Ausgabe 
14.5.1970
Seite
173
 
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häuser Wiesen lag, und Nentzingen, dessen Reste man noch im Lingsinger Wiesengrund erkennen kann.

Horbach hatte 1563 18 und 1684 ebenso- viele Haushaltungen. Diese Familien waren etwa zur Hälfte nassauische und trierische Leibeigene. Nun stieg die Einwohnerzahl an: 1786 waren es 176, 1818 246, 1840 318 und vor 100 Jahren bereits 415 Ein­wohner. Bedingt durch die verkehrsferne Lage, man musste täglich zu Fuss nach Holzappel, Montabaur und Bad Ems zur Arbeit, und durch zahlreiche Auswanderun­gen nach Amerika, sank nun die Einwohner­zahl rapide. 1905 gab es noch 404 Hor- bacher, 1939 aber nur noch 322. Nach dem letzten Krieg wurden es bis vor 5 Jahren langsam wieder 370. Und heute sind es einschliesslich der 40 Insassen des Igna- tius-Lötschert-Altenheimes 470.

IN HORBACH FÜHLT MAN SICH WOHL Das meinen nicht nur die vielen hundert Erholungsgäste, die alljährlich den von der Natur gesegneten, staatlich anerkannten Er­holungsort besuchen, das meinen auch die Leute des Altersheimes und die Horbacher selbst, die man wegen ihrer Redlichkeit, Fröhlichkeit und nicht zuletzt ihres guten Gesanges wegen lobt. (Daher der Spitzname "Buchfinken").

Bürgermeister Walter Wilhelmi hat in den letzten Jahren alle Anstrengungen unternom­men, das Dorf sauber und modern zu ge­stalten. Dorfanlagen an der Laurentius-Kir­che, am Backesweg und nun auch im "Über­dorf" in Richtung Daubach verschönern ne­ben einem Kinderspielplatz das Dorf­bild. Mit Hilfe von Instandsetzungsdarlehen wurden 19 Häuser renoviert und erhielten einen Aussenputz.

Das 1700 m lange Strassennetz ist durch­gehend kanalisiert und geteert. 1963 wur­de im Wiesengrund für 18 000. DM eine Kläranlage errichtet. Die ehemalige Schule wurde zu einem Gemeindehaus mit Wohnun­gen umgebaut. Auf der Heide entsteht ein Neubaugebiet für 22 Häuser. Horbach zählt ohne Altersheim 102 Häuser, davon wur­den allein 36 in den letzten 20 Jahren er­richtet. An fast allen übrigen Häusern wur­de in dieser Zeit umgebaut oder sie wurden instandgesetzt.

DIE MEISTEN SCHAFFEN AUSSERHALB Im Jahre 1939 wurde die Flur bereinigt. Daher blüht auch heute noch in etwa die dörfliche Landwirtschaft und fast nichts liegt brach. Zwei Aussiedler erbauten sich den Tannenhof und den Birkenhof, und auch im Ort wohnen zwei Vollerwerbs-Landwirte. Diese bearbeiten im Durchschnitt je 100 Morgen Land. Daneben existieren noch 7 N ebenerwerbs- Landwirts chaftsbetriebe.

Mit 214 ha von 412 ha "Horbacher Land" bedeckt der Gemeindewald über die Hälf­te. Auch in ihm verdienen einige ihr Brot, daneben in einer örtlichem Hammerstielfa­brik, in den Fremdenverkehrsbetrieben und Geschäften. Die meisten aber arbeiten ausserhalb, vor allem im Raume Montabaur und im Kannenbäckerland.

Der Gesangverein "Cäcilia", die Spielver­einigung Horbach und die politischen Par­teien sorgen dafür, dass im aufgeschlos­senen Horbach immer etwas los ist, im Ober-, Vorder-, Unter- und Überdorf, Unsere Bilder zeigen das Ignatius-Lötschert- Altersheim und ein Neubaugebiet im Wie- sengrund.

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Bericht über die letzte Gemeinderats­sitzung vom 6.5.70

Bericht über die letzte Gemeinderatssitzung vom 6.5.70

Der Gemeinderat hatte ln seiner letzten Slt- 2 ung ein umfangreiches Programm zu be­wältigen. Dank Intensiver Vorbereitungen und

Vorberatungen in den Ausschüssen und den einzelnen Fraktionen ging die Abwicklung zügig voran, sodass man sich gegen 11 Uhr noch zu einem kleinen Umtrunk in einer Gast­stätte einfinden konnte.

Um die derzeit im II. Bauabschnitt laufen­den Kanalisationsarbeiten kontinuierlich fortführen zu können, wurde unter Punkt I der Tagesordnung die Einleitung des Umle­gungsverfahrens im Plangebiet Saubitz/ Wurstwiese beschlossen. Auf Grund dieses Beschlusses hat das Katasteramt Montabaur bereits die Trasse des Schmutzwasserkanals eingemessen.

Die betroffenen Grundstückseigentümer ha­ben lm Vorgriff auf die spätere Umlegung Ihr Einverständnis erklärt zur Verlegung des Kanals durch Ihre derzeitigen Grundstük- ke und damit einmal der Dorfgemeinschaft

RUND UM MONTABAUR Nr. 11/20/70/7 einen grossen Dienst erwiesen und zum an­deren auch einen vortrefflichen Weitblick bewiesen. Im Ergebnis profitieren nämlich nicht nur sie, sondern alle im Plangebiet liegenden Eigentümer hiervon in Form der Steigerung der Grundstückswerte.

Der Umlegungsausschuss setzt sich wie folgt zusammen:

Vorsitzender Oberverm.rat Rohrbacher Ver­treter Ass. Holewar

Bewertungsfachmann Josef Braun, Vertreter Hubert Olleck

jur. Berater Kreissyndikus Sawade, Ver­treter Ass. Erbach Gemeinderatsmitglieder:

Hermann Hübinger, Vertreter Albert Meurer (als Mitglied des Bauausschusses)

Josef Klein, Vertreter Gisbert Quirmbach Die Gewählten müssen noch ihr Einverständ­nis erklären.

Dem Sonderausschuss für einen gemeindli­chen Zusammenschluss mit der Stadt Mon­tabaur wurde bescheinigt, dass er bis jetzt gute Arbeit geleistet habe, nachdem der Bürgermeister das Ergebnis der 2, Sitzung bekanntgegeben hatte.

In dieser Sitzung waren die aus der 1. Sit­zung noch nicht ganz geklärten Fragen noch­mals erörtert worden. So wurde unter an­derem klargestellt, dass die für den Fall eines Zusammenschlusses in Aussicht ge­nommene Übergangszeit bis zum 1.1.1975, in der das bestehende Ortsrecht (Satzungen usw.) uneingeschränkt weitergelten soll, auch für die Gebiete Lohnsummensteuer, Ausbau­beiträge und Wasseranschlussgebühren gelten soll. Das bedeutet, dass in Horressen vor dem genannten Zeitpunkt hierfür Bei­träge, Gebühren oder Steuern nicht erhoben werden dürften.

Die Friedhofsgebühren will die Gemeinde ebenso noch in eigener Zuständigkeit zumin­dest für die Übergangszeit regeln wie die Einführung der staubfreien Müllabfuhr. Hier­zu hat die Stadt ihre Mithilfe angeboten, indem sie die Vermittlung eines Vertrages mit dem für sie tätigen preisgünstigen Un­ternehmen übernehmen will.

Die Notwendigkeit der Einführung von Sprechstunden in Horressen wurde anerkannt. Man könne dem Bürger ganz einfach nicht zumuten, dass er wegen jeder Kleinigkeit den Weg nach MciUabaur machen müsse. Auch das Thema Schiessplatz wurde behan­delt. Leider hat die Stadt heute- keinerlei Einwirkungsmöglichkeiten mehr. Von Bür­germeister Mangels wurden direkte Ver­handlungen zwischen Horressen und Oberst­leutnant Wörpel von der Bundeswehr vorge­schlagen» Diese Verhandlungen haben leider bis heute zu keinem Ergebnis geführt, weil sich die Bundeswehr auf den Standpunkt stellt, das militärische Schiessen müsse aus Gründen des öffentlichen Wohls Vorrang ha­ben vor den Belästigungen der Bevölkerung von Horressen. Der Einwand, dass hier ein unvereinbarer Gegensatz zu den Prinzipien des Naturparks Nassau, zu dem ja die Ge­markung Horressen gehört, bestünde wurde zwar akzeptiert , es wurde aber darauf hin­gewiesen, dass derartige Einwendungen be­reits von den zuständigen Stellen und auch von der Gemeindevertretung rechtzeitig im Anhör- u. Genehmigungsverfahren vor dem Bau der Anlage hätten geltend gemacht werden müssen. Ob seinerzeit wirklich al­le Möglichkeiten auch von Selten der Ge­meinde ausgeschöpft worden sind, lässt sich naturgemäss heute nur noch sehr schwer feststellen. Von den Mitgliedern der seiner-

(bitte wenden)