Ausgabe 
16.7.1970
Seite
301
 
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Warum kann man Kasernen nicht eingrünen?

Das fragen sich Ortsverband und Fraktion der CDU Montabaur so­wie Bürgermeister Mangels im Hinblick auf die Westerwald-Kaserne schon seit langem. Der Gebäudekomplex wurde vom Baulastträger er­stellt, im Hinblick auf Einbindung durch Grün und Gestaltung eines freundlichen Städtebildes praktisch nichts getan.

Montabaur nennt sich Tor zum Naturpark Nassau und betrachtet den Fremden- und Ausflugsverkehr als einen nicht unbedeutenden Wirtschaftszweig der in der Zukunft noch weiter auszubauen ist. Da­für muß sich die Stadt in ihrem Bild werbend und abziehend dem Fremden dartun. Das tut sie bereits durch ihre Silhouette mit Schloß zur Autobahn hin. Aber das Stadtbild zur Umgehungsstraße hin hat mit deren Eröffnung eine nicht zu unterschätzende Bedeutung erhal­ten Hier stehen die Kasernen als ein Teil der Stadt Montabaur und bieten in ihrer "Nacktheit" wirklich kein anziehendes Bild

Das aber muß nicht so sein. Mit etwas Sorgfalt des Baulastträgers und dem Einsatz von Geld und einem guten Landschaftsgärtner ist der Schaden zu beheben.

Leider ist bisher nichts geschehen. Damit aber endlich etwas getan wird, haben sich, wie uns Vorsitzender Julius DeGker mitteilt, die ört­liche CDU und Bürgermeister Mangels an ihren Wahlkreisabgeordneten, Bundestagsabgeordneten August Hanz, Meudt/Dahlen, gewandt und seine Unterstützung erbeten. Uns ist bekannt, daß MdB Hanz bereits entsprechende Schritte unternommen hat.

ELTERN, GEBT ACHT!

Rechtzeitig weglaufen konnte ein 9-jähriges Mädchen, das sich be­suchsweise in Montabaur aufhält, als es in den Abendstunden des 12. Juli 1970 von einem jungen Mann angesprochen wurde, der es vermut­lich zu unzüchtigen Handlungen mißbrauchen wollte. Der junge Mann ist der Polizei bekannt.

Diebische Elster

Eine junge Frau aus dem Oberwesterwaldkreis, die unter Nennung eines falschen Namens ein Rundfunkgeschäft aufsuchte und Kaufinte­resse für ein bestimmtes, nicht vorhandenes Gerät zeigte, entwendete in einem unbewachten Augenblick aus der Schaufensterauslage ein Rundfunkgerät. Sie entfernte sich unerkannt. Schüler, die den Vorfall von der Straße aus beobachtet hatten, verständigten die Geschäftsin­haberin. Die Frau konnte am nächsten Tag ermittelt und das Gerät, welches bereits für 25.- DM den Besitzer gewechselt hatte, sicherge­stellt werden. Bei den Ermittlungen stellte sich heraus, daß die Frau bereits einige Tage vorher aus dem gleichen Geschäft ein Rundfunkge­rät entwendet und ebenfalls weiterverkauft hatte. Auch dieses Gerät konnte wieder beigebracht werden.

Dernbach / Großholbach

ln der Nacht zum Mittwoch wurde in Dernbach ein Zigarettenautomat von der Wand gelöst und mitgenommen, während in Großholbach ein Automat aufgebrochen und daraus die Geldkassette entwendet wurde.

WAHLSORGEN BEI DER SPD Neuwied verließ die Kampfstätte

Im Pfarrzentrum trafen sich die 94 Delegierten des Wahlkreises 1 zur Wahlkreiskonferenz. Bürgermeister Trees, Engers, begrüßte die Teil­nehmer, die Bürgermeister Jung zum Leiter der Tagung wählten.

Es galt, die Kandidaten für die Landtagswahlffestzulegen. Die Vor­schläge der Unterbezirke lagen vor, doch war eine Einigung über Platz 6 bis 8 nicht erzielt worden.

MdL. Hans Schweitzer wurde auch diesmal zum Spitzenkandidaten ge­wählt. Er erhielt 90 Ja-Stimmen. Auch die Landtagsabgeordneten T. Lück, Linz; H. Fink, Westerburg; Willi Diel, Kamp-Bornhofen und 1 Wolfram, Betzdorf wurden erneut als Kandidaten bestätigt.

Schwierig wurde es beim 6. Kandidaten. Hier hoffte Neuwied seinen Vorschlag - M. Scherer - bestätigt zu erhalten. Die Delegierten dachten, jedoch anders und wählten H. Heizer mit 50 Stimmen, während Sche­rer mit 40 Stimmen unterlag. Das veranlasste die Delegierten von Neu­wied, Saal und Konferenz zu verlassen.

Die restlichen 62 Delegierten führten die Wahl zu Ende, die folgendes Ergebnis zeigte: E. Meckel, Bad Ems, M. Scherer, Neuwied, W Schar­nagel, Bad Marienberg, Elsbeth Hodes, Gladbach; K. Schäfer, Diez;

Willi Plattes, Betzdorf; Siegfried Schulze, Simmern; U. Flohr, Feld­kirchen und R. Löwenstein, Bad Ems. Auch die Ersatzmänner-Wahl verlief reibungslos. Voraussichtlich werden 7 Kandidaten einen Sitz im Landtag einnehmen können.

Nun e.V.

Die Deutsch-Französische Gesellschaft zu Montabaur, die u.a. zur För­derung der Beziehungen mit Tonnerre gegründet worden war, ist nun vom Amtsgericht als Verein eingetragen worden.

Landwirtschaftsschule wird aufgelöst

Weil sie von immer weniger Schülern besucht wird, soll die Landwirt­schaftsschule Montabaur im Zuge der Neuordnung des landwirtschaft­lichen Schulwesens nun geschlossen werden. Die jetzt noch dort einge­schriebenen Schüler können das abschließende Wintersemester letzt­malig in Montabaur belegen.

SOMMERFEST der Unterstufen

Auf Anregung der Oberstudienrätin Wanner wurde das diesjährige Som­merfest der Unterstufen in den Dienst einer guten Sache gestellt. Der Reinerlös wird den SOS-Kinderdörfern zugute kommen.

Es darf schon jetzt mit Sicherheit angenommen werden, daß der Betrag von DM 1.000 weit überschritten wird.

Etwa 15 verschiedene Klassen boten Unterhaltungsspiele, sorgten für Speise und Trank und verkauften die selbstgebastelten Gegenstände.

Bei dem starken Andrang fanden fast alle Sachen einen Abnehmer. Das dichteste Gedränge herrschte in der Diskothek, wo die älteren zu dröh­nender Musik die versäumten Sportstunden nachholten. Nach Ende der Veranstaltung sah die Schule aus wie ein Schlachtfeld.

Wir danken allen, die dem guten Zweck der Unterstützung der SOS-Kin- derdörfer zum Erfolg verhalfen.

SCHULSPORTFEST des Gymnasiums im Rahmen der Bundesjugendspiele

Lehrer und Schüler lehnten bisher die Teilnahme an den Spielen ab, aus Protest: zwölf Jahre nach der Einweihung der Schule war immer noch kein Sportplatz vorhanden.

Nunmehr ist der Auftrag zum Bau des Sportplatzes erteilt. Darum be­ginnt eine neue sportliche Ära, die durch die Teilnahme am Schulsport­fest des Gymnasiums im Rahmen der Bundesjugendspiele dekomentiert wurde. Das Ergebnis war sehr erfreulich. Fast jeder 2. Schüler hat eine Siegerurkunde erhalten.

Bankkaufleute drücken Schulbank Volksbanken schulen Nachwuchskräfte selbst

Der sich immer mehr verschärfende Wettbewerb im Kreditgewerbe hat zu einem Ausbau der banküblichen Leistungen geführt, die noch vor einigen Jahren von Bankiers der alten Schule für undenkbar gehalten worden wären. Dieser heute übliche Service der einzelnen Kreditinsti­tute zwingt die Banken und Sparkassen mehr denn je, qualifizierte Fachleute zu beschäftigen, die den Kunden am Bankschalter das viel­fältige Angebot überzeugend näherbringen können. In Zeiten der Voll­oder Überbeschäftigung ein schwieriges Problem.

Die Volksbanken-Organisation, der in der Bundesrepublik rund 700 Banken mit über 3:100 Filialen angeschlossen sind, hat deshalb bereits frühzeitig - nämlich im Jahre 1957 - ein Institut gegründet, in dem Nachwuchskräfte aus den eigenen Reihen aus- und fortgebildet werden. In den verschiedensten Lehrgängen, die sich teilweise über mehrere Wo­chen erstrecken, werden Bankkaufleute jeweils mit den neuesten Er­kenntnissen vertraut gemacht und dadurch in die Lage versetzt, den beträchtlich gestiegenen Anforderungen gewachsen zu sein, die das Schalterpublikum heute an einen Bankangestellten richtet.

Die Themen reichen dabei - um nur einige Beispiele zu nennen - von der Anlageberatung, Baufinanzierung, Kreditgeschäft über Innenrevision und sonstige bankbetriebswirtschaftliche Fragen bis zur Ausbildung als Filial- und Bankleiter und Kurse über Bank-Management. Als Folge der schwierigen Lage auf dem Arbeitsmarkt wurden darüber hinaus auch Kurse für Bankangestellte ohne kaufmännische Lehre eingerichtet, um Berufsfremden die Einarbeitung zu erleichtern und sie zu qualifizierten Mitarbeitern werden zu lassen, die auf ihrem Spezialgebit keine auch noch so abwegige Frage verblüffen kann.

TUS Montabaur im Pokalendspiel - SV Kadenbach mit 6 : 4 n.V. besiegt -

Arrf vergangenen Samstag standen Sich in einem Wiederholungsspiel um den Kreispokal im Stadion Mons-Tabor die beiden I. Seniorenmann­schaften des SV Kadenbach und des TUS Montabaur gegenüber.

Wie bereits in den vorausgegangenen Spielen war Kadenbach ein sehr starker Gegner. Der Kreismeister, TUS Montabaur, mußte wiederum sein gesamtes spielerisches Können aufbieten, um zu siegen.

Montabaur begann vielversprechend und führte frühzeitig mit 1:0. Ka­denbach konnte jedoch bald ausgleichen. Ebenso die 2:1, 3:2 u. 4:3 Führung der TUS-Mannschaft kurz vor Spielende. Nach der regulären Spielzeit stand es somit 4:4 Unentschieden.

Wie bereits in Kadenbach, mußten die Mannschaften in die Verlänge­rung. Erst in den letzten 15 Minuten der Verlängerung gelang Monta­baur durch 2 Tore der verdiente 6:4 Sieg. Zu bemerken ist, daß die Schiedsrichterleistung sehr mäßig war.

Nach den bisher vorliegenden Informationen findet das Endspiel um den Kreispokal am kommenden Samstag, dem 18.7.1970, 18.00 Uhr,