Ausgabe 
18.6.1970
Seite
239
 
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RUND UM MONTABAUR Nr. 15/25/70/3

SECHS KILOMETER UMGEHUNGSSTRASSE

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Der Kinderchor der Volksschule Montabaur wartet auf seinen Einsatz

Regierungsbaudirektor Carell erläutert die Bedeutung der neuen Umgehungsstraße

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Das Band ist durchschnitten und die Straße freigegeben

,Fußgänger' waren die ersten .Benutzer' der Straße. Der Zug der Gäste wandert ein Stück die Straße entlang.

Wesentlich zur Verbesserung des Ost-West-Verkehrs beitragen wird die jetzt dem Verkehr übergebene Umgehungsstraße, deren Bau ca. 19 Millionen koste­te.

Viele Ehrengäste, darunter Regierungspräsident Dr. Waldemar Leibmann, die Bundestagsabgeordneten Peiter und Hans, der Bürgermeister der Stadt Mon­tabaur Mangels, die Geistlichen beider Konfessio­nen, hatten sich an der Anschlußstelle Niederelber­ter Stock eingefunden, um der festlichen Verkehrs­übergabe beizuwohnen. Ein Kinderchor der Volks­schule Montabaur bestritt den musikalischen Fest­anteil.

Vielleicht wäre es besser gewesen, die Kinder sogleich nach ihrem Auftritt nach Hause zu schicken, denn die brütende Hitze machte ihnen so zu schaffen, daß sieben davon Übelkeitsanfälle erlitten, die bei eini­gen sogar bis zur Ohnmacht ausartete. Und zu spät wurde ein Sanitätsfahrzeug der Bundeswehr herbei­zitiert, welches die Kinder zur ärztlichen Versorgung brachte, während bereits einem Kind durch Polizei und zwei weiteren durch Regierungspräsident Dr. Leibmann erste Hilfe zu teil wurcje.

Und noch ein weiterer Faux Pas

mußte durch Staatssekretär Holkenbrink bereinigt werden: es war versäumt worden, die Fraktionsfüh­

rer des Stadtrates der Stadt Montabaur ei nzu laden. Niemand vom Stadtrat war vertreten, und Bürger­meister Mangels wollte schon aus Solidaritätsgfun- den die Kundgebung verlassen. Doch dann billigte er die Entschuldigungsgründe.

VOM BUNDESVERKEHRSMINISTEfi IUM war Regierungsbaudirektor Carellerschienen, der in seiner Ansprache die große Bedeutung dieser Um­gehungsstraße unterstrich. In Zahlen ausgedrückt sieht sich diese Straße so an:

Der kleinste Radius der Umgehung beträgt R 500, die größte Längsneigung ist, bedingt durch die Gradiente der bestehenden anzuschließenden B 49 4,075 %. Die Ausrundungen der Kuppen und Wannen sind größer als in der RAL vorgeschrie­ben. Als Querschnitt wurde ein SQ 15,0 gewählt.

Er setzt sich wie folgt zusammen:

Fahrbahnbreite: 7,50 m

Leitstreifen: 7 x 0,50 m und

Mehrzweckspuren: 2 x 1,75 m sowie

unbefestigtes Bankett: 2 x 1,50 m

Im Bereich der Anschlußstellen ist zusätzlich ein 1,50 m breiter Mittelstreifen angeordnet. Das 'Quergefälle der Fahrbahn liegt zwischen 2 % und 3,4 %.

Die Bemessung der Fahrbahndecke und des Unter­baues erfolgte für sehr starken Verkehr (10.000 Kraftfahrzeuge pro 24 Stunden. Am Abgang der B 255 von der B 49 wurden 1968 7.374 Kraft­fahrzeuge in 24 Stunden gez änlt).

Die Umgehung ist etwa 6 km lang. Rund 700.000 m 3 Erdmassen mußten bewegt werden, davon ca. 6 R .000 m 3 Mutterboden.

100.000 m 3 Frostschutzmaterial waren erforder­lich etwa 130.000 m 2 Decke für die freie Strek- ke und die Anschlüsse zu bauen.

Neun Brücken mußten erstellt werden.

11.500 m 3 Beton wurden dabei verbaut sowie rd. 1.000 t Stahl für schlaffe Bewehrung und 180 t Spannstahl. Mit 260 m ist die Gelbachtalbrücke die längste.

Die Gesamtkosten für die Umgehung betragen ca. 19 Mio DM. Davon entfallen etwa 3 Mio DM auf den Grunderwerb, so daß die reinen Baukosten rd. 16 Mio DM betragen. Die Brückenbaukosten betragen 5,4 Mio DM, die Kosten für den Erdbau 5,3 Mio DM und für den Deckenbau 4,2 Mio DM

(Fortsetzung auf Seite 4)