Ausgabe 
18.6.1970
Seite
240
 
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RUND UM MONTABAUR Nr. 15/25/70/4 STAATSSEKRETÄR HOLKENBRINK

vom rheinland-pfälzischen Wirtschafts- und Ver­kehrsministerium erklärte, durch die neue Um­gehungsstraße werde die Stadt Montabaur auch von dem starken Durchgangsverkehr und dem Militärverkehr entlastet. Nach den Ausführungen Holkenbrinks liegt das Schwergewicht der ver- kehrtichen Investitionen im Raume Montabaur beim Autobahnbau Der Staatssekretär nannte insbesondere den sechsspurigen Ausbau der BAB Köln - Frankfurt, der allein in Rheinland-Pfalz einen Kostenaufwand von rund 160 Millionen DM erfordere Die gesamten Investitionen einschließ­lich der Autobahn Montabaur - Koblenz seien auf rund 414 Millionen DM veranscnlagt, wovon breits 240 Millionen DM verbaut seien. Als eine der wichtigsten Maßnahmen sei auch der geplante Ausbau einer Autobahn von Höhr-Grenzhausen nach Gießen anzusehen.

Wie Holkenbrink ankündigte, soll auch das Bun­desstraßennetz im Raume Montabaur weiterhin ausgebaut werden. Der Staatssekretär nannte hier besonders die B 49-in Richtung Landesgrenze und die B 255 Montabaur - Langenhahn. Von dort werde die ebenfalls zum Ausbau vorgehene Nis- tertalstraße die durchgehende Verbindung nach Betzdorf bringen. Die Kosten für diese Landes­straße seien auf rund 80 Millionen DM veranschlagt von denen bereits 19 Millionen DM investiert sei­en.

Das Landesstraßennetz werde den Erfordernissen entsprechennd verbessert werden. So sei erst vor einigen Tagen die Umgehung Vallendar im Zu­ge der L 308 dem Verkehr freigegeben worden.

Für die L 307 sei eine Umgehung von Höhr-Grenz­hausen vorgesehen. Weiter würden u.a. Verbesser­ungen der Eschelbachstraße (L 313) und an der Kreuzung der L 313 mit dem Fürstenweg in Kür­ze begonnen. Die Gesamtkosten hierfür seien auf rund 10 Millionen DM veranschlagt, wovon be­reits 2,5 Millionen DM verbaut seien.

Für Vorhaben des kommunalen Straßenbaus sind nach den Angaben Holkenbrinks im Raume Mon­tabaur im Jahre 1969 etwa 750.000 DM Zuschüs­se gewährt worden. Auch in diesem Jahr werde in etwa der gleiche Betrag bereitgestellt.

Vor 40 Jahren:

1000 - Jahrfeier in Montabaur

Es ist urkundlich bezeugt, daß um das Jahr 930 Erzbischof Rotbert von Trier hier eine hölzerne Kirche erbauen ließ. Dieses früheste urkundlich nachweisbare Datum aus Montabaurs Geschichte war vor 40 Jahren, vom 21. bis 23. Juni 1930, Anlaß einer prächtigen 1000 - Jahrfeier.

P. Hermann-Josef Roth OCist., zur Zeit Bens- berg-Refrath, hat darüber im Rhein-Lahnfreund einen Beitrag veröffentlicht, den uns der Verlag freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat:

An einem herrlichen Junitag begannen mit Fest­geläute und Böllerschießen die großen Festtage.

Es folgte im Rathaus eine Akademische Feier. Beethovens Romanze in G-Dur erklang, vorge­tragen vom städtischen Orchester Josef Gehling. Bürgermeister Heinrich Roth gab einen realisti­schen Überblick auf manche bösen Tage in der guten alten Zeit" und folgerte daraus, daß auch im neuen Jahrtausend Arbeit und Mühe weiter­gehen würden. Er übertrug das Protektorat Lan­deshauptmann Dr. Lutsch, Wiesbaden, der an­schliessend das Wort ergriff. Nach ihm sprachen Regierungspräsident Ehrler, Landrat Dr. Collet und Staatsarchivdirektor Dr. Domarus, Wiesba­den.

Am Abend versammelten sich alle ,.Schuster (Spitzname der Montabäurer) auf dem Markt­platz zu einer Befreiungsfeier mit Fackelzug.

Neben Ehrenpforten, Fahnen, Wimpel, Girlan­den und Kränzen hatte man die Straßen mit Lämpchen und Lampions illuminiert. Vom Rat­hausbalkon begrüßte Bürgermeister Roth die Bevölkerung und übergab Stadtverordnetenvor­steher Dr. Tewes das Wort, der noch einmal die Not der Besatzungs- und Separatistenzeit beschwor. Bei allem Gefühlsüberschwang setzt man mit einem gemeinsamenTe Deum den richtigen Schluß­akzent.

Zum Festgottesdienst am Sonntag war wieder al­les zur Stelle. In seiner Predigt jab Pfarrer Jäger ebenfalls historische Rückblicke. Um 14 Uhr be­gann das Festspiel auf dem Seminarplatz, ver­faßt von Dichterpfarrer Ludwig Nüdling aus der Rhön. Titel:Montabaur in Glück und Ehr",

1000 Jahre und noch mehr". Frau Adele Nink gestaltete mit cirka 200 Mitwirkenden die histo­rischen Szenen überzeugend. Oft wurde gegen­wartsbezogen gespielt: So der Hofnarr mit sei­nen Anspielungen auf die brütende Hitze, oder Kaiser Maximilian, dessen Wunsch, die Elfchen in seinem Hofballett zu sehen, mit dem Zwischen­ruf aus dem Publikum quittiert wurde:So siehst du aus!"

Alle Mitwirkenden und die Gruppen der Innun­gen und Verbände formierten sich nach Been­digung des Spiels zum Festzug durch die Stadt. Der Abend und die Nacht wurden recht turbu­lent. Es wimmelte inzwischen von auswärtigen Besuchern. Schloßbeleuchtung und Feuerwerk heizten die Stimmung an.

Der Montag begann mit einer Gefallenenehrung, ließ aber dann der Freude freien Lauf wie an den Vortagen. Festspiel und Festzug wurden wiederholt, und in den Lokalen ging es hoch her. Erst nach dem Verebben des Festtagstau­mels nahm die Bevölkerung zur Kenntnis, wie­viel Aufmerksamkeit die Umwelt ihrem Fest ge­widmet hatte. Reichspräsident von Hindenburg hatte telegrafisch seine Glückwünsche übermit­telt Ebenso Reichskanzler Dr. Brüning, der in­folge der ernsten innenpolitischen Lage nicht kommen konnte, obwohl Bürgermeister Roth, selbst Mitglied des preußischen Staatsrates und Bekannter des Kanzlers, sich darum bemüht hat­te.

Es blieb nach allem eine stolze Bilanz trotz not­voller Zeit. In der Stadtverordneten-Sitzung vom 25. Juli 1930 verkündete Heinrich Roth, daß die Feier "ein Defizit gebracht und die Stadt keinen Pfennig, der nicht durch Einnahmen ge­deckt war, ausgegeben hatte. Zusätzlich bewillig­te 3000,- RM wurden nicht in Anspruch genom­men.

Erheblicher Sachschaden

Wegen Nichtbeachtung der Vorfahrt kam es an der Einmündung der B 255 in die B 49 zu einem Zusammenstoß zwischen zwei Pkw's. Personen wurden keine verletzt, es entstand erheblicher Sachschaden.

Zusammenstoß mit Pkw

Pkw-Fahrer befuhr die Limburger Straße in Rich­tung Limburg. An der Einmündung Roßbergstras­se in die Limburger Straße kam es zu einem Zu­sammenstoß mit einem Pkw, der von der Roßberg­straße kommend in die Limburger Straße einbie­gen wollte. Personen wurden keine verletzt Es entstand Sachschaden.

Vorfahrt nicht beachtet

Pkw-Fahrer wollte von der Moselstraße auf die Eigendorf er Straße einbiegen. Hierbei beachtete er die Vorfahrt eines Pkw's der aus Stadtmitte Montabaur kommend in Richtung Eigendorf fuhr, nicht und es kam zu einem Zusammenstoß Es entstand erheblicher Sachschaden. Personen wurden keine verletzt.

Vor 100 Jahren:

Es gab schon ein Finanzamt

Nur nannte es sich damals , .Steuerkasse' Zur derjenigen von Montabaur, deren Leiter ein Herr Rautenbusch war, gehörten vor 100 Jah­ren folgende Dörfer:

Montabaur, Arzbach, Bannberscheid, Bladern­heim, Boden, Daubach, Dernbach, Eigendorf, Eschelbach, Ettersdorf, Gackenbach mit Dies und Kirchähr, Heiligenroth, Holler, Horbach, Horressen, Hübingen, Leuterod und Hosten, Moschheim, Niederelbert, Oberelbert, Otzin­gen, Reckenthal, Siershahn, Stahlhofen, Staudt, Untershausen, Welschneudorf, Wirges und Wir­zenborn.

Fussgängerin verletzt

Pkw-Fahrer befuhr in Montabaur die Kirchstr. von Koblenz kommend in Richtung Stadtmit­te. Eine Fußgängerin die die Kirchstr. über­querte, wurde von dem Pkw erfaßt und stürzte auf die Fahrbahn. Hierbei wurde sie verletzt

und mußte mit dem Kranken wagen in das Kranken­haus Montabaur eingeliefert werden. An dem Fahrzeug entstand geringer Sachschaden.

Montabaurer Rechtschreibung

Seit gut zwei Jahren hängt nun in einem großen Montabaurer Geschäft ein Schild mit der Auf­schriftMONTABAUER". Ob noch niemand den Rechtschreibefehler bemerkt hat.

Ein anderer Kaufmann zeigte vor kurzem in seinem Schaufenster ein Schild mit der Auf­schriftGroßermarkt". Auch hier hätte man die richtige Schreibweise wissen können.

Wer soll das bezahlen?

So fragt sich der Bund der Steuerzahler ange­sichts der Ausgaben für die Steglitzer Woche.

Er verlangt nähere Angaben über die dafür aufgewandten Gelder.

Bürgersteige gepflastert

ln den vergangenen Tagen wurden die Bürger­steige in der unteren Alleestraße mit Verbund­steinen gepflastert. Sie bieten nun einen saube­ren Anblick.

Lupinen blühen

Ein schönes Bild bilden zur Zeit die im Hang der Westerwald-Kaserne in Höhe der Westerwald- Straße blühenden Lupinen.

Kassen raum verglast

Die Nassauische Sparkasse ließ ihren gesamten Kassenraum zum Schutz gegen Überfälle verglasen. Die Bankangestellten fühlen sich nun zwar sicherer, doch ist ihr Kontakt zu den Kunden zwangsläufig etwas unpersönlicher ge­worden.

Abitur bestanden

Hedwig Noll, Monika Pfeiffer und Karin Wolf haben am Staatlichen Aufbaugymnasium ihre Reifeprüfung abgelegt.

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