus fährt um 7.00 Uhr an der Kirche ab.

Boden feierte Kirmes

Boden feierte am vergangenen Wochenende seine Kirmes. Die Kirmes­burschen, die des Jahrgangs 1950, hatten diesmal ihren etwas kurzge­schlossenen Wahlspruch an den Kirmesbaum gehangen:

Der Herr Pfarrer hat gemeint, der Alkohol sei des Menschen Feind.

Doch schon in der Bibel steht geschrieben:

Du sollst auch Deine Feinde lieben I

Herzlichen Glückwunsch I

Altbürgermeister Paul Klug wird am 25. August 1970 - 70 Jahre alt. Wir gratulieren ihm dazu herzlich I

DAUBACH

Unser Sonntagsspaziergang: Durch die Daubacher Gemarkung

Unser heutiger Sonntagsspaziergang führt in das Dörfchen Daubach, das man auch als "Eingangspforte zum Buchfinkenland" bezeichnet. * Wir parken auf dem Parkplatz in der Dorfmitte. Von dort führt unser Spaziergang hoch zum Denkmal und dort in den Schulweg hoch bis zum Waldrand. Rückblickend überschauen wir die Berge und Täler des Buchfinkenlandes und sehen im Hintergrund den mächtigen Waldzug des Höchst. Bei gutem Wetter können wir in der Ferne die Taunusber­ge erkennen. Wir steigen weiter hoch und biegen im Wald den ersten Weg links ein. Diesen wandern wir bis zu seinem Ende geradeaus wei­ter und gehen dann nach links wieder hinunter zum Waldrand. Rechts in der Fichtenschonung stand hier früher ein Reichs-Arbeitsdienst- Lager. Wiederum sehr schöne Aussicht.

Den Wiesenweg gehen wir hinunter bis zum Hauptgemarkungsweg. Auf diesem wandern wir nach links zum Dorf zurück.

Wegstrecke: 3 km Gesamte Steigung: 80 m

Wegeverhältnisse: Durchweg gut Der Abstieg vom Wald erfolgt jedoch auf einem Grasweg. Mit Kinderwagen bedingt begehbar. Besonderheiten: Abwechslungsreicher Spaziergang über Wiesen, Felder und durch Wald mit sehr schönem Fernblick.

Anlage: 1 Wegeskizze

ELGENDORF

Hessen-Nassauische landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft

Zahlung der Beiträge für die Hessen-Nassauische landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft

Gemäß § 115 der Reichsversicherungsordnung (gebührenfreie Rechts­hilfe) bitte ich höflichst, folgendes auf ortsübliche Weise bekanntzu­geben:

Für die Beitragserhebung im Jahre 1970 läuft in Kürze die Zahlungs­frist ab. Die Hessen-Nassauische landwirtschaftliche Berufsgenossen­schaft in Kassel bittet hiermit ihre Mitglieder, den in dem Beitragsbe­scheid festgesetzten Zahlungstermin genau zu beachten und die fätli- 9sn Restbeträge pünktlich einzuzahlen.

Sämtliche Beitragsforderungen, die nach Ablauf der Zahlungsfrist noch nicht bezahlt sind, werden in Kürze kostenpflichtig angemahnt Sie er­sparen sich Mahngebühren, wenn Sie pünktlich zahlen.

Gottesdienstordnung Eigendorf

14. Sonntag nach Pfingsten (21. d. Jhrs) 23. - 30.8.1970

7.30 Uhr Frühmesse als Amt f. Lebende und Verstorbene der Familie Willi Piroth 9.X Uhr Amt für Petra Spanger (B.)

Montag 7.45 Uhr Hl. Messe für Anna Piroth (B.)

Dienstag 7.45 Uhr Hl. Messe für Franz Piroth und gefallenen Sohn

Franz (B.)

Mittwoch 19.X Uhr Rosenkranz in den Anliegen der Kirche Donnerstag

7.45 Uhr Hl. Messe für Aloisia Gietz (B.)

Freitag 7.45 Uhr Hl. Messe für Luise Dörner (B.)

Samstag 7.45 Uhr Hl. Messe nach Meinung G. (B.)

Sonntag 7.X Uhr Frühmesse als Vierwochenamt für Margarete Rüster, geb. Nöller

9.X Uhr Amt für Josef Müller (B.)

ESCHELBACH

Sage der Heimat

Das Murkelmännchen von Eschelbach

An der Straße zwischen Montabaur und Eschelbach steht, umgeben von rauschenden Tannen, seit Jahrhunderten ein stattliches Holzkreuz, das "Eschelbacher Kreuz". Es ist nicht nur der Schauplatz der Sage vom Michel, dem Gotteslästerer. Der zerschlug in seinem Säuferrausch den Kruzifixus am Kreuzbalken und wurde deshalb von Gott so geschlagen, daß ihm ein Glied seines Leibes nach dem anderen so abfaulte, wie er in seinem Schnapstaumel ein Glied nach dem anderen des Körpers des Ge­kreuzigten zerschlagen hatte. An dieser Stelle auch ereignete sich das Ge­schehen der Sage von dem "Eschelbacher Murkelmännchen". Ihm wur­den von der Bevölkerung der Gegend die zahlreichen Unfälle und sonsti­ge undeutbare Begebenheiten zugeschrieben, die an dieser Wegstrecke nachts geschahen. Der Abschnitt des Weges zwischen Eschelbach und Montabaur galt daher schon immer als unheimlich und verrufen. Wer hier nicht unbedingt in der Nachtzeit vorübergehen mußte, unterließ es lieber. -

Schon das mittelalterliche Montabaur zeichnete sich aus als Umschlag- platz regen Handels. Dieser blühte umsomehr dadurch, als das alte, für den unteren Westerwald zentral gelegene und an uralten Handelsstraßen gelegene Städtchen viele Privilegien der Zollfreiheit besaß zwischen Rhein, Lahn, Main und weit darüber hinaus. Viele Handelswaren mit staatlichen Monopolen wurden in Montabaur gestapelt, wurden von hier aus vertrieben. Diese Waren wurden meist auf Karren und Wagen mit einem Vorspann von zwei, vier, ja auch von sechs Pferden weit über den Westerweid hin und darüber hinaus noch weiter gebracht. Das Fuhrge- schäft in Montabaur florierte so, daß man hier neben der tausend und mehr Jahre alten Pfarrkirche St. Peter noch eine eigene Kapelle für die Fuhrleute, die "Fuhrmannskapelle", hatte. Heute noch singt man auch im ganzen Westerwald das hohe Lied von den "Landeskutschern und Fuhrleuten, die kreuzbrave Leute" waren.

Einer dieser Montabaurer Lohnfuhrleute war ein stattlicher Fünfziger mit einer kräftigen Gestalt, wohl über die sechs Fuß groß. Er brachte die Waren aus Montabaur in alle Teile des Westerwaldes. Im ganzen Wester­wald war er seiner Originalität halber bekannt und beliebt. Wenn er dann mit seiner Fuhre seinen Bestimmungsort erreicht hatte, befielt ihn auf seiner Heimfahrt nur zu oft seine gefährlichste Krankheit; er mochte den "Dauborner" zu gerne.

Als ihn so auf seiner Heimfahrt spätabends dieses tückische Übel so über­wältigt hatte, daß er Wirges schon randvoll war, begegnete ihm der Wir- geser Nachtwächter. Der mahnte ihn: "Et sein nau bahl zwelf Uhr, nau mach, datt de rasch heimkimst, sonst hellt dich em Eschelbacher Hehl- che noch dot Murkelmännche!"

Der Fuhrmann setzte daraufhin seine Pferde schneller in Bewegung. Ein Sturmwind umheulte ihn in dieser Nacht. Zum Schutz gegen die aufkom- mende Feuchtigkeit und gegen die Kälte der Nacht zog er zwei Pferde­decken über Kopf und Schultern. Die beiden Pferde trabten den gewohn­ten Weg nach Montabaur rasch weiter; er selbst döste unter den Decken. Die Geisterstunde war gerade angebrochen, als das Eschelbacher Kreuz in Sicht kam. Da löschte ein starker Windstoß plötzlich seine Laterne aus. Mit einem Ruck blieben die Pferde stehen. Sie ließen sich auch nicht mehr vom Platz bewegen. Der Fuhrmann spürte, wie sich ihm et­was Unheimliches, Schweres auf den Rücken legte und ihn zu Boden drückte. In seinem Nacken spürte er feurigen Atem. Der Angstschweiß drang ihm aus allen Poren des Leibes Dumpfes Poltern, Klirren und schreckliche Schreie waren in der Luft um ihn, während der Wind um die Tannen am Eschelbacher Kreuz heulte. Der Fuhrmann, die Pferde