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Montabaur und Tonnerre schworen Freundschaft
(Fortsetzung von 18/27/70/4)
Die besinnliche Stille im Saal entsprach der Feierlichkeit des Augenblicks, als beide Bürgermeister zur Feder griffen, um die Partnerschaftsurkunde zu unterzeichnen und somit die Partnerschaft auch für alle Nachwelt schriftlich zu fixieren. Die Urkunde hat folgenden Wortlaut:
Der Austausch der Partnerschaftsurkunderi zwischen Tonnerre in Burgund und Montabaur in Rheinland-Pfalz ist ein bedeutendes Ereignis in der Geschichte beider Städte.
Mit diesem Dokument bekunden Bürgerschaft, Rat und Verwaltung der Partnerschaftsgemeinden ihren Willen, zu einer wachsenden deutschfranzösischen Verständigung nach bestem Vermögen beizutragen.
Vor allem die Jugend möge den Partnerschaftsgedanken vertiefen, damit über sprachliche und räumliche Grenzen hinweg ein geeintes Europa in Frieden und Freiheit entsteht Die Bürgermeister beider Städte, Herr Dr. GE- RARD und Herr Wilhelm MANGELS haben sich'unermüdlich für die Verwirklichung der Partnerschaft eingesetzt.
Die Gemeindevertretungen in Tonnerre und Montbaur haben deshalb beschlossen und feierlich erklärt, die gegenseitigen freundschaftlichen Beziehungen im Geiste der Völkerverständigung und zum Wohle ihrer Bürger zu fördern und zu pflegen.
TONNERRE, den 21.6.1970
MONTABAUR, den 21.6.19?0
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DIE GASTGESCHENKE sind ebenfaMs Ausdruck der innigen Verbundenheit beide^Städte. Montabaur überreichte ein in Holz geschnitztes Kunstwerk, das die Wappen beider Städte zeigt und darüber das Spruchband: " Partnerschaft XXI.VI.MCMLXX“ und Toonerre gab dagegen einen großen Zinnteller mft dar Gravour: "Jumelage Tonnerre Montabaur 21. Juin 1970“ und ein Ölgemälde mit' der Stadtansicht
PHILIPP CAMUS UND DR. KRATZ.
die Präsidenten der deutsch-französischen Gesellschaft hüben und drüben tauschten Grußworte und Geschenke aus. Und dann überreichte Bürgermeister Mangels der Stadt Tonnerre eine große Fahne mit dem Stadtw^ppen von Montabaur auf der einen und dem Europawappen auf der anderen Seite. Es gab heiße Herzen und feuchte Augen, als zum Höhepunkt der- Feier Bürgermeister Dr. Gerard diese Fahne ergriff und in der Runde des Saales schwenkte.
EIN FROHER NACHMITTAG
Ein gemeinsames Diner vereinte alje im Saale des alten Hospitals. Hier erlebte unsere Delegation eine freudige Überraschung, als allen
RUND UM MONTABAUR 19/28/70/3
Mitgliedern ein Trinklöffel am Bande als Auszeichnung überreicht wurde. Der vorzügliche Wein , dem während des ausgiebigen Essens kräftig’zugesprochen wurde, löste die Zungen.
Man sang deutsche und französische Lieder, man schunkelte - man verstand sich , denn' man hatte zueinander gefunden.
Kein Wunder.daß diese frohe Stimmung anhielt, als man am islachmittag in Saint Bries im berühmten Weinkeller einen Probeschluck der bekanntesten weißen Burgunderweine kredenzte.
Und wieder wartete eine Überraschung: Alle.n voran die beiden Bürgermeister und Amtmann Sonnenschein mußten eine Reihe der Gäste auf offener Bühne beweisen, daß sie trinkfeste Weinzecher sind; dann wurden sie un-™- dem Gesang junger Winzerinnen und Winzer feierlich zum Chevalier de la Confrerier des trois Ceps geschlagen und erhielten Urkunde und Weinlöffel am Bande zum sichtbaren Zeichen ihrer neuen Würde.
EIN BUNTER ABEND
beschloß diesen ereignisreichen Tag. Alle Vereine der Stadt Tonnerre veranstalteten in großartiger Gemeinschaftsarbeit einen bunten Abend mit einem reichhaltigen Programm, in dem alles geboten wurde. Vom Zauberkünstler über Folkloretänze, über Ballett bis zum Judosport war alles vertreten. Zwei Conferenciers sagten die Darbietungen jeweils in deutscher und französischer Sprache an. Laienspieler zeigten ihr großes Können und man spürte, daß alle ihr Bestes gaben, um die Gäste zu erfreuen, die ihrerseits reichen Beifall spendeten.
AUSKLANG
Nur zu schnell vergingen die schönen Stunden. Doch die festliche Stimmung hielt auch am Montag morgen noch an und selbst das Städtchen Tonnerre nahm nur zögernd vom Alltag Kenntnis. Unsere Delegation benutzte den Vormittag zu einer ausgedehnten Stadtbesichtigung. Zusammen mit dem Filmclub besichtigte unser Redakteur die Räume des Filmclubs von Tonnerre. Bereitwilligst zeigten die Amateur- Künstler die Einrichtung ihres Hauses und ihre Arbeiten: und es ist dort wie auch wohl in Montabaur: die Stadtväter bewilligten ihpen zwar die Räume, aber alles andere müssen sie selbst finanzieren, obwohl andererseits auch die Stadt manchen Nutzen von der Arbeit des Filmclubs hat. Und immer wieder muß die große Gastfreundschaft erwähnt und gelobt werden, die uns auch die Mitglieder des Fltmclubs von Tonnerre
angedeihen ließ. Sie fand ihre Fortsetzung am Nachmittag bei einem Ausflug in die Umgebung der Stadt. Ein gemeinsames Abendessen brachte noch einmal aile Teilnehmer zusammen, die letzten Toaste wurden ausgebracht, die letzten Dankadressen gesprochen.

