häuser Wiesen lag, und Nentzingen, dessen Reste man noch im Lingsinger Wiesengrund erkennen kann.
Horbach hatte 1563 18 und 1684 ebenso- viele Haushaltungen. Diese Familien waren etwa zur Hälfte nassauische und trierische Leibeigene. Nun stieg die Einwohnerzahl an: 1786 waren es 176, 1818 246, 1840 318 und vor 100 Jahren bereits 415 Einwohner. Bedingt durch die verkehrsferne Lage, man musste täglich zu Fuss nach Holzappel, Montabaur und Bad Ems zur Arbeit, und durch zahlreiche Auswanderungen nach Amerika, sank nun die Einwohnerzahl rapide. 1905 gab es noch 404 Hor- bacher, 1939 aber nur noch 322. Nach dem letzten Krieg wurden es bis vor 5 Jahren langsam wieder 370. Und heute sind es einschliesslich der 40 Insassen des Igna- tius-Lötschert-Altenheimes 470.
IN HORBACH FÜHLT MAN SICH WOHL Das meinen nicht nur die vielen hundert Erholungsgäste, die alljährlich den von der Natur gesegneten, staatlich anerkannten Erholungsort besuchen, das meinen auch die Leute des Altersheimes und die Horbacher selbst, die man wegen ihrer Redlichkeit, Fröhlichkeit und nicht zuletzt ihres guten Gesanges wegen lobt. (Daher der Spitzname "Buchfinken").
Bürgermeister Walter Wilhelmi hat in den letzten Jahren alle Anstrengungen unternommen, das Dorf sauber und modern zu gestalten. Dorfanlagen an der Laurentius-Kirche, am Backesweg und nun auch im "Überdorf" in Richtung Daubach verschönern neben einem Kinderspielplatz das Dorfbild. Mit Hilfe von Instandsetzungsdarlehen wurden 19 Häuser renoviert und erhielten einen Aussenputz.
Das 1700 m lange Strassennetz ist durchgehend kanalisiert und geteert. 1963 wurde im Wiesengrund für 18 000.— DM eine Kläranlage errichtet. Die ehemalige Schule wurde zu einem Gemeindehaus mit Wohnungen umgebaut. Auf der Heide entsteht ein Neubaugebiet für 22 Häuser. Horbach zählt ohne Altersheim 102 Häuser, davon wurden allein 36 in den letzten 20 Jahren errichtet. An fast allen übrigen Häusern wurde in dieser Zeit umgebaut oder sie wurden instandgesetzt.
DIE MEISTEN SCHAFFEN AUSSERHALB Im Jahre 1939 wurde die Flur bereinigt. Daher blüht auch heute noch in etwa die dörfliche Landwirtschaft und fast nichts liegt brach. Zwei Aussiedler erbauten sich den Tannenhof und den Birkenhof, und auch im Ort wohnen zwei Vollerwerbs-Landwirte. Diese bearbeiten im Durchschnitt je 100 Morgen Land. Daneben existieren noch 7 N ebenerwerbs- Landwirts chaftsbetriebe.
Mit 214 ha von 412 ha "Horbacher Land" bedeckt der Gemeindewald über die Hälfte. Auch in ihm verdienen einige ihr Brot, daneben in einer örtlichem Hammerstielfabrik, in den Fremdenverkehrsbetrieben und Geschäften. Die meisten aber arbeiten ausserhalb, vor allem im Raume Montabaur und im Kannenbäckerland.
Der Gesangverein "Cäcilia", die Spielvereinigung Horbach und die politischen Parteien sorgen dafür, dass im aufgeschlossenen Horbach immer etwas los ist, im Ober-, Vorder-, Unter- und Überdorf, Unsere Bilder zeigen das Ignatius-Lötschert- Altersheim und ein Neubaugebiet im Wie- ■sengrund.
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Bericht über die letzte Gemeinderatssitzung vom 6.5.70
Bericht über die letzte Gemeinderatssitzung vom 6.5.70
Der Gemeinderat hatte ln seiner letzten Slt- 2 ung ein umfangreiches Programm zu bewältigen. Dank Intensiver Vorbereitungen und
Vorberatungen in den Ausschüssen und den einzelnen Fraktionen ging die Abwicklung zügig voran, sodass man sich gegen 11 Uhr noch zu einem kleinen Umtrunk in einer Gaststätte einfinden konnte.
Um die derzeit im II. Bauabschnitt laufenden Kanalisationsarbeiten kontinuierlich fortführen zu können, wurde unter Punkt I der Tagesordnung die Einleitung des Umlegungsverfahrens im Plangebiet Saubitz/ Wurstwiese beschlossen. Auf Grund dieses Beschlusses hat das Katasteramt Montabaur bereits die Trasse des Schmutzwasserkanals eingemessen.
Die betroffenen Grundstückseigentümer haben lm Vorgriff auf die spätere Umlegung Ihr Einverständnis erklärt zur Verlegung des Kanals durch Ihre derzeitigen Grundstük- ke und damit einmal der Dorfgemeinschaft
RUND UM MONTABAUR Nr. 11/20/70/7 einen grossen Dienst erwiesen und zum anderen auch einen vortrefflichen Weitblick bewiesen. Im Ergebnis profitieren nämlich nicht nur sie, sondern alle im Plangebiet liegenden Eigentümer hiervon in Form der Steigerung der Grundstückswerte.
Der Umlegungsausschuss setzt sich wie folgt zusammen:
Vorsitzender Oberverm.rat Rohrbacher Vertreter Ass. Holewar
Bewertungsfachmann Josef Braun, Vertreter Hubert Olleck
jur. Berater Kreissyndikus Sawade, Vertreter Ass. Erbach Gemeinderatsmitglieder:
Hermann Hübinger, Vertreter Albert Meurer (als Mitglied des Bauausschusses)
Josef Klein, Vertreter Gisbert Quirmbach Die Gewählten müssen noch ihr Einverständnis erklären.
Dem Sonderausschuss für einen gemeindlichen Zusammenschluss mit der Stadt Montabaur wurde bescheinigt, dass er bis jetzt gute Arbeit geleistet habe, nachdem der Bürgermeister das Ergebnis der 2, Sitzung bekanntgegeben hatte.
In dieser Sitzung waren die aus der 1. Sitzung noch nicht ganz geklärten Fragen nochmals erörtert worden. So wurde unter anderem klargestellt, dass die für den Fall eines Zusammenschlusses in Aussicht genommene Übergangszeit bis zum 1.1.1975, in der das bestehende Ortsrecht (Satzungen usw.) uneingeschränkt weitergelten soll, auch für die Gebiete Lohnsummensteuer, Ausbaubeiträge und Wasseranschlussgebühren gelten soll. Das bedeutet, dass in Horressen vor dem genannten Zeitpunkt hierfür Beiträge, Gebühren oder Steuern nicht erhoben werden dürften.
Die Friedhofsgebühren will die Gemeinde ebenso noch in eigener Zuständigkeit zumindest für die Übergangszeit regeln wie die Einführung der staubfreien Müllabfuhr. Hierzu hat die Stadt ihre Mithilfe angeboten, indem sie die Vermittlung eines Vertrages mit dem für sie tätigen preisgünstigen Unternehmen übernehmen will.
Die Notwendigkeit der Einführung von Sprechstunden in Horressen wurde anerkannt. Man könne dem Bürger ganz einfach nicht zumuten, dass er wegen jeder Kleinigkeit den Weg nach MciUabaur machen müsse. Auch das Thema Schiessplatz wurde behandelt. Leider hat die Stadt heute- keinerlei Einwirkungsmöglichkeiten mehr. Von Bürgermeister Mangels wurden direkte Verhandlungen zwischen Horressen und Oberstleutnant Wörpel von der Bundeswehr vorgeschlagen» Diese Verhandlungen haben leider bis heute zu keinem Ergebnis geführt, weil sich die Bundeswehr auf den Standpunkt stellt, das militärische Schiessen müsse aus Gründen des öffentlichen Wohls Vorrang haben vor den Belästigungen der Bevölkerung von Horressen. Der Einwand, dass hier ein unvereinbarer Gegensatz zu den Prinzipien des Naturparks Nassau, zu dem ja die Gemarkung Horressen gehört, bestünde wurde zwar akzeptiert , es wurde aber darauf hingewiesen, dass derartige Einwendungen bereits von den zuständigen Stellen und auch von der Gemeindevertretung rechtzeitig im Anhör- u. Genehmigungsverfahren vor dem Bau der Anlage hätten geltend gemacht werden müssen. Ob seinerzeit wirklich alle Möglichkeiten auch von Selten der Gemeinde ausgeschöpft worden sind, lässt sich naturgemäss heute nur noch sehr schwer feststellen. Von den Mitgliedern der seiner-
(bitte wenden)

