Ausgabe 
30.7.1970
Seite
339
 
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Als besonders gefährlich ist ein Schulweg in der Regel anzusehen, wenn er auf einer längeren Strecke überwiegend entlang einer verkehrsreichen Straße oder Gehwege oder begehbare Randstreifen führt oder wenn eine oder mehrere Hauptverkehrsstraßen ohne Sicherung durch Ampel­anlagen, Zebrastreifen oder sonstige Verkehrssicherung benutzt werden müssen.

Die vorliegenden Gutachten der zuständigen Fachbehörden (Verkehrs­polizei, Straßenbauverwaltung und Gesundheitsamt) sagen übereinstim­mend aus, daß diese zwingend erforderlichen Voraussetzungen nicht gegeben sind.

Alle Straßen sind mit einem Bürgersteig versehen, und alle zu überque­renden Straßen sind deutlich für Fußgänger gekennzeichnet.

Das späte Heimkommen gegen 14.00 Uhr ist ebenfalls kein Grund zur Einrichtung eines Schülertransportes, da es durch den Schulschluß um 13.10 Uhr bestimmt ist. Hiervon werden auch sehr viele Kinder von Montabaur betroffen, die ebenfalls zu Fuß die Schule besuchen müssen. Somit war es uns aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen nicht mög­lich, dem Antrag der Gemeinde Eschelbach stattzugeben.

Wir verkennen jedoch nicht, daß an manchen Tagen in dem vergangenen sehr schneereichen Winter die Begehung des Bürgersteigs schwierig war oder, wie in dem Bericht der Gemeinde angeführt, durch die Schnee­massen, die durch die Räumfahrzeuge auf den Bürgersteig gepflügt wur­den, sogar zeitweise die Gehwege nicht benutzt werden konnten.

In diesen Fällen war ein ausweichen der Fußgänger auf die Straße un­vermeidlich, und somit lag hier eine gewisse Gefahrenquelle vor.

Unter Berücksichtigung dieser möglichen Gefahren regen wir daher an, zum Beginn des nächsten Winters erneut die Einrichtung eines Schüler­transportes zu beantragen. Es kann dann vor unserer Entscheidung durch eine Ortsbesichtigung aller beteiligten Stellen geprüft werden, ob die Einrichtung eines Schülertransportes von Eschelbach nach Montabaur im Winterhalbjahr wegen Gefährdung der Sicherheit der Kinder erfor­derlich ist.

Eine Überprüfung des Schulweges im Laufe der Sommermonate halten wir nicht für angebracht, da in dieser Zeit eine objektive Beurteilung der Straßenverhältnisse nicht möglich ist.

Die Einrichtung eines Schülertransportes im Sommerhalbjahr ist jedoch keinesfalls möglich, da in dieser Zeit, wie bereits angeführt, die erforder­lichen Voraussetzungen mit Sicherheit nicht vorliegen, (ist auch nicht beantragt. Die Gem.-Verw.)

Wir bitten daher, die Angelegenheit bis zum nächsten Winter ruhen zu lassen.

Wir geben dies zur gefl. Kenntnis mit der Bitte, rechtzeitig zum Beginn des nächsten Winters erneut den Antrag auf Einrichtung eines Schüler­transportes zu stellen.

Sollte hierzu Ihrerseits oder von den Herren des Gemeinderatesein ande­rer Standpunkt vertreten werden, bitten wir, uns zu unterrichten. Im übrigen bitten wir Sie, uns mitzuteilen, ob Sie mit der Zurückstellung Ihres Antrages bis zum 1.10.1970 einverstanden sind.

Den Herren Landtagsabgeordneten Pfeil und Schweitzer haben wir die Verfügung der Bezirksregierung Koblenz ebenfalls zur Kenntnis gege­ben.

gez. Klinkhammer, Landrat

Hafersorten - Versuch

Die Landwirtechaftsschule in Montabaur führt in der Gemarkung Am Weiher zur Zeit einen Hafersorten-Versuch durch. Angebaut wurden die folgenden Sorten: Flamingskrone, Tiger, Arnold, Delphin, Thor, Enweiß, Rallus, Permit und Pollux.

Unser Sonntagsspziergang:

RUND UM DIEFESTUNG"

Eigentlich heißt erStein", der 301 m hohe Fichtenberg südlich der Straße Ettersdorf - Stahlhofen. Im Volksmund aber nennt man ihn Festung. Woher der Name stammt, weiß man nicht. Vielleicht war der Berggipfel in Kriegszeiten früherer Jahrhunderte einmal Zufluchts­ort der Ettersdorfer oder Stahlhofener, aber das weiß man nicht. Er­kennbar sind auf dem Hochplateau jedoch noch lange Reihen von Ba­saltbrocken, vielleicht Reste ehemaliger Flurterrassen.

Wir parken dort, wo die Straße Ettersdorf-Stahlhofen die Höhe erreicht und nach rechts biegt. Dort gehen wir rückwärts zum Waldrand hoch und genießen den umfassenden Blick in die Talweite des Gelbachs zwi­schen Ettersdorf und Isselbach-Giershausen. Aber auch zum oberen Gelbachtal hin überblicken wir die zahlreichen Waldhöhen.

Unser Weg biegt nach rechts und führt am Waldrand entlang. Leicht ab­wärts geht es nun. Am Kahlschlag ist der Weg etwas zugewachsen. Doch gehen wir durch das Gras bis zum Wald geradeaus weiter und biegen dann nach rechts in den Wald ein. Der Weg führt im rückwärtigen Hang des Berges im Bogen zurück, ist aber an seinem Ende verwachsen, so daß wir nach links auf einen Wiesenweg ausweichen müssen. Dieser führt uns zum Ausgangspunkt zurück.

Wegstrecke: 2,0 km Gesamte Steigung: 50 m

Wegeverhältnisse: Allgemein ausreichend, teilweise jedoch auch ausge- i fahren und etwas mit Gras bestanden. Mit Kinderwagen kaum zu be­

gehen.

Merkmale: Ruhiger Spazierweg mit sehr schöner Aussicht ins Gelbach­tal.

GACKENBACH

Drittschönste im Bezirk

Die Bewertungskommission der Bezirksregierung Koblenz besuchte in der vergangenen Woche die Gemeinde Gackenbach. Dabei konnte man feststellen, daß Gackenbach in der Sonderklasse zu den schönsten Dörfern im Regierungsbezirk gezählt werden kann. Nach Veitsrodt im Kreis Birkenfeld mit 86 Punkten und Weyerbusch im Kreis Alten­kirchen mit 85 Punkten erhielt Gackenbach 82 Punkte. Bevölkerung, Verkehrsverein und Bürgermeister Weidenfeller können auf dieses Ergebnis stolz sein.

ETTERSDORF - Dach abgedeckt

Während in Ettersdorf, abgesehen von geknickten Bäumen und Ästen, die Sturmschäden gering blieben, wurde in der Nachbargemeinde Issel­bach das Dach des mit Gästen voll belegten Gasthauses Schmidt vom Sturm abgedeckt. Feuerwehr und Bundeswehr mußten noch am Abend ein Notdach aufrichten.

HEILIGENR0TH

Wieder Fiugsaison bei der FluggruppeHimmelfeld"

Die nunmehr 3 Jahre bestehende FluggruppeHimmelfeld" trifft sich nun wieder jedes Wochenende auf ihrem Flugplatz in Heiligen- roth nahe der Limburgerstraße. Der Platz der aus Brachland zu einem Flugfeld umgestattet wurde, gleicht dann einem von -zig Zuschauern umringten Wespennest. Die Flugmodelle surren, durch ihre Kleinmo- tore angetrieben, durch die Lüfte, zeigen Kunst-, Schau- und lange Segelflüge, ehe sie wieder sanft auf der zarten Rasenpiste landen. Na­türlich bohrt sich hin und wieder einer derVögel" in den Erdbogen, aber das kann die Piloten kaum erschüttern. Die Bruchstücke werden dann zu Hause wieder sauber zusammengeleimt und am nächsten Tag gehts wieder weiter. Unter den Modellen findet man so ziemlich alles, was sich in der Luft hält: vom einfachen Segelmodell über die Kunst­flugmodelle bis zurFliegenden-Ente". Vor allem werden die Zu­schauer immer wieder vom Kunstflug beeindruckt, bei dem die Model­le, von ihren Piloten gesteuert, elegante Loopings, Rollen, Turn- und Rückenflüge, die bis unter die Grasnarbe reichen, fliegen. Diese Kunst­flugmodelle erreichen 140-150 km/h, wogegen sich die Segelflugmo­delle elegant, leise und langsam immer höher schrauben. So ist also für jeden Flugbegeisterten etwas dabei. Der Club freut sich besonders über das rege Interesse, das die Bevölkerung für diesen schönen und lehrreichen Sport zeigt. Zum Schluß sei noch gesagt, daß die Gruppe noch Aktive- und Fördernde Mitglieder aufnimmt.

-HHB;

Die Kneipp - Mühle in Heiligenroth Ein kleines Ferienparadies im Ahrbachtal

Vifer von Heiligenroth ins Ahrbachtal hinunterwandert, kommt zur Kneipp-Mühle, die im Volksmund auch noch nach dem früheren Besit­zer Flucks-Mühle genannt wird. Das Mühlrad steht längst still, und auch die Mühlengebäude haben in den letzten Jahren eine gründliche Umwand­lung erfahren. Mit dem NamenswechselKneipp-Mühle" ist hier eine moderne Ferienmühle entstanden, die auch gehobenen Ansprüchen ge­nügt. Besitzer sind der Hessische Minister a.D. Konsul Gotthard Franke und die Kneipp-Müllerin Ada Mages.

Stilgerecht elegant und ländlich behaglich ist das Gästehaus eingerichtet, das 25 Personen Aufnahme bietet. Der Aufenthalt ist mit Voll- oder Teilpension, mit Diät und ohne Verpflegung möglich. Die Küche ist österreischich beeinflußt.

Nebenan stehtein Badhaus. Ständig tummeln sich im geräumigen Hal­lenbad, dessen Wasser mit 27 Grad recht warm ist, die Badegäste. Die eingebaute Sauna wird in den Abendstunden auch häufig von Monta- baurern besucht. Angeschlossen sind zusätzlich medizinische Bäder mit galvanischem Strombad, eine Unterwassermassage-Anlage und eine Kneippanlage.

Nicht nur großflächige Liegewiesen und zwei Sonnenterrassen dienen der Erholung, auch zum Reiten und Kutschieren bietet sich Gelegenheit.

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