Ausgabe 
5.3.1970
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ENTDECKTE NATUR

Wir befinden uns im "Europäischen Naturschutz­jahr 1970".

- mh - "Rund um Montabaur" wird sich daher um einen recht verstandenen Natur­schutz in unserem Heimatraum bemühen. Nacheinander wollen wir die Naturdenkmä­ler des Montabaurer Raumes vorstellen, auch solche, die noch nicht offiziell unter Schutz gestellt sind. Wir werden lobend hervorheben, was Gemeinden und Einzel­personen im Naturschutz Vorbildliches ge­tan haben; wir werden aber auch mahnen und kritisch anmerken, wenn Notwendiges versäumt, Unwiderbringliches vernichtet oder gedankenlos etwas verunstaltet wur­de.

Gerade weil die Landschaft zwischen Monta­baurer Höhe und Gelbachtal landschaftlich so reizvoll ist und alle unsere Gemeinden südlich der Autobahn zum Naturpark Nassau gehören, ist es eine vornehme Aufgabe aller Gemeindeverwaltungen, über die Einhaltung der Vorschriften der Naturschutzgesetze zu wachen. Fangen die Unterlassungssün­den doch schon damit an, dass das ab Mitte März verbotene Abflämmen der Wie­sen leider von vielen Bürgermeistern still­schweigend geduldet wird.

Naturschutz und Landschaftspflege ist Pflicht der Gemeinden. Zu ihren Aufgaben gehört etwa die Beseitigung von wild abgelager­tem Müll, von Autowracks, von Abwässern, gehören auch die Fürsorge für Naturdenk­mäler innerhalb ihrer Gemarkung und die Bemühungen um ihre Unterschutzstellung, sofern dies noch nicht geschehen.

Es wird erwartet, dass in Gemeinderats­sitzungen mindestens einmal im Natur­schutzjahr ein Wort darüber fällt und man sich Gedanken macht, wie man seiner Ver­pflichtung im einzelnen konkret und noch besser als bisher gerecht werden kann.

DAS VERBREITUNGSGEBIET UNSERES NACHRICHTEN - BLATTES

"RUND UM MONTABAUR"

Adleraugen sahen uns an

Eine grosse Zuschauerschar hatte sich am Sonntag im Stadion eingefunden, um die prächtigen Greifvögel zu bewundern, die auf ihren Federspielen geständert waren. Der Deutsche Falkenhof aus dem Schloss Kranichstein bei Darmstadt brachte die stol­zen Vögel nach Montabaur, wo sie vom Chef des Falkenhofes, D. Kollinger, und dem Falkenmeister, H.A. Schutte, dem Pub­likum vorgeführt wurden.

Der Falkenhof will damit weite Kreise der Bevölkerung mit den Greifvögeln vertraut machen. So wurde zunächst auch über die gut funktionierende Lautsprecheranlage das Verhalten, die Lebensweise und die Erken­nungsmerkmale der gefiederten Jäger er­klärt. Da war der mächtige Steinadler, der eine Flügelspannweite von 2,20 m erreicht, der Kaiseradler, der mit seinen 7 cm lan­gen Krallen bestens bewehrt ist, ferner Prärie- und Luggerfalken aus dem grossen Kontinent, die Turm-undSakerfalken, heimi­sche Habichte, Bussard und der Uhu 'Iwan" und ein Prachtexemplar von einem roten Milan.

Sie alle zeigten nacheinander ihre Flug- und Jagdtechnik so vollendet und gehorsam, dass das Publikum immer wieder zu spon­tanen Beifallskundgebungen hingerissen wur­de. Musikalisch umrahmt wurden die Dar­bietungen vom Bläserchor des Jagdverban­des Unterwesterwald.

Alle Greifer hatten ihre Namen. Und wenn sie auch mit ihrem Herrn vertraut sind, so bleiben sie doch scheu im Verhalten

RUND UM MONTABAUR Nr. 1/1 0/70/E guter Verfassung vor. Linz kann es dem Schiedsrichter ( 2 Tore wurden nicht aner­kannt ) und den schlechten Platzverhält­nissen danken, dass die Niederlage nicht höher ausfiel.

So spielten sie: v. Janta, Klemmer, Hof- mann, Philippi, Rüter, Loth, Schmidt (Peiler), Ickenroth, Stammler, Meuer u. Paul.

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gegnüber der Menschenmenge, die sie sicht­lich nervös machte. Von ihrem Herrn vom Ständer gehoben, zeigten sie unermüdlich ihr Können und kehrten gehorsam auf den Hand­schuh zurück, sobald sie von ihrem Herrn gerufen wurden.

Nach den Vorführungen durften die Tiere aus nächster Nähe besichtigt und fotogra- phiert werden. Und alle Fragen der Zu­schauer wurden von den Betreuern beant­wortet, so dass die Zuschauer eine wirk­liche Lehrstunde über die Greifvögel erleb­ten.

Vortrag von Dr. Hans Baumann

Am Mittwoch, dem 11. März 1970, findet der letzte Vortrag der Reihe "Dichtung - Diagnose der Zeit" statt.

Es spricht der bekannte Referent Dr. Hans Bemmann aus Bonn über das Thema : Vergangenheit als Schlüssel der Gegenwart und stellt das Leben und das Werk des Dich­ters Siegfried Lenz dar.

Der Vortrag ist im Gymnasium und beginnt um 20.00 Uhr.

TUS Montabaur im Pokal eine Runde weiter

2. A - Klassenverein wurde ausgeschaltet.

In einem spannenden und fairen Spiel schlug der TUS Montabaur mit 2; 1 den SV Linz in Linz.

Auf sehr schwerem Boden entstand ein kampf­betontes Spiel. Linz hielt in der ersten Halbzeit noch gut mit. In der 2. Halbzeit machten sich jedoch Konditionsschwächen bemerkbar. Montabaur stellte sich in sehr

So erlebten die Franzosen Montabaur

mh- "L Yonne Republicaine", die Heimat­zeitung unserer zukünftigen Partnerstadt Tonnerre, berichtete vor einigen Tagen be­geistert über Montabaur :

DER MONTABAURER "PRINZ KARNEVAL"

BEREITETE den tonnerrern einen gross ARTIGEN EMPFANG und die Leitlinien für die Städtepartnerschaft wurden festgelegt.

Für diejenigen Tonnerrer, die die Möglichkeit haben, unserer zukünftigen Partnerstadt einen Freund schaftsbesuch abzustatten, ähneln sich die Reisen.

Sie gleichen sich in dem immer wieder begeisterten und herzlichen Empfang der Menschen jenseits des Rheins, den sie wiederum etwa 30 Leuten aus Ton­nerre entgegenbrachten.

I n den frühen Sonntagmorgenstunden war die Schar fröhlicher Ronnerrer abgereist und nach ziemlich langer Reise erst gegen 23 Uhr in der deutschen Stadt angekommen. Dort wurden sie vom Bürger­meister und vom Präsidenten des Freundschaftsko­mitees sowie vielen Menschen sofort in Empfang ge­nommen. Nach den Begrüßungen wurde jeder seiner deutschen Gastfamilie oder einem erstklassigen Ho­tel zugewiesen, in dem man kostenfrei wohnen kon­nte. Die einen verbrachten eine sehr ruhige Nacht und die anderen eine recht lebhafte.

Am Montagmorgen begannen für unsere Reisenden die ernsten Dinge. Die Damen widmeten sich der Unterhaltung oder gingen spazieren. Die Männer tra­fen sich nach alter Tradition inmitten der Prominenz unter der Herrschaft des Prinzen Karnevals und sei­nes Hofes, umgeben von charmanten Funkenmarie­chen in prächtigen Uniformen und mit aschgrauen Perücken.

Es ist kaum möglich, den ganzen Verlauf zu beschrei ben. Erwähnt sei jedoch, daß Dr. Kustener mit feier­licher Urkunde und Ehrenabzeichen in den Hof des Prinzen aufgenommen wurde und daß bei jedem mehr oder weniger wichtigen Abxhnitt Reden ge­halten wurden. Das gehörte zur Tradition, und dabei wurde der Delegation aus Tonnerre ein angenehmer Aufenthalt gewünscht. Herr Kustener dankte im Na­men seiner Freunde und des Freundschaftskomitees für die erwiesenen Ehren und pries die gegenseitige Freundschaft und die zukünftige Städtepartnerschaft

Der Tag verstrich und der Abend wurde lang.

Am Dienstag wechselten ernsthafte Gespräche und ein buntes Unterhaltungsprogramm miteinander ab.

Am Vormittag überlegten die beiden Freundschafts­komitees, welche Maßnahmen bei der offiziellen Er­klärung der Städtepartnerschaft zu ergreifen seien.

Auf deutscher Seite nahmen Bürgermeister Mangels, Herr Kratz, das Ehepaar Wenzel und die Herren Fre- ster und Kram teil, auf französischer die Herren Cäzard, Monier, Desesquelles, Wrona und Ferrand.

Dieser Besprechung folgten um 13 Uhr ein Umtrunk im Rathaus und neue Willkommensansprachen sei­tens des Herrn Dr. Kratz und des Bürgermeisters; sie wurden übersetzt durch Herrn Kustener, der seiner­seits den Dank der tonnerrer Delegation aussprach. Dann schauten die Tonnerrer auf der Ehrentribüne vor dem Bürgermeisteramt sich den vorbeiziehenden Fastnachtszug an. Trotz des Schnees war es zwei Stunden lang ein riesiger Zug inmitten einer begei­sterten Menge, die immer wieder in Freudenrufe aus­brach.

Dieser sowohl für die Mitwirkenden als auch für die Zuschauer unvergessliche Tag war damit jedoch noch keineswegs zu Ende; am Abend traf man sich noch mit dem Film-Club Mons Tabor und den Gastge­bern. Dann wurde noch bis ein Uhr nachts getanzt.

Aber leider hatte für uns Reisende alles einmal ein Ende, auch die angenehmsten Dinge, und das war hier der Fall.

Am Mittwochmorgen mußte man an die Rückfahrt denken. Bei einem letzten Treffen auf dem Großen Markt sagten der Bürgermeister und der Vorstand der Deutsch-Französischen Gesellschaft in kurzen, aber // bewegenden Worten Auf Wiedersehen. Dann setzte ' sich der Omnibus in Bewegung. Und wenn auch die Rückreise einige Stunden zu spät angetreten wurde, so war sie dennoch nicht weniger angenehm.

Lesen Sie bitte weiter auf S. 6 )

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