Rund um Montabaur 13/22/70/14 DIENSTAG, 2.6.70
7.30 Uhr, Hl. Messe für Matthias Schalz und Ehefrau
MITTWOCH, 3.6.70
18.30 Uhr, Hl. Messe für Adam Stahlhofen aus Daubach
DONNERSTAG, 4.6.70
7.30 Uhr, Hl. Messe für die verstorbene Frau Anna Kaiser
FREITAG, 5.6.70 (Herz-Jesu-Freitag)
7.30 Uhr, Amt für Eheleute Peter Theobald Merzig und lebende und verstorbene Angehörige
19.30 Uhr, Amt in Ettersdorf SAMSTAG, 6.6.70
Priester- und Herz-Mariä-Samstag
7.30 Uhr, Hl. Messe für Toni Balmert 16.00 Uhr, Beichte
SONNTAG, 7.6.70
7.30 Uhr, Frühmesse
lO.oo Uhr, Hochamt für Maria Elisabeth Mies
Auf der "Napoleonsbrücke " In der Hermolder
HEILIGENROTH / WIRZENBORN. Mühsam und unter viel Beschwerden quält sich die alte Heerstrasse von Trier her durch die Eifel, bis sie in Koblenz endlich ein nächstes Ziel erreicht, den Rhein. Kaum hat sie hier einmal kurz verschnauft, muss sie schon wieder und weiter klettern und klimmen und sich über die Höhen hinaus winden und auch wieder hinab, durch Montabaur und wieder hinaus, dem Lahntal entgegen.
Keine Stelle in diesem ihrem Verlauf scheint der Strasse so viele Schwierigkeiten zu machen, nie muss sie sich auf dieser ihrer Strecke ins Lahntal so sehr und so angestrengt plagen, nie muss sie länger und höher steigen als in dieser unheimlichen Schlucht, die man auch die "Hermolder" nennt I Dort unten im Tal, wo sich di Strasse in gefährlichen Bogen über den Ahrbach wirft, wird sie von einer mächtig - hohen, mit einer Mauer bewehrten Brücke getragen. Das ist die Brücke, so erzählen die Leute, die der Kaiser Napoleon erbaut hat, als er mit seinem in vielen Schlachten erprobten Riesenheer nach Russland zog. So wollen es die Leute wahrhaben, so erzählen sie es von der "Napoleonsbrük- ke" und noch mehr, fast unfassbare, geheimnisvolle Dinge wissen sie von der Hermolder zu berichten. - So war auch unser erster Weg als Knaben in die Hermolder vom Geheimnis umwittert. Abenteurerlust kribbelte in unserem Kopf, der Drang nach den grossen Heldentaten trieb uns dem grossen Erleben entgegen. Knabenträume wollten sich erfüllen, die unsere Augen glühen liessen, als es zum ersten Mal hiess, in die Hermolder gehen und über die Napoleonsbrücke.
Dort, wo uns auf dem Weg ins Lahntal der Wald seine Arme entgegenstreckte, wo die Strasse steil in die Schlucht Jällt, da wurden die munteren Buben stiller. Unser Trupp schloss sich enger zusammen, unser Herz pochte lauter. Wir fühlten, wie weltenfern und verloren uns dieses Tal der Hermolder vorkam. Als wir dann auf dieser Brücke standen, rieselten uns Schauer der Einsamkeit über unseren Rücken. Wir hängten uns
über die Brüstung der schützenden Mauer, schauten in die für uns kaum fassbare Tiefe, lugten aus nach dem Bach unterm Erlengebüsch und lauschten dem unheimlich und un- gebändigt rauschenden Wasser. Wir liessen unsere Augen hinaufklettern über die Hänge, die uns himmelhoch erschienen, die schier auf uns niederfallen wollten. Der ungewohnte Schrei grosser Vögel schreckte uns. Wir fuhren zusammen und glaubten, nun endlich müsse doch das erwartete grosse Abenteuer kommen. Aber es kam nicht; drum mussten wir es suchen. Wenn irgendwo, dann musste es doch in diesen Schluchten der Hermolder kauern und lauern. Alle die "Grossen" , die es doch wissen mussten, hatten doch von ihm erzählt, von der Napoleonsbrücke und auch von dem grossen Erlebnis des Krieges in den unendlichen Weiten Russlands.
(wird fortgesetzt) Walter Kalb
Ein Tag im Wald
Ich floh, - der Stadt, der Menschen Enge, der Strassenfluchten ach so müde -, und fand als frühtags Wanderziel,
- auf meinen Pfaden Schweigen, Friede, - um mich die Welt unsagbar still, den schönsten Wald. Wie grün und gross die Hänge.
Der Wipfel Vor- und Rückwärtsweben,
der Höhen und der Täler Buchten,
getaucht in sanfter Dämmrung Blau,
wo drinnen rote Rehe suchten,
im stillsten Grund die Wiesenau
sah ich. Kein Lärm um mich, doch waches
Leben.
Wie liess ich meine Blicke gehen !
Dann stand des Wipfelmeeres Rauschen hoch über mir mit vollem Ton.
Der klang so gut. Ich musste lauschen, wie tausend andre vor mir schon, und durfte atmen, Wald, dich, ganz dich sehen. Schnell sind die Stunden mir vergangen tagab bei alten Eichen, Buchen und ihrer Erde Duftgehalt.
Nur Ruhe, Frieden wollt ich suchen,
die grösste Stille tief im Wald;
doch ein Gesang, Gebet ist aufgegangen.
Walter Kalb
Rund um den Rupberg
Ruppach-Go \p hausen
Wenn wir mit dem Auto ankommen, parken wir auf dem Scheitelpunkt der Strasse nach Meudt. Dort biegen wir nach rechts durch die Kornbitz zum Hochbehälter hoch. Hier beginnt unser eigentlicher Rundweg um den Rupberg,
Wir biegen nach rechts ein und wandern immer am Waldrand entlang, Rechts unter uns überblicken vir nicht nur die Doppelgemeinde Ruppach-Goldhausen, sondern auch weite Teile der Montabaurer Senke mit Heiligen« roth und dem Ahrtal.
Nach 500 m gelangen wir zu einem von Ruppach hochführenden Teerweg, auf dem wir den Wald des Rupberges durchschreiten. Ein neuer Ausblick öffnet sich uns. Vor uns das weite Wiesental des Krembachs, dahinter die welligen Höhen des Oberwesterwaldes mit Meudt-Dahlen, Berod und Molsberg.
Der Asphaltweg begleitet uns auch hinter dem Rupberg zurück. Zwischendurch lohnt ein kleiner Abstecher zum Gipfel des 356,2 m hohen Rupberges mit seinen Felspartien, Es ist die höchste Erhebung des nordöstlichen Unterwesterwaldas. Die mundartliche Aussprache des Bergnameris ist "Ruhberg". Er soll sich von "rot" nach der Farbe seiner Lavaasche herleiten.
Unser Teerweg aber führt in leichtem Linksbogen zum Ausgangspunkt zurück. Wegstrecke: 2 km Gesamte Steigung: 30 m Wegeverhältnisse: gut, grösstenteils geteert Merkmale: Ruhiger Waldrandweg mit zwei schönen Aussichtsstrecken.
M0NTABAU R - Die 50 - jährigen Seminaristen treffen sich jetzt zu einer Wiedersehensfeier
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