Ausgabe 
4.6.1970
Seite
213
 
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DER ANFANG WAR GUT 13 erreichten die Mittlere Reife

Die Kreisvolkshochschule Unterwesterwald entließ am Mittwoch den ersten Vorbereitungskursus zur Aufnahme in Institute zur Erlangung der Hochschul­reife.

Aus diesem Anlaß hatte die Volkshochschule Schü­ler und Lehrer nach Dies in den Tannenhof im schönen Gelbachtal eingeladen.

Kreisoberinspektor Heibel als Vertreter der Schul­behörde begrüßte Schüler, Lehrer und Gäste, da­runter Landrat Dr. Klinkhammer. "Als wir uns am

24. April 1968 zur feierlichen Eröffnung des ersten Lehrganges dieser Art im Unterwesterwald in der altehrwürdigen Aula des Landratsamtes trafen, da waren der Kandidaten noch viele. Umso höher wer­den die hier anwesenden erfolgreichen Kandidaten' das Lob werten, das ich Ihnen heute im Namen des Kreisausschusses Unterwesterwald aussprechen darf". Seine Dankesadresse richtet sich an die Lehrer, die insgesamt 1 482 Unterrichtsstunden er­teilten. Angesichts des guten Erfolges werde ein zweiter Lehrgang gewagt, zu dem jetzt bereits 18 Anmeldungen vorliegen.

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Die Laudatio hielt Oberstudiendirektor Baltes, Lei­ter des Lehrganges. "Unbelastet von Traditionen und doch verbunden mit einer vielgestaltigen Ver­gangenheit haben die Volkshochschulen sich stän­dig bemüht, Antworten auf die Erfordernisse unse­rer sich ständig wandelnden Welt zu finden. Vom Landeskundlichen Vortrag bis zur politischen Dis­kussion, in Zusammenarbeit mit anderen Bildungs­trägern bis zur Studienreife, bis zum systematischen Kurs im Rahmen des zweiten Bildungsweges hin zur Hilfestellung bei der Gestaltung der Freizeit: Der Bogen der Volkshochschulbiidung reicht so weit wie die Interessen der Bürger unseres Landes und der Forderungen unserer Gesellschaft für ein mo­

dernes ausserschulisches Bildungswesen. "Es war daher ein glücklicher Gedanke, als im Frühjahr des Jahres 1967 Landrat Dr. Klinkhammer in Kennt­nis der Situation seines Kreises sich für die Einrich­tung eines Abendkurses einsetzte, der gleichzeitig zum Realschulabschluß und für die Aufnahme in einem Institut zur Erlangung der Hochschulreife führen sollte". Er würdigte den Fleiß der Schüler und stellte heraus, daß alle, die die Schule besuch­ten, im Beruf standen und darum in ihrer Freizeit auf Annehmlichkeit und Vergnügen verzichteten, um nochmals die Schulbank zu drücken und zu lernen.

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RUND UM MONTABAUR Nr. 13/23/70/5 Landrat Dr. Klinkhammer lobte in seinen Ausfüh­rungen auch die Lehrer, für die nicht der Achtstun­dentag schlug, sondern die er manchmal beim abendlichen Nachhauseweg hinter den erleuchteten Klassenfenstern ihres Amtes walten sah. Eigenhän­dig gab er dann jeder Schülerin und jedem Schüler das Abschlußzeugnis.

Gleichzeitig erhielten die erfolgreichen Schülerin­nen und Schüler das eingezahlte Schulgeld von ca. 200.- DM zurück.

Den Verlockungen des appetitlich auf gebauten Kalten Buffets konnte niemand widerstehen. Und fröhlich saß man noch einige Stunden beisammen, um dieses Ereignis gebührend zu feiern.

Die Ziegelei Müller

in der Elgendorfer Straße wird bald nicht mehr sein. Schon vor Jahresfrist hat sie ihre Produktion eingestellt. Augenblicklich werden die Gebäude abgerissen. Die kath. Pfarrgemeinde hat das Gelände aufgekauft und möchte hier eine zweite Kirche errich­ten.

WIE HIESSEN DIE LEHRER?

ln den einzelnen Dörfern unseres Verbreitungsgebie­tes unterrichteten damals folgende Lehrer:

Boden: Noll. Eigendorf: Marx. Eschelbach: Müller. Horressen: Briehl. Montabaur: Hilpisch, Herber, Kal­tenbach, Müller, Dochnahl. Reckenthal, Wirzenborn und Bladernheim: Neuhäuser. Gackenbach, Kirchähr und Dies: Schnädter. Heiligenroth: Kilbinger. Holler: Alzen. Horbach: Stockmann. Hübingen: Gersbach. Großholbach und Kleinholbach: Bühler. Ruppach und Goldhausen: Gasser. Niederelbert: Rusch, Ur­ban. Oberelbert: Henrich. Stahlhofen, Daubach und Ettersdorf: Löhr. Untershausen: Beres. Welschneu­dorf: Hartmann.

Fünf Jahre Schlaglöcher

Auf ein seltenes und seltsames Jubiläum kann die Ignatius-Lötschert-Straße zwischen Krankenhaus und Caritashaus zurück blicken. Vor fünf Jahren traten dort Schlaglöcher auf, die immer noch nicht beseitigt wurden und sich inzwischen vermehrt und vergrößert haben.

Es ist eine Zumutung für die Kranken, wenn sie durch die auf dieser holprigen Straße vorbeirattern­den Lieferantenfahrzeuge immer wieder in ihrer Ruhe gestört werden.

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Am Westerwald

Aus der rebenumkränzten Stadt schwingt zu den Bergen auf die Straße. Lauschend, forschend flog ich ihr still. Bald mein Wald mich umfangen hat, den ich so liebe - über Maße -, heimatwärts! Ja, nur: heim ich will.

Ragend steht ihr mir nun bereit, schweigend; doch lauter eure Sprache: Gassen, voll vom zärtlichen Licht, Kirche, Burg ihr, trotzend der Zeit -, Hügel, zu denen ich Heimat sage. - Frage ich auch; doch ihr ruft mich nicht.

Oftmals red ich mit dir, du Stadt. - Herzblut und Seele, deinem Leben eilen, spüren liebend sie nach Deinem Land sich verschrieben hat, der dir so freudig bleibt ergeben. - Atem schenk mir in Nacht und Tag!

Walter Kalb