RUND UM MONTABAUR Nr. 15/25/70/4 STAATSSEKRETÄR HOLKENBRINK
vom rheinland-pfälzischen Wirtschafts- und Verkehrsministerium erklärte, durch die neue Umgehungsstraße werde die Stadt Montabaur auch von dem starken Durchgangsverkehr und dem Militärverkehr entlastet. Nach den Ausführungen Holkenbrinks liegt das Schwergewicht der ver- kehrtichen Investitionen im Raume Montabaur beim Autobahnbau Der Staatssekretär nannte insbesondere den sechsspurigen Ausbau der BAB Köln - Frankfurt, der allein in Rheinland-Pfalz einen Kostenaufwand von rund 160 Millionen DM erfordere Die gesamten Investitionen einschließlich der Autobahn Montabaur - Koblenz seien auf rund 414 Millionen DM veranscnlagt, wovon breits 240 Millionen DM verbaut seien. Als eine der wichtigsten Maßnahmen sei auch der geplante Ausbau einer Autobahn von Höhr-Grenzhausen nach Gießen anzusehen.
Wie Holkenbrink ankündigte, soll auch das Bundesstraßennetz im Raume Montabaur weiterhin ausgebaut werden. Der Staatssekretär nannte hier besonders die B 49-in Richtung Landesgrenze und die B 255 Montabaur - Langenhahn. Von dort werde die ebenfalls zum Ausbau vorgehene Nis- tertalstraße die durchgehende Verbindung nach Betzdorf bringen. Die Kosten für diese Landesstraße seien auf rund 80 Millionen DM veranschlagt von denen bereits 19 Millionen DM investiert seien.
Das Landesstraßennetz werde den Erfordernissen entsprechennd verbessert werden. So sei erst vor einigen Tagen die Umgehung Vallendar im Zuge der L 308 dem Verkehr freigegeben worden.
Für die L 307 sei eine Umgehung von Höhr-Grenzhausen vorgesehen. Weiter würden u.a. Verbesserungen der Eschelbachstraße (L 313) und an der Kreuzung der L 313 mit dem Fürstenweg in Kürze begonnen. Die Gesamtkosten hierfür seien auf rund 10 Millionen DM veranschlagt, wovon bereits 2,5 Millionen DM verbaut seien.
Für Vorhaben des kommunalen Straßenbaus sind nach den Angaben Holkenbrinks im Raume Montabaur im Jahre 1969 etwa 750.000 DM Zuschüsse gewährt worden. Auch in diesem Jahr werde in etwa der gleiche Betrag bereitgestellt.
Vor 40 Jahren:
1000 - Jahrfeier in Montabaur
Es ist urkundlich bezeugt, daß um das Jahr 930 Erzbischof Rotbert von Trier hier eine hölzerne Kirche erbauen ließ. Dieses früheste urkundlich nachweisbare Datum aus Montabaurs Geschichte war vor 40 Jahren, vom 21. bis 23. Juni 1930, Anlaß einer prächtigen 1000 - Jahrfeier.
P. Hermann-Josef Roth OCist., zur Zeit Bens- berg-Refrath, hat darüber im Rhein-Lahnfreund einen Beitrag veröffentlicht, den uns der Verlag freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat:
An einem herrlichen Junitag begannen mit Festgeläute und Böllerschießen die großen Festtage.
Es folgte im Rathaus eine Akademische Feier. Beethovens Romanze in G-Dur erklang, vorgetragen vom städtischen Orchester Josef Gehling. Bürgermeister Heinrich Roth gab einen realistischen Überblick auf manche bösen Tage in der „guten alten Zeit" und folgerte daraus, daß auch im neuen Jahrtausend Arbeit und Mühe weitergehen würden. Er übertrug das Protektorat Landeshauptmann Dr. Lutsch, Wiesbaden, der anschliessend das Wort ergriff. Nach ihm sprachen Regierungspräsident Ehrler, Landrat Dr. Collet und Staatsarchivdirektor Dr. Domarus, Wiesbaden.
Am Abend versammelten sich alle ,.Schuster” (Spitzname der Montabäurer) auf dem Marktplatz zu einer Befreiungsfeier mit Fackelzug.
Neben Ehrenpforten, Fahnen, Wimpel, Girlanden und Kränzen hatte man die Straßen mit Lämpchen und Lampions illuminiert. Vom Rathausbalkon begrüßte Bürgermeister Roth die Bevölkerung und übergab Stadtverordnetenvorsteher Dr. Tewes das Wort, der noch einmal die Not der Besatzungs- und Separatistenzeit beschwor. Bei allem Gefühlsüberschwang setzt man mit einem gemeinsamen „Te Deum” den richtigen Schlußakzent.
Zum Festgottesdienst am Sonntag war wieder alles zur Stelle. In seiner Predigt jab Pfarrer Jäger ebenfalls historische Rückblicke. Um 14 Uhr begann das Festspiel auf dem Seminarplatz, verfaßt von Dichterpfarrer Ludwig Nüdling aus der Rhön. Titel: „Montabaur in Glück und Ehr",
1000 Jahre und noch mehr". Frau Adele Nink gestaltete mit cirka 200 Mitwirkenden die historischen Szenen überzeugend. Oft wurde gegenwartsbezogen gespielt: So der Hofnarr mit seinen Anspielungen auf die brütende Hitze, oder Kaiser Maximilian, dessen Wunsch, die Elfchen in seinem Hofballett zu sehen, mit dem Zwischenruf aus dem Publikum quittiert wurde: „So siehst du aus!"
Alle Mitwirkenden und die Gruppen der Innungen und Verbände formierten sich nach Beendigung des Spiels zum Festzug durch die Stadt. Der Abend und die Nacht wurden recht turbulent. Es wimmelte inzwischen von auswärtigen Besuchern. Schloßbeleuchtung und Feuerwerk heizten die Stimmung an.
Der Montag begann mit einer Gefallenenehrung, ließ aber dann der Freude freien Lauf wie an den Vortagen. Festspiel und Festzug wurden wiederholt, und in den Lokalen ging es hoch her. Erst nach dem Verebben des Festtagstaumels nahm die Bevölkerung zur Kenntnis, wieviel Aufmerksamkeit die Umwelt ihrem Fest gewidmet hatte. Reichspräsident von Hindenburg hatte telegrafisch seine Glückwünsche übermittelt Ebenso Reichskanzler Dr. Brüning, der infolge der ernsten innenpolitischen Lage nicht kommen konnte, obwohl Bürgermeister Roth, selbst Mitglied des preußischen Staatsrates und Bekannter des Kanzlers, sich darum bemüht hatte.
Es blieb nach allem eine stolze Bilanz trotz notvoller Zeit. In der Stadtverordneten-Sitzung vom 25. Juli 1930 verkündete Heinrich Roth, daß die Feier "ein Defizit gebracht und die Stadt keinen Pfennig, der nicht durch Einnahmen gedeckt war, ausgegeben hatte. Zusätzlich bewilligte 3000,- RM wurden nicht in Anspruch genommen.
Erheblicher Sachschaden
Wegen Nichtbeachtung der Vorfahrt kam es an der Einmündung der B 255 in die B 49 zu einem Zusammenstoß zwischen zwei Pkw's. Personen wurden keine verletzt, es entstand erheblicher Sachschaden.
Zusammenstoß mit Pkw
Pkw-Fahrer befuhr die Limburger Straße in Richtung Limburg. An der Einmündung Roßbergstrasse in die Limburger Straße kam es zu einem Zusammenstoß mit einem Pkw, der von der Roßbergstraße kommend in die Limburger Straße einbiegen wollte. Personen wurden keine verletzt Es entstand Sachschaden.
Vorfahrt nicht beachtet
Pkw-Fahrer wollte von der Moselstraße auf die Eigendorf er Straße einbiegen. Hierbei beachtete er die Vorfahrt eines Pkw's der aus Stadtmitte Montabaur kommend in Richtung Eigendorf fuhr, nicht und es kam zu einem Zusammenstoß Es entstand erheblicher Sachschaden. Personen wurden keine verletzt.
Vor 100 Jahren:
Es gab schon ein Finanzamt
Nur nannte es sich damals , .Steuerkasse' Zur derjenigen von Montabaur, deren Leiter ein Herr Rautenbusch war, gehörten vor 100 Jahren folgende Dörfer:
Montabaur, Arzbach, Bannberscheid, Bladernheim, Boden, Daubach, Dernbach, Eigendorf, Eschelbach, Ettersdorf, Gackenbach mit Dies und Kirchähr, Heiligenroth, Holler, Horbach, Horressen, Hübingen, Leuterod und Hosten, Moschheim, Niederelbert, Oberelbert, Otzingen, Reckenthal, Siershahn, Stahlhofen, Staudt, Untershausen, Welschneudorf, Wirges und Wirzenborn.
Fussgängerin verletzt
Pkw-Fahrer befuhr in Montabaur die Kirchstr. von Koblenz kommend in Richtung Stadtmitte. Eine Fußgängerin die die Kirchstr. überquerte, wurde von dem Pkw erfaßt und stürzte auf die Fahrbahn. Hierbei wurde sie verletzt
und mußte mit dem Kranken wagen in das Krankenhaus Montabaur eingeliefert werden. An dem Fahrzeug entstand geringer Sachschaden.
Montabaurer Rechtschreibung
Seit gut zwei Jahren hängt nun in einem großen Montabaurer Geschäft ein Schild mit der Aufschrift „MONTABAUER". Ob noch niemand den Rechtschreibefehler bemerkt hat.
Ein anderer Kaufmann zeigte vor kurzem in seinem Schaufenster ein Schild mit der Aufschrift „Großermarkt". Auch hier hätte man die richtige Schreibweise wissen können.
Wer soll das bezahlen?
So fragt sich der Bund der Steuerzahler angesichts der Ausgaben für die Steglitzer Woche.
Er verlangt nähere Angaben über die dafür aufgewandten Gelder.
Bürgersteige gepflastert
ln den vergangenen Tagen wurden die Bürgersteige in der unteren Alleestraße mit Verbundsteinen gepflastert. Sie bieten nun einen sauberen Anblick.
Lupinen blühen
Ein schönes Bild bilden zur Zeit die im Hang der Westerwald-Kaserne in Höhe der Westerwald- Straße blühenden Lupinen.
Kassen raum verglast
Die Nassauische Sparkasse ließ ihren gesamten Kassenraum zum Schutz gegen Überfälle verglasen. Die Bankangestellten fühlen sich nun zwar sicherer, doch ist ihr Kontakt zu den Kunden zwangsläufig etwas unpersönlicher geworden.
Abitur bestanden
Hedwig Noll, Monika Pfeiffer und Karin Wolf haben am Staatlichen Aufbaugymnasium ihre Reifeprüfung abgelegt.
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