Ausgabe 
24.4.970
Seite
127
 
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Diese Männer sind immer im Einsatz

- oase -

Wegen überhöhter Nachfrage bei den Aufführ­ungen des Kriminalstückes 'Arsen' wird eine sechste Aufführung am Samstag, dem 25.4. - 20.00 Uhr Interessenten angeboten.

Wir empfehlen, die Karten im Vorverkauf über Telefon 02608/396 zu besorgen.

DIE MISTEL

Ein Baum mit grünen Auswüchsen zur Winters­zeit! Wer außer einem Nadelbaum könnte sol­ches von sich behaupten?

Bei Spaziergängen durch die Gemarkung rund um Montabaur fallen sie immer wieder auf, die noch kahlen Bäume mit den auffälligen immer­grünen Gewächsen hoch im Geäst.

Es ist die Mistel, ein kleiner, stark gabelig verästelter Strauch, der auf verschiedenen Laub­und Nadelbäumen schmarotzt. Sie heißt auch Hexenbesen, Gutheil, Heil allen Schaden oder Wintergrün.

Die Pflanze entwickelt beerenartige weiße Früch­te mit zähem, klebrigen Fleisch. Im Dezember sind sie ausgereift. Für verschiedene Drosselar­ten, sind sie ein hochwillkommenes, nahrhaftes Futter. Ein Teil der klebrigen Samen bleibt ge­wöhnlich am Schnabelrand der Vögel haften, und wenn' sie ihn nach der Mahlzeit an Ästen und Zweigen wetzen, so sorgen sie, ohne es zu wollen, für die Verbreitung der kleinen Körn­chen. Die keimen dann bald auf dem Ast und treiben Wurzel durch die Rinde bis zu den Saftströmen des Baumes, aus denen die Mistel sich dann ernährt. Im nächsten Jahr wachsen

sie dann zu Kugelnestern aus. In einigen Gegen­den Deutschlands wird nach englischer Sitte die Mistel als Weih nachtsgrün angepriesen.

Schon die Germanen konnten sich weder den luftigen 'Standort noch die Erscheinung der grünen Blätter im Winter und Frühling deuten, und deshalb schrieben sie dieser Pflanze Wun­derkräfte zu.

Auch bei den Kelten stand sie in hohem An­selien . Sie sollen die 'Alles Heilende' Ge­nannte im Winter unter religiösem Zeremoniell mit goldenen Sicheln von den Bäumen geholt haben. Sie wurden den Kindern um den Hals gehängt, damit kein Zauber oder Gespenst ih­nen schade.

Noch zu Beginn des vorigen Jahrhunderts wur­de sie in Wohnungen und Ställen aufgehängt, um Mensch und Vieh vor Krankheit und Be­hexung zu bewahren. In den Drogerien wird heute manchmal für Misteltropfen und Mistel­tee Reklame gemacht; sie seien gute Mittel zur Vorbeugung von Alterserscheinungen.

Ob es stimmt? Jedenfalls ziehen diese Schma­rotzer ziemlich viele Kräfte aus unseren Bäu­men. Früher wurden sie heftig bekämpft. Heute aber, da vor allem die Apfelbäume kaum noch geschnitten werden, läßt man sie gedeihen.

DER HUFLATTICH BLÜHT

Endlich scheint der Frühling den Winter doch bezwungen zu haben. Hasel- und Weiden­strauch im Wald, Schneeglöckchen, Krokusse und Primeln im Garten zeigen es an.

Wer mit offenen Augen durch die Wiesen rund um Montabaur geht, findet auf ihnen nicht nur das allbekannte blaue Veilchen, das den Früh-

RUND UM MONTABAUR NR. 8/17/70/11 ling verkündet, sondern oft zwischen altem verdorrten Gras des Vorjahres eine kleine, leuchtendgelbe Blume. Auffallend dicht ge­drängt stehen sie ln den brachliegenden Bach­niederungen des Gelbachs und an den Weg­rändern überall im Montabaurer Land.

Au# dem mit Schuppen bedeckten, filzigen und blätterlosen Stengel erhebt sich eine leuchtendgelbe Körbchenblüte, die der Lö­wenzahnblüte ähnelt. Es Ist der Huflattich. Fast immer sprlessen aus einer Pflanze mehrere Stengel. Alle Köpfchen sind deut­lich der Sonne zugewandt. Am Abend schlles- sen sich die Blüten und senken das Köpfchen, um sich am Morgen wieder zu öffnen.

Den meisten ist der Huflattich bekannt, wenn er verblüht ist und seine riesiggrossen, herz­förmigen, eckig gezähnten, rauhen Blätter, deren Unterseite weissfilzig ist, gleich ei­nem Teppich die Wiesen und Uferränder als gefürchtetes Unkraut überziehen.

Dann ist aus dem sehnlichst erwarteten Früh­lingsblümchen eine Unkrautplage geworden.

Bladernheim

Blademheimer Verkehrs- u. Verschönerungs- Verein hat an Mitglieder erheblich zugenom.

Dieses zeigt, wie sehr die Bewohner an der Verschö­nerung des Dorfes interessiert sind. Am Freitag ver­gangener Woche trat der Verein zusammen. Bürger­meister Kaiser eröffnete die Sitzung. In einer kurzen Ansprache gab er seiner Freude über den zahlreichen Besuch Ausdruck. Es wurde ein 1. und 2. Vorsitzen­der gewählt. Man plante und diskutierte. Da man nicht all zu tief in die Kasse greifen kann, haben die Mitglieder sich bereit erklärt, sich einmal samstags nachmittags zu treffen, um eine Gemeinschaftsarbeit durchzuführen.

Einige Blumenschalen sollen den, vor zwei Jahren errichteten, neuen Dorfbrunnen zieren. Ferner war­ten Brunnen und Wanderwege schon auf ihre ver­sprochenen Bänke, die den müden Wanderer zum Verschnaufen einladen sollen.

Für Mai ist ein großes Spießbratenessen im Freien vorgesehen. Die Vereinsmitglieder wünschen sich für diesen Tag einen lachenden Himmel, gez. H. K r ä t z

BODEN

Kath. Pfarramt Ruppach-Goldhausen

SONNTAG, den 26.4.1970 9.oo Uhr, Jahramt für Maria Pfaffhausen und

verst. Angehörige 13.3oUhr, Andacht

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