RUND UM MONTABAUR Nr. 13/23/70/7
Vorstandssitzung der Teilnehmergemein- schaft Gackenbac h
Am Montag,dem 1. Juni 1970 fand die erste Sitzung des Vorstandes der Teilnehmergemeinschaft Gackenbach statt. Unter Leitung des Vermessunas- oberinsp. Pörtner wurde der Entwurf des Wege- und Gewässerplanes besprochen. Die Teilnehmer kamen überein, daß nach Fertigstellung des Gewässer- und Wegeplanes dieser im Entwurf nochmals unter Hinzuziehung des Gemeinderates beraten werden soll..
Bei dieser Gelegenheit sollen die vorgesehenen Wegeführungen auch in der Örtlichkeit b^ichtiat werden!
Feldwege nicht beschmutzen
Die Landwirte werden geDeten, bei der Bestellung ihrer Felder darauf zu achten, daß die Feldwege nicht über Gebühr verschmutzt werden.
Reinigung der Straßenrinnen
An die Reinigung der Straßenrinnen von Gras und Unkraut wird nochmals erinnert
Nach dem Spiel erfolgte die Ehrung des Meisters durch den 1. Vorsitzenden Foerster. Er dankte al- TuS 1846/1912 e.V. len Spielern für die in der vergangenen Saison gezeigten Leistungen und sprach die Hoffnung aus, MONTABAUR daß diese Leistungen in der kommenden Saison
der A-Klasse wiederholt würden. Als Geschenk überreichte Foerster jedem Spieler einen Strauß Nelken.
TUS Montabaur I - SU Elbert I 0:0 - Der Meister zurückhaltend -
Sein letztes offizielles Meisterschaftsspiel bestritt der Meister der 1. Kreisklasse, TUS Montabaur am vergangenen Sonntag. Gast war die SG Elbert. Man merkte, daß es bei diesem Spiel um nichts mehr ging. Während Elbert stark kämpfte, hielt sich Montabaur zurück. Bei Spielende stand es gerecht 0 : 0 unentschieden.
Für die Stadt Montabaur gratulierte Bürgermeister Mangels. Der Bürgermeister brachte zum Ausdruck, daß er sich darüber freue, daß der TUS Montabaur die Meisterschaft errungen hat. Er überreichte als Geschenk einen Fußball. Für die Zukunft sagte Mangels zum Schluß, daß man beim Fußball versuchen sollte, Zusammenschlüsse zu tätigen. Nur durch solche Maßnahmen ist es im Endeffekt möglich, noch größere Leistungen zu erbringen.
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SV MOSCHHEIM I - TUS MONTABAUR II 2 : 4 In Moschheim stellte sich die II. Mannschaft in sehr guter Verfassung vor. Obwohl Moschheim ver
bissen kämpfte, siegte die TUS-Elf aufgrund ihrer spielerischen Überlegenheit verdient mit 4 : 2.
PERSÖNLICHES VOM TUS Am Kreistag der Fußballer in Willroth erhielt der derzeitige 1. Geschäftsführer des TUS Montabaur, Hermann Schlosser, den Ehrenbrief des Fußballverbandes Rheinland. Schlosser ist bereits seit vielen Jahren im TUS-Vorstand tätig.
Im MITTEILUNGSBLATT
geworben, bringt immer ERFOLG
GROSSHOLBACH
Auf der Kirmes - vor 60 Jahren
Grogholbach. Im Heimatbuch des Regierungsbezirks Montabaur ist der Abschnitt über die alten Volkstrachten unserer Heimat zusammengefasst (Bl. 263): Die im Juli 1955 durchgeführte Umfrage, ob und inwieweit in den einzelnen Ortschaften noch alte Trachten getragen wurden, habe dieses Ergebnis gehabt: "Rund 180 alte Frauen im Westerwald tragen noch eine Kleidung nach Art der alten Volkstracht. Zum Teil sind es noch echte alte Stük- ke, zum Teil stark vereinfachte, nach altem Schnitt angefertigte neue aus verschiedenen Materialien, immer aber in dunkler Farbe". Solche Trachten wurden 1955 im Unterwesterwaldkreis noch in folgenden Orten festgestellt im Unterwesterwaldkreis: Weroth, Leuterod, Daubach, Obererbach, Helferskirchen, Untershausen, Stahlhofen, Moschheim, Holler, Ruppach, Siershahn, Görgeshausen, Wirzenborn und Ebernhahn; im Oberwesterwaldkreis in: Salz, Berod b. Wallmerod, Wallmerod, Zehnhausen b. W., Weidenhahn, Herschbach, Ewighausen, Mittelhofen, Müschenbach, Elbingen, Obersayn, Meudt und Astert, demnach fast ausschliesslich in Orten des alten "Trierischland". Inzwischen, seit 1955 wird die Entwicklung vermutlich weitergegangen sein: die alten Volkstrachten werden heute vermutlich fast restlos aus dem Ortsbild auch dieser Westerwalddörfer, auch des am stärksten konservativen ehemaligen "Trierischland" verschwunden sein.
Dieser "Todeskampf" der alten heimischen Volkstracht hat mehr als ein halbes Jahrhundert angedauert. In dieser Zeit - vor einem halben Jahrhundert - schrieb der bekannte nassauische Volkskundler Otto Stückrath bereits in seiner Abhandlung:
"Die alten Volkstrachten des Westerwaldes" in:
"Der Westerwald" von Leo Sternberg (Bl. 104): "Nehmen wir von dem Toten Abschied. Es hat sich überlebt. Es wird nicht mehr aufleben. Der Bauer von heute hat den Kittel abgelegt. Er kleidet sich noch in das bequeme blauleinene Wams, aber die Kniehosen sind dahingegangen. Die Stadt liefert billige Arbeitshosen aus "allerhand" Stoff.
Die Bäuerin kennt nicht Haube und Kommodehen mehr, wohl aber den städtischen Hut, die Bluse und - wenn's erst noch ein Weilchen gedauert hat - auch das Reformkleid. Über Totes trauern hilft nicht. Totes wieder zum Leben erwecken, geht nicht: also freuen wir uns an dem Vergangenen". Kein Geringerer als der unvergessene, so früh und zu früh verstorbene Josef H. Berlenbach hat sich vor jetzt auch fast 60 Jahren auch in einer - hier stark gekürzten - Abhandlung: "Ist die alte Volkstracht des Westerwaldes gänzlich verloren? " im "Westerwälder Schauinsland Nr. 8 vom 15.8.1913, mit dieser Frage auch beschäftigt und dabei festgestellt:
"Das ist auch mein Glaube gewesen: unsere Volkstracht (eigentlich Trachten) ist verloren. An der altnassauisch- organischen Grenze, gen daß ehemals kurtrierische Gebiet hin, konnte man das Hinschwinden derselben besonders gut verfolgen. Die altnassauischen Dörfer, welche bessere Bahnverbindungen haben, auch durch Hausiererstand mehr im Verkehr stehen, waren am schnellsten mit ihr zu Ende. Und zwar starb hier die Männertracht fast gleichzeitig mit der Frauentracht. Die kurtrie- rischen Dörfer hielten zäher am alten fest. Das trierische Volk ist überhaupt konservativer gesonnen, weil es verkehrsabgeschlosse rer blieb. Da kämpften namentlich die Frauen gegen die .neue Mode' an. Und noch zu einer Zeit, als die Männer längst sich sonntags neumodig trugen. Ich weiß Dörfer, wo vor zehn Jahren noch es so als .Kleine Schande* galt und mindestens als Dummstolz, eine städtische Bluse zu tragen . Nur die Frau Lehrer und die Pfarrersköchin blieben tadelsfrei an Sonntagen. Werktags gingen die beiden Geschlechter in der gewohnten Kleidung lange Jahre hindurch.
Der Fremde, der von Dorndorf nach Salz spazierte, war überrascht, an Werktagen dort die Leute so einheitlich gekleidet zu finden. Ja die blauleinenen Buchsen und Jippen ließen sich bis auf den heutigen Tag nicht verdrängen, wenns auch Lücken gegeben hat Es wird kein Flachs mehr angebaut, so muss auch mit der Zeit die Männerwerktagskleidung schwinden. Schade um sie. Sie war luftig und gesund. Dabei haltbarer als die Fabrikstoffe. Ich werde das schöne Bildchen meiner Jugend nicht los: Montags-

