Ausgabe 
18.6.1970
Seite
244
 
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RUND UM MONTABAUR Nr. 15/25/70/E

F)übtng«n

Wer kannte schon - abgesehen von imserer jüngsten Zelt - den Ort, der dem süd­lichsten Zipfel des Unterwesterwaldkrei­ses den Abschluss gibt?

Die Geschichte des Ortes Hübingen reicht sicher bis in die graue Vorzeit zurück. Mit Sicherheit schriftlich erwähnt wird die Gemeinde vor fast 500 Jahren - Anno 1486 in einer alten Kirchährer Urkunde, in der es um ein Tauschgeschäft zwi­schen einem Hübinger und einem Gacken- bacher Bauern geht. Vieles in und um den Ort deutet schon darauf hin, dass die Entstehung der Siedlung zeitlich viel frü­her zu suchen ist. Vielleicht ist sie aus einer germanischen Bauem-"hube" (= Ge­höft) entstanden. Bei den Alten der Ge­meinde ist auch oft die Rede von einem

Dorf "Scherpingen", dessen Bewohner - durch den 30-jährigen Krieg aus ihrer Heimatgemeinde vertrieben - sich in Hü­bingen ansiedelten.

1760 zählte der Ort bereits 24 Häuser mit 150 Bewohnern. Dann steigerte sich die Einwohnerzahl rasch:

1808 waren 201, 1840 = 263, 1905 = 226, 1939 = 236, 1950 = 259, 1960 = 262 und heute sind es bereits 340 Einwohner.

Anno 1813 waren russische Soldaten einquartiert, die ein Schadensfeuer verur­sachten, wobei die Chronik und mit ihr viele wertvolle Bilder verbrannten. Etwa ab 1770 wurden in Hübingen mehrere Schie­ferbrüche betrieben, die aber inzwischen wieder geschlossen wurden.

Die Hübinger Einwohner sind durchweg katholisch und gehören zur Pfarrgemeinde Kirchähr, doch erhielt 1808 das Dorf eine eigene Kapelle. Die Alten wissen jedoch noch von einer älteren Kapelle, die in der Dorfmitte gestanden haben soll.

Ein wichtiger Tag für Hübingen war der 28. Nov. 1953, als die neue Schule

eingeweiht wurde. Erst seit 1759 ist- blngen eigener Schulort, davor mussten die Kinder nach Kirchähr in die Schule wandern.

In der Hübinger Schule wird aber nur das 1. bis 6. Schuljahr.unterrichtet, das 7. bis 9. Schuljahr besucht die Verbands­schule Gackenbach. Und 12 Kinder besu­chen eine weiterbildende Schule in Monta­baur.

Für die Gemeinde von zunehmender Bedeutung ist das Familienferiendorf, wel­ches am 18. Mai 1969 eingeweiht wurde.

Das Dorfbild wäre unvollständig, blie­be aus dem kulturellen Leben der 1919 gegründete Männergesangverein unerwähnt. Und ebenso die Wachsamkeit der Frei­willigen Feuerwehr, die bereits bei zwei Bränden ihre Einsatzbereitschaft unter Be­weis stellen konnte.

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