Ausgabe 
30.7.1970
Seite
338
 
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variabler Größe für Jungen und Mädchen unterteilbar. Dazu gehören jeweils ein Zimmer für einen Gruppenleiter. Der Wohnungstrakt für die Herbergseltern ist angebaut.

ZUR FERIENERHOLUNG IN DER HERBERGE Aufnahme nur mit gültigem Jugendherbergsausweis". In Montabaur wird dieser von Kreisjugendpfleger Georg Eickamp im Landratsamt ausgegeben. Aber wir wollen ja nur einmal einen neugierigen Blick hin­einwerfen Die Eingangshalle wimmelt von Jungen und Mädchen im schulpflichtigen Alter.Wo kommt ihr denn her? "Aus Rheine. Wir verbringen hier ganz dufte Ferien!" Eigentlich hatte ich ja lauter Rück sackwanderer er /vartet, aber da war zunächst keiner zu sehen. Nun er­zählten die Jugendlichen aus Rheine weiter, das Jugendamt habe sie zur Ferienerholung hergeschickt und drei Wochen würden sie dableiben. Be­treut würden sie meist von Studenten und Studentinnen, die den Lehr­beruf ergreifen wol'ten und hier ihr Sozialpraktikum ableisten würden. Nein, Heimweih hätten sie keins, es gebe ja soviel Abwechslung hier.

Und in der Umgebung könne man so schön herumstrolchen Am Sonn­tag hätten auch einige Besuch von ihren Eltern gehabt Vor ihnen seien Kinder aus der Pfalz und aus Berlin hiergewesen.

MAN KENNT NUR DIE 7-TAGE - WOCHE

Da kommt auch schon Herbergsvater Heinz Kretschmer in die Ein­gangshalle.So, vonRund um Montabaur" kommen Sie". Ja, das freue ihn, wenn durch einen Bericht das Verhältnis zwischen Herberge und Bevölkerung noch verbessert werden könne. Aber er könne sich nicht beklagen Im Gegenteil Ausgezeichnete Verbindungen bestünden zwi sehen Herbetge und der katholischen Jugend, die hier regelmäßig Aben­de abhalten würde

Und dann plaudert er von seiner Arbeit

Vorher waren er und seine Gattin Herbergseltern auf Ehrenbreitsrein.

Mit 555 Betten war das eine der größten Jugendherbergen Deutsch­lands, in der Gäste aus allen Erdteilen ständig ein- und ausgingen Hier in Montabaur sei es doch etwas ruhiger Man sei mehr auf Dauerauf­enthalt von Schulklassen, Jugendlichen und Kursteilnehmern einge­stellt Natürlich aber kommen jeden Abend auch kleinere Gruppen und Einzelwanderer zum Übernachten Im vergangenen Jahr schliefen hier 15 769 Personen, in diesem Jahr würden es wohl über 17 000 werden.

Für das Vorjahr bedeutete dies, daß jedes Bett im Durchschnitt 114 9

mal belegt wurde Das liegt weit über dem Durchschnitt. Für einen Über­nachtungspreis von 1.50 DM und einen Vollpensionspreis von etwa 7,00 DM läßt sich hier ja sehr preisgünstig leben.

Jetzt im Sommerhalbjahr, besonders in der Ferienzeit, herrscht Hochbe­trieb. Die Herberge ist fast Nacht für Nacht voll belegt. Und entspre­chend viel zu tun haben die Herbergseltern. Sie sind auch samstags und sonntags im Dienst. Frau Waltraud Kretschmer, die Herbergsmutter, ist mit ihren Helfern voll und ganz in der modernen Großküche ausge­lastet. Früher hätte ein Kessel für den Eintopf genügt. Heute werden in der Regel drei bis vier Mahlzeiten täglich verabreicht. Die Jugendlichen helfen beim Tischdecken, Abräumen und Spülen. Herr Kretschmer ist Manager und Allroundman. Nebenher auch noch Einkäufer, Verkäufer, Buchhalter, Personalhalter, Handwerker, Hausmeister, Filmvorführer, Verwalter, manchmal sogar Koch und stellvertretende Putzfrau, und da­bei muß er ein ausgezeichneter Jugendpädagoge sein.

Einen Acht-Stunden-Tag gibt es nicht. Eigentlich sollte abends um 22 Uhr Nachtruhe herrschen. Aber da ist gerade eine neue Gruppe ange­kommen, die sich in der ersten Nacht austoben will. Am nächsten Tag beschwert man sich dann über die Neuankommenden. Die einen wollen Mond und Sterne spätabends beobachten, die andern frühmorgens einen Sonnenaufgang erleben oder in aller Herrgottsfrühe bereits frühstücken und auf brechen. Da kommen fast gegen Mitternacht noch einige Tram­per, die irgendwo nicht recht weiterkamen. Man hat ein Herz und nimmt sie noch auf. So geht es Nacht für Nacht, Tag für Tag. Manchmal muß man mit 3 bis 4 Stunden Schlaf auskommen. Und die Lärmkulisse nebenan wirkt auch nicht immer beruhigend

Im Winterhalbjahr ist es zwar etwas ruhiger, aber nun dient die Herber­ge vorwiegend als Landschulheim. Alle vier Wochen hat man sich ein freies Wochenende verdient, dazu einen Kurzurlaub zwischen den Jah­ren.

Ach, es gäbe ja noch soviel zu erzählen. Aber Herr Kretschmer wird plötzlich gerufen. Draußen auf der Spielwiese ist ein Junge gestürzt und | er muß nun Erste-Hilfe leisten.

So verabschiede ich mich schnell. Doch ich bin beeindruckt und habe mir vorgenommen: Im nächsten Urlaub werde auch ich mit meiner Fa­milie verreisen.. Und die Jugendherbergen werden mein Absteigquartier sein.

HEUERNTE teilweise futsch

I n vielen Dörfern unseres Verbreitungsgebietes wurde in der vergange­nen Woche verdorbenes Heu verbrannt. Es war in der Hitzeperiode vor einigen Wochen gemäht worden und konnte in der folgenden naßkühlen Witterungsperiode nicht eingefahren werden Nun war es verdorben.. Trotzdem: Es stehen noch so viele Wiesen ungemäht, daß Heu nicht knapp werden wird.

GILLES GmbH

I n das Handelsregister des Montabaurer Amtsgerichtes wurde in der vergangenen Woche die Firma Gilles GmbH eingetragen. Die Gesell­schaft unterhält in der Moselstraße ein Einkaufszentrum und handelt mit Lebensmitteln, Getränken, Textilien, Haushaltsartikeln, Einrich­tungsgegenständen, Schuhwaren, Beleuchtungsartikeln, Autozubehör und sonstigen Waren aller Art. Sie unterhält außerdem eine Imbißstube und eine Tankstelle. Geschäftsführerinnen sind die Geschwister Renate und Eva-Maria Gilles aus Wirges.

Der Sturm wütete

Plötzlich und in dieser Stärke unerwartet wütete am Freitagabend der Sturm in unserer Heimat. Dächer wurden abgedeckt und Bäume ge knickt. Gärten und Felder hat er zerzaust. Die Gelbachtalstraße blieb lange für den Verkehr gesperrt. Überall versperrten querliegende Bäu­me die Weiterfahrt. Die Waldstraßen waren übersäht mit morschen Ästen und grünem Laubwerk. Mehreren Autofahrern dellten herabstürzende Äste die Wagenbleche ein.

Elisabethenstraße nur für Anlieger

Där untere Teil der Elisabethenstraße ist ab Werhausgasse nur noch für den Anliegerverkehr befahrbar.

TUS Montabaur stark Knappe 3:4 Niederlage in Bad Ems -

Im ersten Vorbereitungsspiel auf die kommende Meisterschaftssai­son traf die TUS-Elf am vergangenen Samstag auf die des VfL Bad Ems. Die ersten 10 Minuten des Spieles gehörten klar dem Bezirksligisten. Sturmlauf auf Sturmlauf rollte gegen das von Janta gut gehütete Tor.

Die Hintermannschaft hatte sich jedoch schnell auf die Stürmer des VfL eingestellt und ließ vorerst ein Tor nicht zu. Erst in der 20. Minu­te kam Ems durch einen unhaltbaren Schuß aus der zweiten Reihe zum Führungstreffer. Durch dieses Tor wachte die Sturmreihe des TUS auf. Angriff auf Angriff wurde gestartet. Die Emser Hintermannschaft hatte alle Hände voll zu tun In der 35. Minuten war es schließlich Meuer ,der unhaltbar zum 1:1 einschoß. Mit diesem Ergebnis ging man in die Pause.

Nach Wiederanpfiff sahen die zahlreichen Zuschauer zunächst ein aus­geglichenes Spiel. Tor-Chancen hatten beide Mannschaften. In der 55. u. 60. gelang den Fußballern des VfL, eine beruhigende 3:1 Führung herauszuschießen. Die TUS-Fußballer ließen sich durch dieses Ergeb­nis nicht beirren. Durch einen von Faber verwandelten Foulelfmeter kamen sie auf 2:3 heran. Meuer war es schließlich, der in der 80. Min. zum 3:3 einschoß. In dieser Phase des Spieles sah der Bezirksligist seh schlecht aus. In der Schlußphase gelang ihm ein 4. Tor und damit ein glücklicher, aber alles in allem gesehen auch verdienter Sieg.

Montabaur zeigte in der neuen Formation ein sehr gutes Spiel. Wenn noch die vorhandenen kleinen Unstimmigkeiten abgestellt werden, hat diese Mannschaft in der kommenden Saison der A-Klasse eine reelle Chance.

Am kommenden Samstag, dem 1.8.70, 16.00 Uhr, trifft die TUS-Elf im Stadion Mons-Tabor auf die 1. Mannschaft des FV Engers. Mit der Mannschaft des FV Engers hat der TUS-Vorstand einen sehr starken u. prominenten Gegner verpflichtet. Engers gehört seit Jahren der Spitzengruppe in der Rheinlandliga an. Die TUS-Mannschaft wird ver­suchen, auch gegen diesen Gegner ein achtbares Ergebnis zu erzielen.

Die Zuschauer werden bestimmt auf ihre Kosten kommen.

Vorspiele am kommenden Samstag bestreiten die B-Jugend-Mannschaf* des TUS und die II. Seniorenmannschaft, die den Aufstieg zur II. Kre s- klasse erreicht hat.

BODEN

KATH. KIRCHE MARIA HIMMELFAHRT IN BODEN

G ottesdienstordnu ng Sonntag, 2.8.

9 00 Uhr 1. Jahramt für Alois Korbach

Dienstag, 4.8. 19.30 Uhr Freitag, 7.8. 19 30 Uhr

Sonntag, 9.8 9.00 Uhr

2. Amt für Willi Schmitt

Herz-Jesu-Amt für die Lebenden und Verstorbenen des Rosenkranzvereins

Jahramt für Anna Sode

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